Nach dem Feuer-Drama mit sechs Toten:

Traurige Gewissheit über Todesursachen

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Schneizlreuth - Auch wenn die sechs Toten noch immer nicht zweifelsfrei identifiziert wurden: Die genaue Todesursache ist nun klar. Weiter wird auf Hochtouren ermittelt.

Es wird noch längere Zeit dauern, bis die Polizei das Flammen-Inferno von Schneizlreuth vollends aufgeklärt hat. Sechs Männer kamen bei einem Brand einer alten Tenne am Samstag ums Leben. Inzwischen liegen zumindest die Obduktionsergebnisse vor: "Es hat sich herausgestellt: Alle sechs Männer sind an Rauchgasvergiftungen gestorben", so Polizeisprecher Frank Konrad gegenüber BGLand24.de. Die meisten der Angehörigen wurden inzwischen informiert - doch viele Fragen bleiben weiter ungeklärt.

Zweifelsfrei konnten die Leichen von der Polizei noch nicht identifiziert werden, auch wenn wohl klar sei, um wen genau es sich handle, so Konrad: "Im Laufe der Woche werden die DNA-Proben ausgewertet sein. Wir sind da auf einem guten Weg." Laut Passauer Neuer Presse handelt es sich um einen 30-Jährigen aus Falkenberg (Lkr. Rottal-Inn), einen 35-Jährigen aus Arnstorf (Lkr. Rottal-Inn), einen 33-Jährigen aus Simbach (Lkr. Dingolfing), einen 35-Jährigen aus Ortenberg (Lkr. Passau), einen 42-Jährigen aus Essenbach (Lkr. Landshut) und einen 32-Jährigen aus Haag an der Amper (Landkreis Freising). Unter den Toten befinden sich auch Familienväter.

Viele Fragen zum Brandschutz müssen geklärt werden

Das Landeskriminalamt wird in den kommenden Tagen außerdem die rund 800 Jahre alte Tenne nochmals genauer unter die Lupe nehmen, in der sich das Drama in der Nacht auf Samstag abspielte. Die Brandgutachter müssen herausfinden, inwieweit der Brandschutz in dem alten Bauernhaus gewährleistet war. Laut Berichten des Bayerischen Rundfunks seien Brandmelder im Gebäude gewesen und hätten auch Alarm geschlagen.

"Inzwischen können wir nur davon ausgehen, dass es ein technischer Defekt war, der das Feuer auslöste", so Frank Konrad weiter. Der Polizeisprecher bestätigte außerdem, dass die beiden schwer verletzten Männer "in kritischem Zustand waren" - inzwischen kann man eine Gefahr für deren Leben aber wohl ausschließen.

Trauer und Anteilnahme sind groß

Die Anteilnahme in den sozialen Netzwerken ist groß. Auch der Veranstalter, eine ortansässige Event-Firma, schrieb über Facebook: "Bei einem katastrophalen Brand in der Nacht vom 22. auf den 23. 5. ist unser Outdoorzentrum zerstört worden. Unsere Gedanken und tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer. Wir bedauern sehr was passiert ist und wünschen den Verletzten eine schnelle Genesung. Wir werden in ein paar Tagen eine Hotline einrichten. Es ist uns momentan leider nicht möglich unsere Gäste persönlich zu informieren." Weder die Firma, noch der Geschäftsführer waren am Dienstag telefonisch erreichbar.

Passaus Bischof Stefan Oster will im Gedenken an die sechs Todesopfer am Montag, 15. Juni, in Passau einen Trauergottesdienst abhalten. "Es ist zutiefst erschütternd, wenn sich ein solches Unglück ereignet, bei dem jüngere Menschen, von denen auch einige Verantwortung für eine Familie tragen, ums Leben kommen", sagte Oster der dpa.

Auch Arnstorfs Bürgermeister Alfons Sittinger zeigte sich erschüttert. Die Baufirma Lindner, deren Mitarbeiter in Schneizlreuth ein unbeschwertes Wochenende verbringen wollten, ist der größte Arbeitgeber in seinem Ort. "Das Mitgefühl ist groß", so der CSU-Politiker. Georg Grabner, Landrat des Berchtesgadener Landes, bezeichnete das Flammen-Inferno von Schneizlreuth als "eine der schlimmsten Brandkatastrophen" die der Landkreis je erlebt habe.

Die Polizei hat für Angehörige der Hotelgäste unter der Nummer 08651/970114 eine Hotline eingerichtet.

Was in der Nacht auf Samstag in Schneizlreuth passierte:

47 Mitarbeiter der Arnstorfer Baufirma "Lindner" quartierten sich am Freitag für Teambuilding-Maßnahmen in Schneizlreuth bei der Event-Agentur Straub ein. Gegen 3 Uhr brach das Feuer aus: Laut Medienberichten ein Kurzschluss in einem Stromverteilerkasten. Unmittelbar daneben: ein Schrank voller Winterdecken. Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, wurde durch die Flammen der Fluchtweg über den Flur und die Treppen versperrt. Dadurch flohen die meisten Gäste durch die Fenster und über den Balkon im ersten Stock ins Freie.

Laut Auskunft der Feuerwehr hätten Mitarbeiter der Event-Firma daraufhin Leitern angelegt, um die Eingeschlossenen vor dem Feuer zu retten. Manche seien aber auch hinabgesprungen, meldet die Süddeutsche weiter. Nur für die sechs Männer habe es keine Rettung mehr gegeben: Sie waren unter dem Dach gefangen, dichter Qualm versperrte ihnen den Weg auf den Balkon im zweiten Stock. Lediglich einer habe es noch auf den Balkon geschafft, sei dort aber verstorben.

Die Löscharbeiten in der Nacht

Großbrand in Schneizlreuth

Großfeuer in Schneizlreuth

Die Ermittlungen am Tag danach

Feuer-Drama in Schneizlreuth: Der Tag danach 

Flammen-Inferno: Das ganze Ausmaß am Tag

Videos aus dem Archiv:

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