Nach tödlichem Flugzeugabsturz bei Schneizlreuth

Einsatzkräfte am Limit: Bericht und Bilder des BRK Berchtesgaden

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Ein Großaufgebot an Einsatzkräften von Bergwacht, Polizei und Feuerwehr war seit Donnerstagnachmittag gefordert, um ein abgestürztes Kleinflugzeug im weitläufigen, alpinen und abgeschiedenen Gebiet zwischen Sonntagshorn und Ristfeuchthorn  zu suchen.
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Schneizlreuth - Der Absturz eines Kleinflugzeuges im Bereich des Bogenhorns bei Melleck hat am Donnerstagnachmittag einen Großeinsatz ausgelöst. Am Freitagvormittag konnte das Wrack in unwegsamen Gelände entdeckt werden. Der Pilot kam bei dem Unglück ums Leben. Inzwischen hat die Suche nach den Ursachen begonnen.

Flugzeugabsturz Schneizlreuth: Das Wichtigste in Kürze:

  • Donnerstag, gegen 13.45 Uhr: Kleinflugzeug verschwindet von Radar
  • Zeuge will "lauten Knall" gehört haben
  • Nebel erschwerte großangelegte Suchaktion - Abbruch in der Nacht
  • Freitag, 10 Uhr: Hubschrauber entdeckt Wrackteile am Bogenhorn
  • Retter entdecken Leichnam an Wrack - offenbar nur Pilot in Maschine

UPDATE, Samstag, 20 Uhr: Bilder und Pressemitteilung des BRK Berchtesgaden

Aufwendiger Such- und Bergeeinsatz des BRK Berchtesgaden nach Flugzeugabsturz

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften von Bergwacht, Polizei und Feuerwehr war seit Donnerstagnachmittag gefordert, um ein abgestürztes Kleinflugzeug im weitläufigen, alpinen und abgeschiedenen Gebiet zwischen Sonntagshorn und Ristfeuchthorn (Chiemgauer Alpen) zu suchen, wobei der aufwendige Einsatz in der Nacht wegen dichtem Nebel und der Dunkelheit unterbrochen werden musste. Die Suche wurde am Freitagmorgen fortgesetzt. 

Als sich die tiefen Wolken nach 8 Uhr etwas lichteten, sichtete zunächst die sehr ortskundige Fußmannschaft der Bergwacht Inzell von der Altrett-Diensthütte (1.230 Meter) aus mit dem Fernglas blaue Trümmerteile rund 100 Höhenmeter unterhalb der gegenüberliegenden Nordostseite des Bogenhorn-Gipfels (1.476 Meter). 

Sie lotste dann per Funk die Bergwacht-Drohne von der Steinbachalm aus und gegen 10 Uhr den Polizeihubschrauber zur Einsatzstelle, wobei die Piloten das abgestürzte Flugzeug aus der Luft bestätigen konnten. Laut Polizei deutet vieles darauf hin, dass es sich bei dem tödlich verunglückten Piloten und einen 51-Jährigen aus dem Landkreis Traunstein handelt – der Mann war den Ermittlungen vor Ort zufolge offensichtlich allein unterwegs – weitere Menschen kamen beim Absturz deshalb nach vorläufigen Erkenntnissen nicht zu Schaden.

Die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 5“ schaffte es dann trotz der immer wieder umherziehenden Nebelschwaden zahlreiche Einsatzkräfte der Bergwacht, der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) der Polizei sowie der Kriminalpolizei Traunstein nahe der Unglücksstelle per Winde abzusetzen; bereits am Morgen war ein Team von Bergwacht und Polizei zu Fuß zur bereits zuvor vermuteten Absturzstelle aufgestiegen und konnte sich vom Grat aus in den steilen mit Wandstufen durchsetzen Hang abseilen. 

Die Bergwacht musste den dichten Bewuchs am Gipfel und zur Absturzstelle stellenweise mit einer Motorsäge freischneiden, wobei der örtlich zuständige Forstwirtschaftsmeister der Bayerischen Staatsforsten die Gruppe mit der Motorsäge begleitete und tatkräftig unterstützte. Ein auf Flugunfälle spezialisierter Gutachter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) unterstützte bei der Unfallaufnahme im alpinen und absturzgefährlichen Gelände.

