Informationsveranstaltung zu Wasserkraftwerk Schneizlreuth

Initiator Josef Reschen: "Ganz gratis kriegt man den Klimaeffekt nicht"

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Die Saalach ist aus Sicht von Josef Reschen ein geeigneter Fluss für ein Wasserkraftwerk.
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Schneizlreuth - Derzeit liegen die Unterlagen für das geplante Wasserkraftwerk Unken/Schneizlreuth in der Gemeinde aus, auf der Homepage des Landratsamtes Berchtesgadener Land sind sie ebenfalls veröffentlicht. Am Donnerstagabend (26. September) will der Initiator deshalb informieren.

Zwischen Schneizlreuth und Unken soll an der Saalach ein sogenanntes Ausleitungs-Wasserkraftwerk entstehen. Das heißt, es wird in Unken an einer Wehranlage eine gewisse Menge Wasser aus der Saalach entnommen, über einen Triebwasserstollen tief in der Erde nach Schneizlreuth transportiert, im Kraftwerk zur Stromerzeugung genutzt bevor es wieder in die Saalach eingeleitet wird.

Das Projekt von Josef Reschen und Johann Abfalter von der Wasserkraft Schneizlreuth GmbH & Co. KG stößt nicht überall auf Begeisterung. Die Wassersportler befürchten zu wenig Restwasser in der Saalach, Naturschützer halten den Eingriff in die Natur für zu groß und die Gemeinde befürchtet, dass der Trinkwasserbrunnen nicht mehr genug Wasser führen könnte.

Ein Grund, warum Reschen und sein Partner noch einmal ihr Projekt vorstellen wollen, denn die künftigen Betreiber sind sich sicher. "Wir haben alle möglichen Auswirkungen prüfen lassen." Mit dem Ergebnis, dass ein Bau eines Wasserkraftwerks an der geplanten Stelle möglich sei. Die Wassersportler müssten nicht mit zu wenig Wasser kämpfen und ein Gutachter habe bestätigt, dass dem Trinkwasserbrunnen der Gemeinde keine Nachteile entstehen würden.

Todesstoß für die Saalach?

Bezüglich des Eingriffs in die Natur, den die Verantwortlichen so gering wie möglich halten wollen, sagt Reschen: "Ganz gratis kriegt man den Klimaeffekt nicht". Dem widerspricht Erich Prechtl von der Saalachtal Allianz: "Nur wegen des Klimawandels kann ich nicht natürliche Lebensräume zerstören." Der Naturschützer rechnet mit einer 100 prozentigen Verschlechterung für den Lebensraum Saalach, wenn in Unken Wasser entnommen wird. "Die Saalach führt dadurch oft wenig Wasser. Das bedeutet auch, dass das natürliche Geschieben nur noch schlecht transportiert wird."

Diese Befürchtung teilt Reschen nicht. "Wir belassen 6,1 Kubikmeter Wasser in der Saalach. Die Mindestdurchflussmenge liegt bei 4 Kubikmeter." Außerdem stünde die Anlage still, sollte der Pegel der Saalach unter 10,1 Kubikmeter sinken. "Die beiden Turbinen haben ein Schluckvermögen von 22 Kubikmeter. Wir brauchen also eine gewisse Menge, dass eine Turbine laufen kann."

Dennoch sieht Prechtl keine Möglichkeit für Wasserkraftwerke in heimischen Gewässern. Sie würden an irgendeinem Punkt der Flüsse immer für Probleme sorgen. Im Fall von Unken und Schneizlreuth habe die Saalach dort Wildwassercharakter. "Die Ausleitung und das Kraftwerk würden dafür den Todesstoß bedeuten und ein massives Artensterben zur Folge haben." Die Fischpopulationen würden bereits jetzt nur noch durch Maßnahmen von Fischern erhalten, eine natürliche Reproduktion gebe es nicht mehr.

CO2-Einsparung von 56.000 Tonnen im Jahr

Im direkten Dialog wollen Josef Reschen und Johann Abfalter den Bürgern ihre Fragen beantworten. Denn einer ihrer Leitsätze ist, die Bürgerbeteiligung. Außerdem versprechen sie

  • die Einhaltung höchster ökologischer Standards für Saalach und Grundbeanspruchung
  • die Erzeugung umweltfreundlicher Energie für 13.000 3-Personenhaushalte oder 19.000 Elektrofahrzeuge
  • eine CO2 Einsparung von rund 56.000 Tonnen / Jahr.

Bis 11. November kann jeder bei der Gemeinde Schneizlreuth oder beim Landratsamt Berchtesgadener Land schriftlich oder zur Niederschrift seine Einwendungen gegen den Plan erheben. Der Gemeinderat hat die Abstimmung über seine Stellungnahme noch einmal vertagt.

Die Informationsveranstaltung der Wasserkraft Schneizlreuth GmbH & Co. KG beginnt am Donnerstagabend (26. September) um 19 Uhr im Gasthof Mauthäusl. Dort wird ebenfalls Hydrogeologe Wolfgang Gadermayr vor Ort sein. Er hat das Gutachten zum Trinkwasserbrunnen der Gemeinde Schneizlreuth erstellt.

cz

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