Die richtige Berufswahl: gar nicht so leicht

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Im Werkraum der Schule konnten sich Jungen und Mädchen als Steinmetz ausprobieren.

Piding - Die Hauptschule Piding beteiligt sich an dem Projekt "Vertiefte Berufsorientierung". Das Diakonische Werk Traunstein organisiert Projekttage und -wochen an der Schule.

Jedes Jahr verlassen etliche Jugendliche die Schule ohne eine berufliche Anschlussperspektive, der Übergang vom Schulalltag in die Berufswelt fällt ihnen schwer. Sie haben keine Vorstellung davon, welcher Beruf ihnen liegt und wo sie ihre Fähigkeiten am besten anbringen könnten. Hier setzt ein besonderes Angebot der Arbeitsagentur an: die „Vertiefte Berufsorientierung (VBO)“ soll jungen Menschen die Berufswahl erleichtern.

Seit Schulanfang wird das Projekt an der Pidinger Hauptschule vom Diakonischen Werk Traunstein umgesetzt. Welcher Ausbildungsberuf passt zu mir? Das ist die zentrale Frage der „Vertieften Berufsorientierung“, die sich an alle Schülerinnen und Schüler der achten Klasse richtet. „Wir unterstützen die jungen Erwachsenen darin, aus der Vielzahl der möglichen Berufe ‚richtig’ auszuwählen“, sagt Melanie Janisch von der Diakonie. Seit Anfang des Schuljahres führt sie an der Hauptschule Piding regelmäßig Einzel- und Gruppengespräche durch und bietet Workshops zum Thema „Was will ich? Was kann ich?“ an. „So finden die Jugendlichen heraus, wo ihre eigenen Stärken, Schwächen, Fähigkeiten und Neigungen liegen“.

Die gemeinnützige Firma „Garten Kreativ“ machte mit den Schülern den Pausenhof winterfest.

Vor den Weihnachtsferien fand zusätzlich eine Projektwoche statt. Täglich wurden zwei bis drei Betriebe in die Schule eingeladen, um ihren jeweiligen Beruf vorzustellen. „Zuerst konnten Fragen gestellt werden und die Jungen und Mädchen erhielten Antworten aus erster Hand“, erklärt Janisch. Im Anschluss an den etwa zweistündigen Theorieteil ging es in die Praxis. Einige Unternehmer nahmen Schüler gleich in ihren eigenen Betrieb mit, andere arbeiteten gemeinsam mit ihnen an Projekten in der Schule. So wurde zum Beispiel der Kiosk neu gestrichen, die Gartenanlage im Pausenbereich winterfest gemacht und eine Parkbank gebaut.

„Ich freue mich, dass sich so viele Betriebe für das Projekt begeistern ließen und dass die Chance genutzt wurde, neue Auszubildende zu motivieren“, lobt Melanie Janisch. Neben dem Elektriker, dem KFZ-Mechatroniker, dem Steinmetz, dem Schreiner, dem Installateur, dem Friseur, dem Schlosser und dem Maler waren auch Vertreter aus der ambulanten Altenpflege sowie der Kinder- und Sozialpflege zu Gast in der Hauptschule. Durch die VBO sollen die Schüler in die Lage versetzt werden, ihre Berufswahl auf zwei Bereiche einzuschränken, die dann im kommenden Jahr während der zweiwöchigen Schülerbetriebspraktika gestestet werden können. Und wenn es dann am Ende des Schuljahres in die Bewerbungsphase geht, kann der zuständige Berufsberater der Arbeitsagentur auf die Ergebnisse der VBO zurückgreifen und sie für seine Vermittlungsarbeit nutzen.

„Es bleibt zu hoffen, dass die VBO auch weiterhin vom Staat und der Arbeitsagentur gefördert wird. Die Jugendlichen nehmen das Angebot sehr gut an“, weiß Diakonie-Mitarbeiterin Janisch, die auch das Engagement von Schulleiter Paul Fegg und Klassenlehrer Werner Trost lobt.

Pressemitteilung Diakonisches Werk Traunstein e.V.

Lesen Sie auch:

Projekttage: Schaufeln statt schreiben

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser