Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schneizlreuther Bürgermeister stellt sich Fragen und Kritik

Bürgerversammlung: Schnee-Räumverordnung und marode Straßen in der Kritik

In der Bürgerversammlung in Schneizlreuth wurde einiges gefragt und auch Kritik geäußert.
+
Ob zu nicht geräumte Gehwege vor verwaisten Anwesen in der Auenstraße oder Steinschlag und entwurzelte Bäume aus dem Steilhang oberhalb des Waldbahnweges: In der Bürgerversammlung in Schneizlreuth wurde einiges gefragt und auch Kritik geäußert.

Nach dem ausführlichen Rechenschaftsbericht des Schneizlreuther Bürgermeisters Wolfgang Simon gab es für die anwesenden Bürgern Gelegenheit, Anregungen und Beschwerden vorzutragen.

Schneizlreuth – So wurde bei der Bürgerversammlung gefragt, wie hoch die Zuschüsse an die Gemeinde zum Erhalt des Straßennetzes sind und ob diese auch zu 100 Prozent dafür verwendet werden. Diese konnte Simon aus dem Stegreif nicht beantworten. Er werde dies aber ermitteln lassen und das Ergebnis über die Homepage (www.schneizlreuth.de) kommunizieren.

Feuerwehrhaus nicht auf Gemeindegrund? Rechte der Landwirte sollen beachtet werden

Auf die Frage, warum das neue Feuerwehrhaus in der Jettenberger Au nicht am Standort des alten und somit auf Gemeindegrund gebaut wird, antwortete Simon, dass die jetzige Zufahrt durch Wohngebiet führe und die Abfahrt von der B305, die eigentlich gar keine ist, nicht gesichert sei. Er achte auch die bestehende Rechte der Landwirte dort. Wenn einer der Rechteinhaber gegen die Maßnahme stimmen sollte, sei sie hier nicht durchführbar. Keinesfalls fasse er dann eine Enteignung ins Auge. Vielmehr müsse weiter verhandelt werden.

Warum die gelben Wanderbeschilderungen noch immer nicht aufgestellt sind, begründete der Bürgermeister mit den Verzögerungen bei der Umsetzung des Leader-Projekts mit Gemeinden im Chiemgau. Ob zwischenzeitlich provisorische Schilder angebracht werden können, werde er mit dem Tourismusbüro und dem Bauhof klären.

Zur Beschwerde über die Auflösung des Wertstoffhofs und der befürchteten, negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Entsorgungsmöglichkeiten für die Bürger*innen, wies Simon darauf hin, dass dies auch wegen verschärfter gesetzlicher Vorgaben unumgänglich ist. In jedem Fall sei die Übernahme der Verantwortung durch den Landkreis eine Entlastung der Gemeinden.

Ärgernis, nicht geräumte Gehwege vor verwaisten Anwesen in der Auenstraße

Schneizlreuther diskutieren mit Bürgermeister Simon über Winter-Räumordnung

Eine Anfrage, warum der Fronauer Steg nicht schon frühzeitig und damit auch für die Schulkinder geräumt wird, beantwortete Simon mit der Notwendigkeit, zuerst alle wichtigen Straßen räumen zu müssen. Nach der Sanierung durch das Straßenbauamt, mit Gitterrosten, könne auch nicht mehr mit dem Unimog geräumt werden, sondern nur noch mit einer kleinen Fräse oder händisch. Eigentlich sollte der Schnee durch die Gitterroste fallen, was aber offenbar nicht immer der Fall sei. Eine ausgedehnte Diskussion entstand zur Winter-Räumordnung, die nach Ansicht einiger Bürger etwa in der Weißbacher Auenstraße zu „katastrophalen“ Verhältnissen führe und Einfahrten so verengt werden, dass dadurch eventuell auch Rettungseinsätze schwierig bis unmöglich werden könnten. Dies sei weder für den Räumdienst noch für die Anwohner akzeptabel. Zudem koste der Abtransport des Schnees viel Geld.

Ein Bürger forderte sogar, die Räumordnung wieder zurückzunehmen. Dies werde laut Simon keinesfalls geschehen, da die Räumung der Gehwege in erster Linie Fußgänger, insbesondere Kinder, schützen sollen. Aus der Versammlung wurde vorgeschlagen, entweder eine Einbahnregelung für die Auenstraße anzuordnen, oder, jährlich abwechselnd, nur einen Gehsteig links oder rechts neben der Straße zu räumen.

Verärgert äußerten sich mehrere Bürger auch darüber, dass die Gehwege vor den verwaisten Anwesen Auenstraße 51 und 53, die im Besitz der BaySF/BIMA beziehungsweise der Erzdiözese München sind, offenbar nicht bezwungen werden, wie alle anderen Hausbesitzer, zuverlässig zu räumen.

Thema Instandsetzung und Instandhaltung der Gemeindestraßen

Heiße Diskussionen gab es auch zum Thema Instandsetzung und Instandhaltung der Gemeindestraßen. Bürger forderten hier, wesentlich mehr Geld dafür bereitzustellen, um den Zustand nicht weiter zu verschlechtern und damit auch die Instandsetzungskosten weiter in die Höhe zu treiben. Spätestens nach dem Feuerwehrhausneubau sollte sich die Gemeinde vorrangig darum bemühen, den Zustand deutlich zu verbessern. Diese Notwendigkeit sieht auch Bürgermeister Simon.

Allerdings werde es, aus Kostengründen, vermutlich keinen endgültigen Befreiungsschlag geben können. Kritisch sahen einige Bürger auch die Tatsache, dass von dem wenigen eingeplanten Geld (30.000 € für die Gesamtgemeinde) nun jährlich auch noch etwa 40 Prozent in den Waldbahnweg fließen werden. Simon entgegnete, dass der Gemeinderat dies so entschieden habe. Sollte aber die Bevölkerung dies so nicht wollen, müsse der Beschluss eben zurückgenommen werden. Dann würden die BaySF den Weg, wie bereits angekündigt, überwindungssicher sperren.

Steinschlag und entwurzelte Bäume aus dem Steilhang oberhalb des Waldbahnweges

Der Vorschlag, hier mit Inzell oder Bad Reichenhall hier interkommunal zusammenzuarbeiten, fand Simon zwar gut, die Beräumung des Steilhangs oberhalb des Weges müsste aber in jedem Fall von einer zugelassenen Fachfirma ausgeführt werden. Zur Frage, warum der Gletschergarten so verkommen konnte, informierte der Bürgermeister, dass in den letzten Jahren finanziell und personell kein Spielraum war, sich darum zu kümmern.

Derzeit lasse er aber ein Konzept für die Wegesanierung ausarbeiten. Ob die entstehenden Kosten für die Planungen im diesjährigen Haushalt noch untergebracht werden können, könne erst gesagt werden, wenn die Höhe ermittelt worden sei. Vorrang hätten allerdings die vielen Pflichtaufgaben der Gemeinde. Der Bewuchs müsste aber vermutlich ehrenamtlich entfernt werden.

wb

Kommentare