Bergwacht und Polizei bargen den Leichnam des Piloten: „Edelweiß 5“ nahm den Verstorbenen dann per Winde auf und flog ihn ins Tal. Er wird im Laufe der kommenden Woche im Institut für Rechtsmedizin in München obduziert. Die zunächst anvisierte Bergung des Flugzeugwracks als Tau-Außenlast mit einem Transporthubschrauber der Bundespolizei konnte wegen einer wieder sinkenden Nebelschicht am Gipfel am Freitag nicht mehr stattfinden. Sie ist nun für Montag angedacht, was jedoch kurzfristig, je nach Wetterlage, entschieden werden muss. „Edelweiß 5“ schaffte es im Shuttle-Verkehr noch rechtzeitig, alle Einsatzkräfte am Unglücksort wieder mit der Winde aufzunehmen und die verbliebene Ausrüstung an der Bogenhorn-Diensthütte abzuholen und ins Tal auszufliegen.

„Die zahlreichen Einsatzkräfte der Bergwacht und der Polizei arbeiteten zum Teil unter äußerst schwierigen Bedingungen bis zur absoluten Erschöpfung. Nur so konnte dieser fordernde Einsatz überhaupt bewältigt werden“, lobt die Polizei in ihrer Pressemitteilung. Der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht betreute während des Einsatzes Angehörige des verunglückten Piloten. Sollten sich weitere Erkenntnisse ergeben, unter anderem zur Absturzursache, berichtet die Polizei nochmals nach. Die aufwendigen Untersuchungen werden jedoch voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen.

Auch wenn eine zweifelsfreie Identifizierung erst in den kommenden Tagen im Rahmen von rechtsmedizinischen Untersuchungen möglich sein wird, deutet laut Polizei derzeit vieles darauf hin, dass es sich bei dem Toten um einen 51-Jährigen aus dem Landkreis Traunstein handelt. 

Die von ihm gesteuerte einmotorige blaue Cessna 182 mit deutscher Zulassung war von Sankt Johann in Tirol nach Salzburg unterwegs und gegen 13.45 Uhr vom Radar der Flugsicherung verschwunden. Parallel dazu hatte ein ortskundiger Jäger unterhalb der Nebelgrenze im Bereich des Stephansjochs nordwestlich der Sellarnalm zunächst die Geräusche eines Kleinflugzeugs, anschließend einen Einschlag und kurz später eine Explosion gehört und über Notruf gemeldet. Er konnte den mutmaßlichen Absturzort aufgrund der tiefen Wolken aber nicht näher eingrenzen. 

Die Ortung des Flugzeugs über den Transponder und die Ortung des Handys scheiterten trotz aller Bemühungen der Hubschrauber-Besatzungen - die Sicht-Suche war zunächst wegen des dichten Nebels ebenfalls nicht möglich.

Von der Bergwacht waren die örtlich zuständigen Bereitschaften Bad Reichenhall, Inzell, Freilassing und Teisendorf-Anger, der Ruhpoldinger Bergwacht-Notarzt, der KID, das Team des Technikbusses der Bergwacht Traunstein mit Wärmebild-Drohne und Kerosin-Anhänger und die Bergwacht Schleching mit dem Anhänger und aufblasbaren Zelt für die Koordinierungsgruppe bei größeren Schadenslagen teilweise bis zu einem Tag lang im Schichtdienst im Einsatz

Neben den am Donnerstag und Freitag jeweils zwei bayerischen Polizeihubschraubern war an beiden Tagen auch ein SAR-Hubschrauber der Bundeswehr, am Donnerstag eine Suchmaschine der Salzburger Flugpolizei und der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ im Einsatz. 

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Reichenhall und die Ortsfeuerwehr Schneizlreuth betreuten mit den Flughelfern und einem Löschfahrzeug den Tallandeplatz beim Motzenwirt in Melleck und stellten den Abrollbehälter Einsatzleitung des Landkreises bereit. Von allen Organisationen waren am Donnerstag bis zu 70 und am Freitag bis zu 100 Einsatzkräfte beteiligt.

Pressemitteilung BRK Berchtesgaden

UPDATE, Samstag, 7.40 Uhr - Ursachenforschung läuft

Obwohl am Freitag einige kleinere Teile bereits abtransportiert werden konnten, soll der wesentliche Teil der Bergung des Sportflugzeuges wohl Anfang kommender Woche stattfinden.

Von der genauen Untersuchung des Wracks sowie der Obduktion des toten Piloten erhofft sich die Polizei möglicherweise neue Erkenntnisse zur Unfallursache, wie der Bayerische Rundfunk nun berichtet. Der Grund für den Absturz ist bis dato nämlich völlig unklar. Weder einen technischen Defekt an der Maschine noch gesundheitliche Probleme beim Piloten wollten die Ermittler ausschließen, hieß es weiter. Zudem sei es auch möglich, dass der Pilot im dichten Nebel, der zum Unfallzeitpunkt herrschte, schlichtweg die Orientierung verloren hat.

UPDATE, 17.20 Uhr - Bergung wohl am Montag

Am Freitagvormittag, gegen 10 Uhr, konnte das verunglückte Flugzeug unterhalb des Gipfels des Bogenhorns in Melleck, Schneizlreuth, Landkreis Berchtesgadener Land, festgestellt und somit die Absturzstelle lokalisiert werden.

Zahlreiche Einsatzkräfte der Bergwacht, der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei sowie der Kriminalpolizei Traunstein wurden im Laufe des Vormittags zur Unglücksstelle geflogen oder begaben sich zu Fuß in das unwegsame, hochalpine Gelände. Unterstützt wurden die Kräfte auch von einem auf Flugunfälle spezialisierten Gutachter, schreibt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in einer Presseergänzung.

Der Leichnam des Piloten wurde im Laufe des Nachmittags durch einen Polizeihubschrauber geborgen. Dieser soll in der kommenden Woche im Institut für Rechtsmedizin in München obduziert werden. Die zunächst anvisierte Bergung des Flugzeugwracks konnte auf Grund des erneut schlechten Wetters im Einsatzgebiet nicht mehr vollzogen werden.Die Bergung soll nach aktuellem Stand am Montag durchgeführt werden. Jedoch müsse man kurzfristig je nach Wetterlage Entscheidungen treffen. 

Die Polizei betont, dass die zahlreichen Einsatzkräfte der Bergwacht und der Polizei zum Teil unter äußerst schwierigen Bedingungen bis zur absoluten Erschöpfung arbeiteten. Nur so konnte dieser fordernde Einsatz überhaupt bewältigt werden. Angehörige des verunglückten Piloten wurden während des Einsatzes vom Kriseninterventionsteam der Bergwacht betreut.

Die Ermittlungen zur Absturzursache laufen derzeit auf Hochtouren. Die Untersuchungen werden jedoch voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen.

UPDATE, 16.25 Uhr - Flugzeugbergung abgebrochen

Die Leiche, die bei dem Flugzeug entdeckt wurde ist inzwischen geborgen worden, berichtet Carolin Hohensinn, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Die Bergung des Flugzeuges war zunächst auch für heute angedacht, doch weil sich die Wolkendecke rasant zugezogen hat, wurde der Einsatz abgebrochen. Vor Montag werde man wohl nicht erneut versuchen, das Wrack zu bergen. 

Dann sollen die Einzelteile der Maschine mit einem Hubschrauber vom Berg abtransportiert werden, so Hohensinn. Vermutlich werde man sie in eine Halle der Bundeswehr in Bad Reichenhall bringen. 

UPDATE, 15.30 Uhr - Bilder von der Absturzstelle

Ein Toter bei Flugzeugabsturz bei Schneizlreuth

UPDATE, 14.10 Uhr - Bergung der Leiche im Laufe des Nachmittags

Inzwischen ist ein Gutachter am Ort des Absturzes angekommen, bestätigt Carolin Hohensinn, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Er wurde mit einem Helikopter zum Flugzeugwrack geflogen. 

Im Laufe des Nachmittags werde man versuchen, die Leiche, die beim Flugzeug gefunden wurde zu bergen. Auch die Bergung der Maschine wolle man noch am Freitag beginnen. Diese könne aber vermutlich länger dauern. 

Derzeit könne man den Leichnam nicht endgültig identifizieren. Erst müsse er obduziert werden. Es weisen jedoch viele Dinge darauf hin, dass es sich bei dem Toten um den 51-jährigen Besitzer der Maschine handelt. Er flog das Flugzeug meist allein und wurde beim Tanken am Flugplatz Sankt Johann noch gesehen. Auch sei der Mann aus dem Landkreis Traunstein seit gestern nicht erreichbar. 

