Nach dem Feuer-Drama mit sechs Toten:

Obduktion: Alle Männer starben an Rauchvergiftung

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Die sechs Männer starben im zweiten Stock: Für sie gab es kein Entkommen mehr auf den Balkon, wie die Ermittlungen bis zum Montagabend ergaben.
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Schneizlreuth - Auch am dritten Tag nach dem Feuer-Drama, bei dem sechs Männer in einem Gästehaus starben, ist die Trauer riesengroß. Nun wurde die Todesursache bestätigt:

UPDATE, 13.16 Uhr:

Die sechs Männer, die am Samstag bei dem verheerenden Brand eines Gästehauses in Schneizlreuth ums Leben kamen, sind an Rauchvergiftungen gestorben.

Das ergaben die Obduktionen, wie die Polizei in Rosenheim am Dienstag mitteilte. Wie der Sprecher weiter sagte, sind die Obduktionen damit abgeschlossen, die chemischen DNA-Untersuchungen zur zweifelsfreien Identifikation der Toten dauern allerdings voraussichtlich noch einige Tage an.

UPDATE, 10.40 Uhr:

Wie jetzt bekannt wurde, will Passaus Bischof Stefan Oster im Gedenken an die sechs Todesopfer am Montag, 15. Juni, in der Kirche in Schneizlreuth einen Trauergottesdienst abhalten. "Es ist zutiefst erschütternd, wenn sich ein solches Unglück ereignet, bei dem jüngere Menschen, von denen auch einige Verantwortung für eine Familie tragen, ums Leben kommen", sagte Ostern der dpa.

Auch Arnstorfs Bürgermeister Alfons Sittinger zeigte sich erschüttert. "Das Mitgefühl ist groß", so der CSU-Politiker. Schließlich sei die Firma der größte Arbeitgeber des Ortes.

UPDATE, Dienstag, 7.10 Uhr:

Wie die Passauer Neue Presse (PNP) nun erfahren haben will, handelt es sich bei den Toten um fünf Niederbayern und einen Mann aus dem Landkreis Freising in Oberbayern. Laut der Zeitung starben ein 30-Jähriger aus Falkenberg (Lkr. Rottal-Inn), ein 35-Jähriger aus Arnstorf (Lkr. Rottal-Inn), ein 33-Jähriger aus Simbach (Lkr. Dingolfing), ein 35-Jähriger aus Ortenberg (Lkr. Passau), ein 42-Jähriger aus Essenbach (Lkr. Landshut) und ein 32-Jähriger aus Haag an der Amper (Landkreis Freising). Wie die Zeitung weiter erfahren haben will, sollen sich unter den Toten auch Familienväter befinden.

Am Montag gab es außerdem in der Firmenzentrale im niederbayerischen Arnstorf eine "interne Trauerveranstaltung", an der rund 350 Personen teilnahmen. Ein Krisenseelsorger war dabei und sagte hinterher zur PNP: "Es ist nichts mehr so, wie es früher war. Man braucht nun einen langen Atem und viel Ruhe."

Der Bericht vom Montag:

Laut Medienberichten soll gegen 3 Uhr in der Nacht ein Kurzschluss in einem Stromverteilungskasten, der sich direkt vor einem Schrank voller Winterdecken befand, das Feuer ausgelöst haben. Dass ein technischer Defekt als Ursache vermutet wird und Brandstiftung ausgeschlossen werden kann, meldete unser Portal bereits am Sonntag.

Rettende Sprünge aus Fenstern

Wie die Süddeutsche schreibt, wurde durch die Flammen der Fluchtweg über den Flur und die Treppen versperrt. Dadurch flohen die meisten Gäste durch die Fenster und über den Balkon im ersten Stocks ins Freie. Laut Auskunft der Feuerwehr hätten Mitarbeiter der Eventfirma daraufhin Leitern angelegt, um die Eingeschlossenen vor dem Feuer zu retten. Manche seien aber auch hinabgesprungen, meldet die Süddeutsche weiter.

Nur für die sechs Männer aus Niederbayern, laut Polizeiangaben alle zwischen 30 und um die 40 Jahre alt, habe es keine Rettung mehr gegeben: Sie waren unter dem Dach gefangen, dichter Qualm versperrte ihnen den Weg auf den Balkon im zweiten Stock. Lediglich einer habe es noch auf den Balkon geschafft, sei dort aber verstorben, so die Süddeutsche. Die Opfer konnten bis zum Montag noch nicht zweifelsfrei identifiziert werden. Dies sollte nach Angaben eines Polizeisprechers durch DNA-Analysen erfolgen. Ihre Leichen wurden zur Obduktion nach München gebracht.

Zwei Opfer in Spezialkliniken - aber außer Lebensgefahr!

Immerhin eine erfreuliche Nachricht gab es an diesem Pfingstmontag laut der dpa: Die sieben Verletzten sind nicht in Lebensgefahr! Wie ein Polizeisprecher am Montag mitteilte, erlitten zwei Männer schwere Verletzungen. Sie mussten aufgrund ihrer schlimmen Brandverletzungen in Spezialkliniken behandelt werden. Drei weitere Männer und zwei Frauen wurden mittelschwer verletzt. Laut Auskunft der Polizei haben sie Rauchgasvergiftungen, Prellungen und Knochenbrüche erlitten.

Am Sonntag fand in Schneizlreuth ein Gedenkgottesdienst statt. Dabei hat Staatsminister Marcel Huber laut dem Radiosender Bayernwelle die Anteilnahme des Freistaates Bayern zum Ausdruck gebracht. Landrat Georg Grabner sprach von einer der schlimmsten Brandkatastrophen in der Geschichte des Berchtesgadener Landes.

Video: Flammeninferno in Schneizlreuth:

Nach Angaben der dpa war der Brand in der Nacht zum Samstag die schlimmste Feuer-Tragödie in der jüngeren Geschichte des Freistaates. Eine noch höhere Opferzahl war zuletzt im Dezember 1986 zu beklagen. Damals starben durch eine Explosion in einem Sporthotel in Garmisch-Partenkirchen elf Menschen.

Löscharbeiten in der Nacht:

Großbrand in Schneizlreuth

Großfeuer in Schneizlreuth

Ermittlungen am Tag nach der Brand-Katastrophe:

Feuer-Drama in Schneizlreuth: Der Tag danach 

Flammen-Inferno: Das ganze Ausmaß am Tag

mg

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