Spenden für Schneizlreuther Bauern

Landrat nach Engerling-Befall: "Da ist alles braun, es ist schrecklich!"

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Der Engerling des Maikäfers hat in Schneizlreuth ganze Arbeit geleistet. 57 Hektar Wiese sind kahlgefressen.

Schneizlreuth/Bad Reichenhall - Der Engerling-Befall hat sieben Landwirte in Schneizlreuth hart getroffen. 57 Hektar Wiese sind von dem Schädling befallen. Jetzt will der Landkreis Berchtesgadener Land zusammen mit den Bürgerstiftungen helfen.

Ein extremer Engerling-Befall bringt sieben Landwirte in Schneizlreuth an die Grenze der Belastbarkeit. 57 Hektar Wiese sind von dem Schädling mittlerweile quasi kahlgefressen. "Da ist alles braun, es ist schrecklich", fühlt Landrat Georg Grabner mit den Landwirten. "Die Landwirte sind enorm gebeutelt."


Hart erkämpfen mussten sie sich die Genehmigung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, um Pilzgerste auszubringen, die die Engerlinge vernichten soll. Die Kosten dafür übernimmt der Freistaat Bayern. Doch die jetzt anstehenden 26.000 Euro für Saatgut und die Ausbringung, die müssen die Landwirte selbst tragen.

Mit einem Matching-Fund wollen die Bürgerstiftungen der Volks- und Raiffeisenbanken Oberbayern Südost (Vorstandsvorsitzender Josef Frauenlob, l.) und der Sparkasse Berchtesgadener Land (Vorstandsvorsitzender Helmut Grundner, r.) sowie Landrat Georg Grabner (m.) helfen.

"Deshalb habe ich überlegt, wie wir helfen können und bei den beiden Vorstandsvorsitzenden der heimischen Banken bin ich auf offene Ohren gestoßen", freut sich der Landrat. "Es ist höchste Zeit, dass man hilft", betont Helmut Grundner von der Sparkasse Berchtesgadener Land. Sein Gegenpart der Volks- und Raiffeisenbank Oberbayern Südost, Josef Frauenlob, erklärt, wie die Hilfe aussieht.


23.000 Euro sollten auf alle Fälle zusammenkommen

"Wir haben einen so genannten Matching-Fund gegründet", erläutert Frauenlob bei einer Pressekonferenz. "Für jede Spende, die bei unseren Bürgerstiftungen eingeht, legen wir den gleichen Betrag noch einmal drauf - bis zu einer Summe von 10.000 Euro." Das bedeutet, 5000 Euro müssen an Spenden eingehen, dann legt die Bank noch einmal 5000 Euro drauf. Nimmt man die Summe von beiden Bürgerstiftungen können 20.000 Euro zusammenkommen.

Deutlich mehr als 200 Engerlinge pro Quadratmeter haben die Wiesen am Jochberg in Schneizlreuth vernichtet.

"Leider habe ich für so einen Fall keine Mittel, aber 3000 Euro haben auch wir im Landratsamt zusammenbekommen", ergänzt Grabner. Demnach stünden den Bauern 23.000 Euro zur Verfügung, wenn die Spendenaktion von Erfolg gekrönt ist. "Wir hoffen natürlich, dass die fehlenden 3000 Euro, um die Kosten für das Saatgut zu decken, auch gespendet werden", appelliert Josef Frauenlob an die Bürger im Landkreis.

Der Vorstandsvorsitzende erinnert sich an das Hochwasser 2013: "Da ist bei einer ähnlichen Aktion eine sechsstellige Summe zusammen gekommen." Aussichten, die den sieben Landwirten vielleicht ein bisschen Hoffnung schenken. Sie wurden bereits nach einem Aufruf der Milchwerke Berchtesgadener Land mit Futterspenden unterstützt und auch die Gemeinde Schneizlreuth sammelt Spenden für die Bauern.

Spenden können alle Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen auf die Spendenkonten der Sparkassen-Bürgerstiftung BGL (DE33 7105 0000 0000 2572 87) und der Bürgerstiftung Berchtesgadener Land (DE60 7109 0000 0010 0010 15) unter dem Stichwort „Naturkatastrophe Jochberg“. Wer eine Spendenquittung benötigt, wird gebeten, „Quittung“ und die komplette Adresse anzugeben.

cz

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