"Wie Busfahren in der Luft"

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Bad Reichenhall - 16 Luftretter aus der Region führten zusammen mit der Bundespolizei-Fliegerstaffel eine Übung im Lattengebirge durch.

16 Luftretter der Bergwachten Bad Reichenhall, Teisendorf-Anger und Freilassing führten unter der Leitung von Ausbilder Hans Lohwieser zusammen mit der Bundespolizei-Fliegerstaffel Süd aus Oberschleißheim eine große Luftrettungsübung bei der Reichenhaller Bergwachthütte auf der Törlschneid im Lattengebirge durch.

Insgesamt absolvierten die ehrenamtlichen Retter 41 Windengänge – so viele wie bei noch keiner Übung zuvor. Trotz aller Routine ist jeder Ernstfall eine neue und nicht vergleichbare Herausforderung für die gesamte Mannschaft: Schwieriges Gelände, Wind und Wetter, sowie der Zustand des Patienten verlangen allen Beteiligten immer wieder viel Improvisationsvermögen ab, weshalb sie die Abläufe regelmäßig trainieren müssen.

Nachdem der Transporthubschrauber der Bundespolizei vom Muster „AS 332 L1 Super Puma“ 17 Bergwacht-Höhlenretter zu ihrem Übungsgelände auf die Hirschwiese am Hochplateau der Reiter Alpe gebracht hatte, stand die Maschine den heimischen Bergwacht-Luftrettern für rund drei Stunden zum Üben zur Verfügung. „Normalerweise trainieren wir regelmäßig mit kleineren Hubschraubern des Typs „EC135“, wie dem in Traunstein stationierten „Christoph 14“ oder auch mit dessen großer Schwester, der „EC155 B“, einem leichten Transporthubschrauber der Bundespolizei. Die „Super Puma“ mit einer Kapazität für bis zu 18 Personen ist da schon etwas ganz Besonderes; das ist wie Busfahren in der Luft!“, schwärmt Luftretter und Bergwacht-Pressesprecher Marcus Goebel. Einsatztaktisch ist der leistungsstarke Hubschrauber mit Rettungswinde für größere Schadenslagen im Gebirge besonders wertvoll, da er beispielsweise bei Lawinenunglücken oder Höhleneinsätzen innerhalb kurzer Zeit sehr viel Material und viele Helfer zum Schadensort bringen kann.

An zwei Stationen in der Nähe der Törlhütte konnten die ehrenamtlichen Retter und die Hubschrauber-Besatzung üben, wie im Ernstfall Einsatzkräfte mit der Rettungswinde abgesetzt und wieder aufgenommen werden, wobei auch mit dem Luftrettungssack der Patiententransport durchgespielt wurde.

„Die Handgriffe bei einem Luftrettungseinsatz müssen bei jedem Hubschraubermuster sitzen.".

 „Das Besondere an der „Super Puma“ ist neben der Größe der Maschine auch, dass die Winde an der rechten Seite angebracht ist, während bei fast allen anderen Mustern die Winde links ist. Hier ist Umdenken angesagt“, erklärt Ausbildungsleiter Stefan Strecker. Aufgrund der Kapazität des Hubschraubers konnten die Piloten immer vier Luftretter gleichzeitig zu ihren Übungsstationen bringen, wodurch sich die notwendigen Landungen am Zwischenlandeplatz für den Personalwechsel halbierten. Insgesamt absolvierten die Teams 41 Windengänge – so viele wie bei noch keiner Übung zuvor. „Wir kamen mit dem Protokollieren der Windengänge gar nicht mehr nach“, meinte der Chef der Bundespolizei-Fliegerstaffel Süd, Rainer Walter, der am Übungstag als Pilot im Cockpit der „Super Puma“ saß.

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz Bad Reichenhall

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