Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Große Freude bei der Freiwilligen Feuerwehr Schneizlreuth

Nach dreijähriger Pause endlich wieder Florianifest gefeiert

Nach dreijähriger Pause endlich wieder Florianifest gefeiert
+
Der ehemalige Kommandant Andi Rohrbacher blickte danach auf die Einsätze der letzten drei Jahre zurück.

Die Freude war den „Florianijüngern“ aus Schneizlreuth anzukennen, als sie nach der dreijährigen Zwangspause durch Corona endlich wieder ihr Florianifest feiern konnten.

Schneizlreuth - Angeführt von der Musikkapelle Jettenberg unter Leitung von Christof Haberacker ließen sie sich auch durch den einsetzenden Regen nicht davon abhalten, vom Gasthaus Schneizlreuth zur Schneizlreuther Kirche zu marschieren.

Dort feierte Stadtpfarrer Markus Moderegger mit den Aktiven und den Pfarrangehörigen eine Messe zu Ehren des Heiligen Florian, stimmungsvoll umrahmt von der Musikkapelle. Wie der Vorstand des Feuerwehrvereins Reimund Freundl sagte, gedenke die Wehr insbesondere den verstorbenen Vereinsmitglieder*innen Rudi Schuster, Resi Niederberger, Norbert Schnebinger, Pfarrer Ludwig Prediger, Josef Bauregger, der ehemaligen Fahnenmutter Erna Hirschbichler, Fritz Gschoßmann und Hermann Höller.

In seiner Predigt nahm Moderegger Bezug auf das Evangelium, in dem es um die wundersame Brotvermehrung am See von Tiberias ging. Ihm falle hier das Buch von Ernest Hemmingway „Der alte Mann und das Meer“ ein. Hier fragt sich der Hauptdarsteller, trotz eines erfolgreichen Fischfangs, nach dem Sinn seiner Arbeit, dem Sinn seines Lebens. Am Ufer angekommen erwartet ihn niemand-er ist allein.

Anders im Evangelium. Dort sieht Petrus, verzweifelt und resigniert über seinen erfolglosen Fischzug, am Ufer Jesus von Nazareth, der ihm schließlich zu einem erfolgreichen Fischfang verhilft. Sicher kommen Feuerwehrmänner und -frauen auch plötzlich an einen Punkt, an dem sie sich, wie der alte Mann oder Petrus fragen: „Macht das Ganze, was man da tut, eigentlich noch einen Sinn?“.

Insbesondere nach tödlichen Verkehrsunfällen denkt sicher der oder die ein oder andere daran aufzugeben. Vielleicht tut man dies nicht, weil es etwa in der Lesung geheißen hat: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“, denn schließlich ist der Feuerwehrdienst ein Dienst am Menschen, ein Dienst der Nächstenliebe, die vor allem geprägt ist von der Liebe zu Gott. Dafür ein herzliches Vergelt`s Gott.„Lasst Euch nicht nur von der Sirene oder dem Funkwecker rufen, sondern von Jesus, der sagt: „Euer Dienst ist gut, würdig und recht!“

Vorstand Freundl freute sich bei der anschließenden Versammlung im Gasthof Schneizlreuth, Ehrengäste wie Kreisbrandrat Josef Kaltner, Kreisbrandmeister Harald Pirker, Bürgermeister Wolfgang Simon, die Ehrenmitglieder Alois Gridling und Horst Kirchmair begrüßen zu können. Sein Dank galt weiter der Musikkapelle Jettenberg der Fahnenabordnung aus Karlstein und den Wirtsleuten Monika Bauer und Hans Weber. Der kürzlich neu gewählte 1. Kommandant Tobias Bauregger schloss sich den Grußworten gerne an, bedankte sich aber auch bei den Aktiven für die große Unterstützung, die er und sein ebenfalls neu gewählter Stellvertreter Christopher Löffelmann in den letzten Monaten erfahren durften.

Der ehemalige Kommandant Andi Rohrbacher blickte danach auf die Einsätze der letzten drei Jahre zurück. Aktuell gehören demnach 35 Aktive zur Wehr, mit steigender Tendenz durch nachrückende Jugendliche. Zu Verkehrsunfällen musste die Wehr 2019 neun Mal, 2020 vier Mal und 2021 sechs Mal ausrücken. Brandalarme gab es 2019 zwölf und 2020 acht, der überwiegende Teil durch Brandmeldeanlagen ausgelöst.

