4. EuRegio-Sicherheitssymposium für Führungskräfte der Einsatzorganisationen

Interdisziplinäre und grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist unerlässlich

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EuRegio-Geschäftsführer Steffen Rubach (l.), EuRegio-Präsident Hans Hutzinger (3.v.l.) und Bernhard Rausch (6.v.l.) mit den Referenten beim 4. EuRegio-Sicherheitssymposium in Salzburg (v.l.): Roland Ampenberger, Sigmar Stadlmeier, Georg Heppner, Christian Preischl, Richard Gröger, Michael Bracht, Hans Rachl, Herbert Lehner und Harald Moser. (Quelle: EuRegio). Nicht im Bild: Markus Kronreif.

Salzburg - An die 200 Führungskräfte der Einsatzorganisationen aus den beiden Landkreisen Berchtesga-dener Land und Traunstein sowie dem Land Salzburg verfolgten mit großem Interesse das 4. EuRegio-Sicherheitssymposium, das kürzlich beim Landesverband des Roten Kreuzes Salzburg stattfand und mit drei Vortragsblöcken eine reichhaltige Fachveranstaltung war.

EuRegio-Präsident und Bergheims Bürgermeister Hans Hutzinger sowie Wolfgang Mayer, Abgeordneter zum Salzburger Landtag und in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer gekommen, begrüßten die zahlreichen Gäste von „drent und herent“.

Sie dankten den Einsatzorganisationen für ihre ungebrochene Einsatzbereitschaft, die sich gerade im vergangenen Jahr angesichts der Flüchtlingsproblematik den größten sicherheitstechnischen Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte gegenüber sahen.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit kann sich dabei auf sehr gute Strukturen und hervorragende persönliche Kontakte stützen. Diese qualitativ hochwertige Kooperationsbasis soll durch das EuRegio-Sicherheitssymposium, das bereits zum vierten Mal durchgeführt wird, weiter ausgebaut und mit Leben gefüllt werden.

Große Themengebiete "Katastrophenschutz" und "Großschadensereignisse"

Das EuRegio-Sicherheitssymposium, das alle zwei Jahre stattfindet, stand unter dem Motto „Katastrophenschutz und Großschadensereignis“.

Dabei widmeten sich die Referenten in ihren Vorträgen den Bereichen „Sicherheit Luft“, „Großeinsätze“ und „Polizeiliche Großlagen“.  „Wir wollen es nicht herausfordern, aber wir wollen, dass unsere Führungskräfte auch auf möglichst viele Eventualitäten vorbereitet sind, die organisatorischen Herausforderungen kennen gelernt haben und besondere Gefahrenmomente besser abschätzen können.

Dies kann dann etwa auch wieder in die eigenen Übungen mit einfließen und dort trainiert werden.“, umschrieb Bernhard Rausch von der Landespolizeidirektion Salzburg und Sprecher der EuRegio-Facharbeitsgruppe Sicherheit, die Zielsetzungen des vierten EuRegio-Sicherheitssymposiums in seiner Einführung.

Im ersten Vortragsblock „Sicherheit Luft“ erläuterten zunächst Hans Rachl und Herbert Lehner vom Sachverständigenbüro für Luftfahrt in Chieming (Landkreis Traunstein) die Gefahren für Sicherheitskräfte bei Flugunfällen mit Leichtluftfahrzeugen.

Da die Experten der Flugunfalluntersuchung oft erst nach den Rettungsdiensten alarmiert werden und somit nach diesen am Unfallort eintreffen, ist für die Einsatzkräfte die Kenntnis der hochexplosiven Zündsysteme der Rettungsschirme von größter Bedeutung.

Sigmar Stadlmeier von der Johannes Kepler University Linz erläuterte anschließend luftfahrtrechtliche Fragen des Einsatzes von Drohnen. Während für Drohnen bis 150 kg nationales Recht gilt und bereits ausgearbeitet ist, sind für schwerere Geräte noch die EU-rechtlichen Regelungen ausständig.

Georg Heppner vom Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe beschloss den ersten Vortragsblock. Er führte den Gästen einige Videos zu aktuellen Entwicklungen und Forschungsprojekten im Bereich von Drohnen vor. Gerade die Sensorik im Bereich der Handy-Technologie hat den Erfolg der Drohnen erst ermöglicht.

