Rupp fordert Lackner heraus

Bad Reichenhall - Die Bad Reichenhaller SPD will mit der Oberbürgermeister-Wahl im kommenden Jahr eine neue Ära einläuten.

Das machte sie am Freitagabend bei der Aufstellungsversammlung ihrer Oberbürgermeister-Kandidatin deutlich. Nicht nur, dass es bisher in Bad Reichenhall ein einziges Mal einen SPD-OB gegeben hat, nein, es soll noch dazu eine Frau sein.

Eine Frau, die auf dem politischen Parkett zuhause ist. Sie ist seit 2003 im Bayerischen Landtag, Mitglied im Ausschuss für Hochschule, Wissenschaft, Forschung und Kunst, Mitglied im Ausschuss für Verfassungs- Recht- und Parlamentsfragen, Frauenpolitische Sprecherin, stv. Vorsitzende des Ausschusses des Haushaltes für Staatshaushalt und Finanzfragen, Mitglied der Antragskommission für die BayernSPD zum Bundesparteitag und Mitglied im Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten. Diese Liste ließe sich auch auf Parteiebene weiter fortführen, ganz abgesehen von ihrem privaten Engagement.

"Ja" zu Adelheid Rupp

Die Rede ist von Adelheid Rupp. Als Betreuungsabgeordnete für das Berchtesgadener Land sind ihr die Gegebenheiten vor Ort nicht unbekannt. So reifte die Idee in den SPD-Verantwortlichen vor Ort. "Der Kreisvorsitzende Roman Niederberger hat mich gefragt", erinnert sich die 53-Jährige im BGLand24-Interview. "Ich glaube, er hat mit einem sofortigem Nein gerechnet." Doch Rupp hat es sich eine Woche lang überlegt, sich mit ihrer Familie ausgetauscht und letztlich gesagt: "Ja, ich mache es."

Am Freitagabend haben nun auch die SPD-Mitglieder in Bad Reichenhall einstimmig 'ja' zu Adelheid Rupp gesagt und der Wahlkampf kann losgehen. "Ich denke, das wichtigste ist der unmittelbare Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern", verrät sie das weitere Vorgehen. Neben den üblichen Informationsständen und -veranstaltungen soll es also auch Adelheid Rupp 'zum Anfassen' geben.

'Leere Kassen machen Reiz aus'

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Anpacken will die Landtagsabgeordnete nach eigenen Aussagen so einige Themen. "Dass es finanziell in der Stadt nicht gut aussieht, macht den Reiz mit aus", gibt sie zu. "Die Stadt ist gemessen an anderen Gemeinde im Landkreis relativ stark verschuldet. Man braucht Geld in der Stadtkasse, um tatsächlich investieren zu können. Man braucht auch, um eine Atmosphäre wie sie hier ist, und die finde ich sehr positiv, erhalten zu können, Änderungen für die Zukunft. Das heißt man muss Arbeitsmarktpolitik machen, Ideen für den Tourismus entwickeln und ich denke, das sind auch so meine Stärken."

Sollte sie gewählt werden, freut sich Rupp vor allem darauf, dass sie vor Ort die Ergebnisse ihrer Politik endlich greifbar erleben kann - positiv wie negativ. Das sei in der Landespolitik nicht so. Auch die Bürgermeinung - positiv wie negativ - sei ihr sehr wichtig.

Drei Kandidaten für Bad Reichenhall

Bereits am 12. November will die OB-Kandidatin mit der Bad Reichenhaller SPD einen Wahlkampf-Workshop veranstalten, aus dem das Wahlprogramm hervorgehen soll. An dem arbeiten derzeit auch die FWG mit ihrem Kandidaten Martin Knabenreich und die CSU, die den amtierenden Oberbürgermeister Herbert Lackner ins Rennen schicken wird. Die Grünen haben sich noch nicht öffentlich geäußert, ob sie einen eigenen Kandidaten stellen wollen. Die SPD will mit ihnen Gespräche aufnehmen, um Rupp zur gemeinsamen Kandidatin zu machen.

Während die FDP auf einen eigenen Kandidaten verzichtet, will die Piratenpartei erstmals in der Region bei einer Bürgermeister-Wahl mitmischen. Der Kandidat soll im November nominiert werden. Dann muss der eingereichte Wahlvorschlag von zehn Personen unterschrieben sein, die am 41. Tag vor dem Wahltag wahlberechtigt sind (Bewerberunterschrift zählt nicht dazu). Der Wahlvorschlag der Piratenpartei benötigt darüber hinaus zusätzliche Unterstützungsunterschriften. Dazu liegen vor der Wahl (Zeitraum: Tag nach der Einreichung des Wahlvorschlages bis zum 41. Tag vor der Wahl) Unterstützungslisten bei der Stadt auf. Wer wahlberechtigt ist und den Wahlvorschlag der Piratenpartei unterstützen möchte, trägt sich bei der Stadt in die Liste ein. Der Wahlvorschlag der Piratenpartei braucht mindestens 180 wirksame Unterstützungsunterschriften (Bewerberunterschrift zählt nicht).

Die Oberbürgermeister-Wahl in Bad Reichenhall findet am 11. März 2012 statt.

cz

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