Die Gesamteinsätze gingen von 44 im Jahr 2019 auf 22 im Jahr 2020 und 18 im Jahr 2021 zurück. In den letzten drei Jahren konnten 36 Übungen stattfinden, die durch Corona extrem schwierig abgehalten werden konnten. Insgesamt investierten die Aktiven allein hierfür etwa 1.300 Stunden ihrer Freizeit. Prägende, außergewöhnliche Einsätze ergaben sich 2019 durch die Schneekatastrophe im Januar, in der die Alt-Gemeinde tageweise komplett nicht erreichbar war, viele Dächer abgeschaufelt und Schneebrüche von Straßen entfernt werden mussten.

Einen weiteren Großeinsatz gab es durch einen Flugzeugabsturz im August am Bogenhorn mit einem Toten und der anfänglichen Gefahr eines Waldbrandes an der Unglücksstelle. 2020 blieb es durch Corona eher ruhig. Allerdings war die Beschaffung von Pandemie-Schutzausrüstung für die Wehr sehr schwierig und zeitaufwendig.

Als einen der belastendsten und schwierigsten Einsätze seiner Feuerwehrlaufbahn schilderte Rohrbacher den schweren Verkehrsunfall am 1. Januar 2021 am Bodenberg, in den drei Lkw verwickelt und ein Lkw-Fahrer ums Leben kam. Besonders belastend war für alle Einsatzkäfte, die extrem lange Einsatzzeit von 10:05 Uhr bis am nächsten Tag um 1:30 Uhr. Immer wieder entstanden hier lange Wartezeiten, bis etwa ein Gutachter vor Ort war, die Lkw abgeschleppt oder die Straße gereinigt und eisfrei gemacht worden war.

Rohrbacher bat hier die Polizei darum, für zukünftige Einsätze zu prüfen, ob nicht die Einsatzzeiten verkürzt werden könnten, um die Berufstätigen zu entlasten. Den neuen Kommandanten wünschte Rohrbacher möglichst wenige und vor allem weniger spektakuläre, belastende Einsätze. Für Bürgermeister Wolfgang Simon zeige die Bilanz Rohrbachers, wie wichtig die Arbeit der Feuerwehr ist, zumal sie eine Pflichtaufgabe der Gemeinde erfülle - „vielen Dank dafür!“.

Nur die Versorgung der Gemeindebewohner mit sauberem Trinkwasser habe für Simon noch eine höhere Priorität. Sehr erfreulich und wichtig findet Simon das Interesse der Jugend für die Feuerwehr. Das acht junge Männer und Frauen der Jugendfeuerwehr angehören, sei ein sehr gutes Zeichen und auch dem ehemaligen Jugendleiter und neuen Kommandanten Tobias Bauregger zu verdanken.

Kreisbrandrat Josef Kaltner zeigte sich ebenfalls erfreut, dass der Generationenwechsel innerhalb der Feuerwehr Schneizlreuth so reibungslos funktioniere und eine hervorragende Jugendarbeit geleistet werde. Erfreulich sie auch, dass die Zahl der Aktiven sowohl in der Gemeinde wie im Landkreis während Corona sogar zugenommen habe, was insbesondere für die Schneizlreuther Wehr, mit ihren besonderen Herausforderungen wichtig sei.

Der Leiter der Polizeiinspektion Bad Reichenhall, Hauptkommissar Peter Huber hob in seinen Grußworten, die guten Zusammenarbeit mit der Schneizlreuther Wehr hervor. Er bedankte sich dafür sowohl bei den scheidenden, bei den neuen Kommandanten und bei allen Aktiven, die ihre Freizeit opfern, um immer gut ausgebildet und bestens ausgerüstet, bei den Einsätzen hervorragende Arbeit leisten zu können. Dass dies möglich sei, dafür gelte es auch den Familienangehörigen und den Arbeitgebern der Aktiven Danke zu sagen. Den Wunsch Rohrbachers, die Einsätze möglichst kurz zu halten, werde er mitnehmen und prüfen lassen.

wb

Kommentare