UPDATE, 12.10 Uhr - Retter entdecken Leiche am Wrack

Die Bergungsmannschaften haben am Unglücksort eine tote Person gefunden. Im Umfeld des Flugzeugwracks wurden bei einer Absuche keine weiteren Personen gefunden, weshalb davon auszugehen ist, dass sich nur der Tote (als Pilot) in der Maschine befand. 

Auch wenn eine zweifelsfreie Identifizierung erst in den kommenden Tagen im Rahmen von rechtsmedizinischen Untersuchungen möglich sein wird, deutet derzeit vieles darauf hin, dass es sich bei dem Toten um einen 51-Jährigen aus dem Landkreis Traunstein handelt, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd nun mitteilte.

UPDATE, 11.40 Uhr - Erstes Foto von Einsatzstelle

Die ersten Rettungskräfte sind inzwischen an der Einsatzstelle eingetroffen. Inzwischen gibt es auch ein erstes Bild vom Flugzeugwrack. Dieses zeigt, dass die Maschine bei dem Absturz völlig zerstört wurde. Nähere Informationen zu den Insassen liegen weiterhin nicht vor.

UPDATE, 11.10 Uhr - Einsatzkräfte auf Weg zu Unfallstelle

Polizeisprecherin Carolin Hohensinn sprach vor Ort über den Einsatz.

Wie inzwischen bestätigt wurde, befindet sich die Einsatzstelle in der Nähe des Gipfels des Bogenhorns. Die Retter sind derzeit auf dem Weg zur Unfallstelle. "Wir versuchen jetzt so schnell wie möglich, Kräfte auf das Bogenhorn zur Absturzstelle zu bekommen", sagte Polizeisprecherin Carolin Hohensinn vor Ort gegenüber der Reporterin von BGLand24.de.

Die Umstände für den Einsatz sind allerdings weiterhin alles andere als leicht. "Das Wetter ist weiterhin alles andere als einfach für die Einsatzkräfte", so Hohensinn. Zudem läge die Einsatzstelle "in sehr, sehr alpinem Gelände". Ein weiterer Hubschrauber wurde bereits angefordert, um die Arbeiten zu beschleunigen. Hohensinn: "Da kann man nicht mal einfach so einen Spaziergang hin machen."

Zur Anzahl der Insassen des Kleinflugzeuges hält sich die Polizei indes weiter bedeckt. "Wir können derzeit noch nicht genau sagen, wie viele Personen im Flugzeug saßen. Auf jeden Fall natürlich der Pilot. Doch es ist durchaus möglich, dass auf dem Flugplatz, auf dem das Flugzeug nachgetankt hat, noch jemand in die Maschine eingestiegen ist. Das können wir im Moment aber noch nicht bestätigen. Wir müssen abwarten, was die Einsatzkräfte oben am Berg dann feststellen", so Hohensinn.

Update, 10.25 Uhr: Polizei bestätigt Sichtung von Wrackteilen

Die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß“ konnte am Freitagvormittag gegen 10 Uhr Wrackteile des verschollenen, einmotorigen Flugzeugs ziemlich nah am Gipfel des Bogenhorns sichten. Das bestätigte soeben Polizeipressesprecherin Carolin Hohensinn unserer Reporterin vor Ort. Das verschollene Flugzeug ist somit wohl auf rund 1400 Metern am Bogenhorn zerschellt.

Die Einsatzkräfte befinden sich momentan auf dem Weg zur Absturzstelle.

Laut Hohensinn sei der Pilot definitiv an Bord gewesen. Er habe jedoch in St. Johann in Tirol zwischengelandet um zu tanken. Ob er dort weitere Insassen mit an Bord genommen hat, sei derzeit noch unklar.

Update, 9.45 Uhr: Nebel erschwert Suche noch immer

Seit 7 Uhr sind sowohl Fußtrupps von Bergwachten und Alpiner Einsatzkräfte als auch mehrere Hubschrauber im Einsatz, so Polizeisprecher Stefan Sonntag. Sowohl Polizeihubschrauber als auch SAR sind im Einsatz. Auch Besatzungen aus Österreich haben laut Sonntag angeboten, bei der Suche zu helfen. 

Noch immer kämpfen die Einsatzkräfte vor Ort mit der schlechten Sicht. Seit gestern hat sich laut Sonntag die Nebellage nicht verbessert. Vor Ort hoffe man jedoch auf Besserung im Laufe der kommenden Stunden.

