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Schwerverkehrsaufkommen im Kleinen deutschen Eck

Permanente Erfassung des Lkw-Verkehrs über 7,5 Tonnen in Schneizlreuth

Erklärung des Messgerätes, vo li Schuhböck, Landrat Kern, Herr Bechtel
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Erklärung des Messgerätes, vo li Schuhböck, Landrat Kern, Herr Bechtel

Seit Jahren nimmt der Lkw-Schwerlastverkehr im Berchtesgadener Land stetig zu. Außergewöhnlich stark betroffen sind davon sind die Anlieger entlang der B20 und der B21 im Kleinen Deutschen Eck.

Schneizlreuth - Dagegen wehren sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger, weil der Schutz vor Belastungen durch Lärm, Abgasen und anderen Emissionen aus dem Straßenverkehr, schon lange nicht mehr mit dem Tempo der Steigerung des Lkw-Verkehrs mithalten kann. Im verstärkten Fokus ist seit einigen Jahren auch das geltende Nachtfahrverbot im Kleinen Deutschen Eck, zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. Um zukünftig die Gesamtsituation durch aussagekräftige Zahlen belegen und beurteilen zu können, sind nun seit Anfang Februar in Schneizlreuth zwei Seitenradarmessgeräte neben der B21 in Betrieb genommen worden. Bei einem Pressetermin stellten Landrat Bernhard Kern und der Leiter der Staatlichen Bauamtes Traunstein Christian Rehm nun diese Technik vor. 

Neben den Pressevertretern nahmen an der Besprechung auch der Fachbereichsleiter Verkehrswesen im Landratsamt Daniel Bechtel, der Bürgermeister der Gemeinde Schneizlreuth Wolfgang Simon, der Fachmann für Verkehrsmessungen im Staatlichen Bauamt Traunstein Helmut Schuhböck und die Pressesprecherin im Landratsamt Alexandra Rothenbuchner teil. Wie Landrat Bernhard Kern eingangs betonte, nimmt das Landratsamt den Schutz der betroffenen Bürger entlang der B20/21 und die Einhaltung des Nachtfahrverbotes im Landkreis Berchtesgadener Land sehr ernst. Aus diesem Grund hat er sich bereits mehrfach mit Vorschlägen an das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr und weiter an das Innenministerium gewandt.

Gemeinsam mit der kürzlich aus dem Kabinett ausgeschiedenen Staatsministerin Kerstin Schreyer und dem Staatlichen Bauamt in Traunstein konnte nun eine effektive und kostengünstige Lösung zur Datenerfassung gefunden werden. Im Gegensatz zum Einbau einer dynamischen Achslastwaage etwa im Wendelbergtunnel, die etwa 100.000 Euro gekostet hätte, mussten laut Kern, für die beiden nun installierten Geräte nur etwa 8000 Euro investiert werden.

Bereits seit 1. Februar werden nun rund um die Uhr alle Pkws und Lkws, getrennt nach Fahrzeugtyp, Fahrzeuglänge, Anzahl der Achsen und auch differenzierbar, ob es Lkws über oder unter 7,5 Tonnen sind, erfasst. Wie Helmut Schuhböck erläuterte, kann das Geräte allein bei Lkws, 43 verschiedene Typen unterscheiden. Die Geräte sind durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) geprüft und zertifiziert. Somit sind die gelieferten Daten offiziell anerkannt und verwertbar.

„Wir wissen bald ganz genau, wie viele Lkw über 7,5 Tonnen auf der B21 fahren und welche Auswirkungen beispielsweise die Blockabfertigung auf der A93 bei Kiefersfelden auf das kleine Deutsche Eck hat“, erklärt Staatsministerin a.D. Kerstin Schreyer, die Gründe für die Installation schriftlich. Einen großen Vorteil sieht Landrat Kern auch darin, dass die Daten regelmäßig über eine Funkanbindung direkt an das Staatliche Bauamt übermittelt werden und von Herrn Schuhböck relativ kurzfristig ausgewertet und zur Verfügung gestellt werden können. Laut Herrn Rehm ist dies etwa im Falle der dynamischen Achslastwaage im Bereich Laufen nicht der Fall. Diese werde privat betrieben und über eine private Firma ausgewertet, und verursache wesentlich mehr Kosten als die hier an der B21 nun umgesetzte Lösung.