Den zweiten Vortragsblock „Großeinsätze“ eröffnete Markus Kronreif vom Landesfeuerwehrverband Salzburg. Er ließ die Führungskräfte an den organisatorischen und logistischen Erfahrungen bei den Katastrophenhilfseinsätzen in Slowenien und Serbien teil haben.

Während in Slowenien Wetterunbilden mit einer mehrere Zentimeter dicken Eisschicht zu bewältigen waren, stellte in Serbien das Hochwasser die Einsatzkräfte vor bisher unbekannte Herausforderungen.

Besondere Bedeutung erhielt das Zugunglück von Bad Aibling

Aufgrund der tagesaktuellen Geschehnisse rund um das Gerichtsverfahren bekam das Zugunglück Bad Aibling eine besondere Bedeutung. Michael Bracht, Leitender Notarzt von der Sanitätseinsatzleitung Rosenheim, und Harald Moser, Organisatorischer Einsatzleiter, berichteten aus Sicht der Sanitätseinsatzleitung von den dramatischen Ereignissen am 9. Februar diesen Jahres.

Besonders wertvoll für die Gäste waren die klaren Aussagen der beiden Referenten zu positiven, z.B. die Einsatztauglichkeit der zugrundeliegenden Konzepte oder die Kooperation mit der Bergwacht und deren Fachwissen, und negativen Erkenntnissen, wie etwa Probleme mit dem Funk oder in der Kommunikation mit den Kliniken, aus dem Rettungseinsatz.

Die Medienarbeit bei der Höhlenrettung in der Riesending-Höhle am Untersberg im vergangenen Jahr arbeitete Roland Ampenberger von der Bergwacht Bayern auf. Hier hatte es sich insbesondere bewährt, dass Einsatzleitung und Pressearbeit beieinander lagen und vom tatsächlichen Einsatzort getrennt waren.

Nach dem Mittagessen, das vom Roten Kreuz Salzburg perfekt organisiert und hergerichtet war, widmete sich der nachmittägliche Teil des Symposiums zwei polizeilichen Großlagen.

Polizeiliche Großanlagen - G7-Gipfel 2015

Zunächst nahm Richard Gröger vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd die Einsatzkräfte mit in die Planung und den Einsatz anlässlich des G7-Gipfels 2015 in Schloss Ellmau.

Der Einsatz entwickelte sich zum größten Einsatz der bayerischen Polizei. Ausschlaggebend dafür waren insbesondere die Herausforderungen angesichts der alpinen Lage des Tagungsortes in einem Hochtal mit sieben km Mautstraße als Zufahrt, bei der Bewältigung und Sicherung des Verkehrs zwischen dem Flughafen München und Schloss Ellmau sowie bezüglich der Information der Bevölkerung.

Die Planung startete bereits im Februar 2014 und band alleine 130 Personen. „Angesichts eines Begleitungsstabes von 1.200 Personen, den Präsident Obama dabei hatte, aber ein vergleichsweise geringer Ansatz.“, schmunzelte Gröger.

Abschließend fesselte Christian Preischl vom österreichischen Bundesministerium für Inneres die Zuhörerschaft mit seiner Evaluierung des Polizeieinsatzes über den „Wilderer“ im niederösterreichischen Annaberg. Die Herausforderung lag darin, in der „Echtzeit des Einsatzes“ zu denken, so Preischl. Bei dem Einsatz kamen vier Polizeikräfte ums Leben und der Täter beging am Ende Selbstmord.

Moderator Michael Rausch von der Landespolizeidirektion Salzburg schloss das vierte EuRegio-Sicherheitssymposium mit der Erkenntnis, dass die interdisziplinäre und grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen auch in Zeiten der digitalen Kommunikation unersetzlich ist und bleibt.

Gute Übungen, auch gemeinsam, und eine funktionierende Kommunikation sind dafür die wichtigsten Grundlagen. Der abschließende Dank galt dem Team des Roten Kreuzes Salzburg rund um Landesrettungskommandant Anton Holzer, das die ganztägige Veranstaltung bestens organisiert hatte und vorzüglich für das leibliche Wohl der Zuhörerschaft sorgte.

Presseinformation EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein

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