Ein Hubschrauber auf Suchflug am Bogenhorn. Die Besatzung hofft auf Nebellöcher.

Auch Wärmebildkameras sind wieder im Einsatz. Diese hätten jedoch nur eine begrenzte Reichweite und aufgrund des Nebels können derzeit einige Suchgebiete mit Hubschraubern nicht abgedeckt werden. Außerdem sei es möglich, dass das Flugzeug "lediglich zerbrochen" sei, dadurch fehle eine Hitzequelle für die Wärmebildkameras. Eine Handy-Ortung verlief am Donnerstag ebenfalls ergebnislos. 

Erstmeldung: Flugzeugabsturz in Schneizlreuth

Die Suche nach dem mutmaßlich abgestürzten Kleinflugzeug bei Melleck/Schneizlreuth läuft seit etwa 7 Uhr erneut auf Hochtouren. Seit Donnerstagnachmittag suchen zahlreiche Einsatzkräfte nach der vom Radar verschwundenen Maschine. Die Einsatzleitung vor Ort hat am Donnerstagabend gegen 21 Uhr entschieden, die Suche abzubrechen, so Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, auf Nachfrage von BGLand24.de am Freitagmorgen. Es sei für die Einsatzkräfte aufgrund von Dunkelheit, Witterung und Absturzgefahr einfach zu gefährlich gewesen, die Suche weiterzuführen.

Bogenhorn als mögliche Absturzstelle eingegrenzt

Die Absturzstelle wird derzeit im Bereich des Bogenhorns, einem etwa 1.400 Meter hohen Nebengipfel des Sonntagshorns vermutet. Diese Eingrenzung des Suchgebietes sei dank Datenauswertung des Salzburger Flughafens möglich gewesen.

Das Wrack der Maschine wird im Bereich des Bogenhorns bei Schneizlreuth vermutet.

Das Flugzeug oder Wrackteile wurden laut Sonntag bislang nicht gefunden. Am Donnerstag suchten bis zur Verschlechterung der Witterung und Verdichtung des Nebels Hubschrauber und Drohnen nach der mutmaßlich abgestürzten Maschine. Auch Wärmebildkameras brachten keine Erkenntnis. Sowohl Tal als auch Gipfel seien zwar nebelfrei gewesen, auf mehreren hundert Meter dazwischen war der Nebel laut Sonntag jedoch so dicht, dass "man seine eigene Hand vor Augen nicht gesehen" hätte.

Polizei steht in Kontakt mit Angehörigen

Am Freitag sind wieder Bodentrupps von Bergwacht und der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei und auch Hubschrauberflüge geplant. Die Polizei geht davon aus, dass das Flugzeug tatsächlich abgestürzt ist. „Es gab in dem Bereich weder Notlandung noch Landung auf einem Flughafen“, so Sonntag. 

Informationen zu den Personen im Kleinflugzeug liegen der Polizei laut Sonntag vor, diese werden jedoch vorerst nicht veröffentlicht. Die Polizei stehe bereits seit Donnerstagnachmittag in Kontakt mit den Angehörigen.

Suche nach abgestürztem Flugzeug bei Schneizlreuth

Absturz am Donnerstagnachmittag gemeldet

Der mögliche Absturz des einmotorigen Flugzeuges im Bereich Melleck/Schneizlreuth war der Polizei am Donnerstagnachmittag, 22. August, gemeldet worden. Ein Zeuge hatte einen "lauten Knall" gehört. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd wenig später in einer Vorausmeldung bekannt gab, war die Maschine, die auf dem Weg von Tirol nach Salzburg war, gegen 13.45 Uhr vom Radar der Deutschen Flugsicherung verschwunden. Wie viele Personen möglicherweise an Bord waren, blieb zunächst unklar.

Daraufhin lief ein Großeinsatz der Rettungskräfte an, die bis in die späten Abendstunden mit einem Großaufgebot das sehr unwegsame Gelände unter einer laut Polizei "hohen Eigengefährdung" absuchten. In der Spitze waren auch bis zu fünf Hubschrauber daran beteiligt. Die Suche aus der Luft musste am frühen Abend wegen des aufziehenden Nebels jedoch unterbrochen werden.

mh/mw/Polizei Oberbayern Süd

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