Schwerpunktkontrollen und Verkehrsgipfel geplant

Wie Landrat Kern weiter informierte, sollen neben diesen Dauermessungen aber auch die Schwerpunktkontrollen der Polizeiinspektion Bad Reichenhall zur Einhaltung des Nachfahrverbotes, in Zusammenarbeit mit Fachkräften aus dem Landratsamtes Berchtesgadener Land, der Bereitschaftspolizei, der Verkehrszuges Traunstein und der Grenzpolizei in Piding weiterhin durchgeführt werden. Auf Initiative des Landkreises und mit Unterstützung durch Staatsminister des Innern, für Sport und Integration Joachim Herrmann, sollen diese Kontrollen nunmehr mindestens einmal im Monat stattfinden.

Landrat Kern sieht die Situation im Kleinen Deutschen Eck auch durch den grenzüberschreitenden Verkehr verursacht. Deshalb habe er sich bereits mehrfach an den Salzburger Landesrat Magister Stefan Schnöll gewandt. In einem ersten Schritt der Zusammenarbeit werden die Kontrollen des Lkw-Nachtverbots seit Kurzem durch Verkehrskontrollen auf österreichischer Seite begleitet. Für Mai 2022 sei darüber hinaus ein erstes „EUREGIO-Verkehrsgespräch“ zum gesamten Themenkomplex geplant, bei dem sowohl die Situation auf den Straßen, wie auf der Schiene thematisiert werden. Zu dem Austausch sollen auch die Bürgermeistern zwischen Burghausen und Schneizlreuth eingeladen werden.

Kern bestätigte auf Nachfrage, dass mit der Landesregierung in Tirol, etwa bezüglich einer Bemautung der B 178, bisher noch keine Gespräche geführt wurden. Die Pressestelle dort hatte ja auf eine Presseanfrage mitgeteilt, dass keine diesbezüglichen Maßnahmen geplant sind. Kern halte es aber in einem zweiten Schritt durchaus für sinnvoll, auch mit der Tiroler Landesregierung zu sprechen. Zu einer weiteren Zunahme des Transit-Ausweichverkehrs zwischen Wörgl und der A8 bei Piding könnte es nämlich durchaus kommen, wenn die Bestrebungen des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und des Bundesverkehrsministeriums, auf der Brennerroute in Bayern und Tirol höhere Mautgebühren zu erheben, erfolgreich verlaufen.

Staatliches Bauamt als Dienstleister für Landratsamt

Wie der Leiter des staatlichen Bauamtes Christian Rehm erläuterte, wurde seine Behörde am 26. Januar von der Verkehrsministerin a.D. Schreyer mit der Messungen beauftragt. Das Team um Helmut Schuhböck hat danach sofort mit der Umsetzung begonnen, so das bereits seit 1. Februar gemessen wird. Derzeit werden, als provisorische Lösung, zwei zertifizierte und batteriebetriebene Seitenradar-Messgeräte aus dem Bestand für Verkehrszählungen verwendet. Diese bieten eine 95-prozentige Zählgenauigkeit.

Wegen der täglichen Verkehrslast über 7000 Fahrzeugen, musste laut Rehm je ein Gerät für jede Fahrtrichtung aufgebaut werden. Wenn die zwei neu bestellten Radargeräte in den nächsten Wochen eingetroffen sind, werden diese dann fest am Wendelbergtunnel verbaut. Dort ist es dann auch möglich, diese direkt an die Stromversorgung anzuschließen. Wegen der Bedeutung der Verkehrserfassung im Kleinen Deutschen Eck wird bis auf weiteres mit dem Ziel gemessen, eine möglichst gute Datengrundlage zu erhalten.

Wie die Auswertung der Daten seit Anfang Februar sich darstellt, zeigten Rehm und Schuhböck anhand von Tabellen und Diagrammen eindrucksvoll. Auswertungen erhält das Landratsamt Berchtesgadener Land vom stattlichen Bauamt nun monatlich.

Etwa zur Jahresmitte, wenn die Blockabfertigungen des ersten Halbjahres in Tirol  beendet wurden, soll dann auch die Öffentlichkeit informiert werden. Wie es im Inneren des Seitenradars aussieht führte danach Helmut Schuhböck vor. Abschließend bedankte sich Bürgermeister Wolfgang Simon für die Präsentation und dafür, dass mit der Installation der Messgeräte, ein weiterer, wichtiger Schritt für die Bewältigung des Problems gemacht worden sei.

(wb)

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