Bundeswehr: Ein Praktikum der anderen Art

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Bad Reichenhall/Bischofswiesen - Traumberuf Bundeswehrsoldat? Um das herauszufinden, haben vier junge Männer und eine Frau ein Praktikum bei den Streitkräften gemacht:

Fünf junge Frauen und Männer absolvierten in der ersten Aprilwoche ein freiwilliges Schnupperpraktikum in den Bundeswehrstandorten Bad Reichenhall und Bischofswiesen. Dabei informierten sie sich über die vielfältigen Berufsbilder der Bundeswehr, um sich eventuell in naher Zukunft für eine Arbeitsstelle in den Streitkräften zu bewerben. Zudem konnten die Praktikanten am eigenen Leib die körperlichen Anforderungen erleben, die an den Soldatenberuf gestellt werden. Bei der Anreise in der Hochstaufen Kaserne in Bad Reichenhall am Dienstag wurden die vier Männer und eine Frau, die aus allen Teilen Deutschlands stammten, von Oberleutnant Marc Müller empfangen, der sie auch die gesamte Woche über begleitete und anleitete. Der erste Gang führte die Gruppe in die Truppenküche, welche zum Mittagessen eine vielfältige Speisenauswahl zur Verfügung stellt.

Im Anschluss richteten sich die fünf Praktikanten auf den Stuben ein, die für die nächsten Tage ihr Zuhause sein sollten. Bei der darauf folgenden Begrüßung durch den stellvertretenden Bataillonskommandeur des, mit der Organisation der Truppenbesuchstage beauftragten, Gebirgsfernmeldebataillons 210, Oberstleutnant Ralf Scharfenberger, blitzte bereits der große Wissensdurst der Teilnehmer auf. Bevor es zum Abendessen ging, wurde noch eine Einweisung in die Einrichtungen der Kaserne durchgeführt und auch auf das Verhalten innerhalb des umzäunten militärischen Gebiets hingewiesen. Die nächsten Tage hatten einen militärischen Zeitrahmen, gegen 6 Uhr wurde geweckt und zum Frühstück gegangen, damit das Tagesprogramm pünktlich um 07:30 Uhr beginnen konnte. Der Tag endete im Regelfall um 16:30 Uhr, wobei danach ein Betreuungsprogramm auf freiwilliger Basis angeboten wurde. Der Mittwochmorgen begann mit dem Basis Fitness Test, einem standardisierten Sporttest der Bundeswehr, der aus drei Disziplinen besteht. Zum Test der Schnellkraft muss ein 11 x 10 Meter Pendellauf im Sprint bewältigt werden. Für den Nachweis der Kraft-Ausdauer gilt es, so lange wie möglich im Klimmhang an einer Reckstange zu verharren und im Bereich Ausdauer wird ein Lauf über 1000 Meter verlangt. Im Anschluss an die obligatorische Körperpflege wartete ein Besuch im Einsatz- und Ausbildungszentrum für Gebirgstragtierwesen 230 auf die Praktikanten, die hier von Oberfeldwebel Tobias Gaedtke begleitet wurden. Die großen Stallanlagen, die Veterinärstation mit Operationssaal, die bundeswehreigene Schmiede und nicht zuletzt die Maultiere, die „Mulis“,zeigten den Teilnehmern eindrucksvolle Bilder, die direkt mit verschiedenen Berufen wie Tragtierführer, Tierarzt oder Hufschmied verknüpft werden konnten. Am Nachmittag verlegte die Gruppe nach Bischofswiesen in die Jägerkaserne des Gebirgsjägerbataillons 232.

Dort wurde von Hauptfeldwebel TobiasRehmeier ein gepanzertes Transportkraftfahrzeug, kurz GTK, mit dem Namen Boxer vorgestellt. Die Technik und schiere Größe des bis zu 33 Tonnen schweren Radfahrzeuges, welches vornehmlich zum Schutz der Soldaten beim Transport dient, beeindruckte die jungen Leute sichtlich. Im Anschluss gab es eine lockere Gesprächsrunde mit Vertreter der Gebirgsjäger und Mannschaftssoldaten der Gebirgsfernmelder, in der über berufliche Möglichkeiten, wie den Heeresbergführer, den Hochgebirgszug oder Fernmeldesoldaten,gesprochen wurde. Am Donnerstag, wieder zurück in der Hochstaufen Kaserne, wurden weitere Berufsbilder und Werdegänge des Gebirgsfernmeldebataillons 210 vorgestellt. Zwei Unteroffiziere präsentierten hierbei ihren Lebenslauf mit Erfahrungen aus Auslandseinsätzen sowie Fachausbildungen und standen für die zahlreichen Fragen der jungen Praktikanten zur Verfügung.

Der Höhepunkt dieses Tages war ein Bergmarsch, der aufgrund der Wetterlage allerdings nur zur Bildstöckl-Kapelle am Predigtstuhl führen konnte. Jeder ausgestattet mit einem Rucksack mit Mittagsverpflegung und Wechselkleidung, wurden die Teilnehmer von Heeresbergführer Oberstabsfeldwebel Jörg Titze hinauf geführt, wobei dieser viele Informationen zu Natur und Geschichte der Region zu erzählen wusste. Am Ziel auf 705 Höhenmeter angekommen gab es eine Brotzeit und einen herrlichen Blick auf die Stadt Bad Reichenhall. Am Nachmittag blieb man bei der Thematik Berg und die Praktikanten konnten in der Kletterhalle der Hochstaufen Kaserne einen ersten Kontakt mit der Ausrüstung sowie der Kletterwand herstellen. Der Abreisetag, Freitag, begann für die junge Frau und jungen Männer mit einem Vortrag des Karrierecenters Traunstein, bei dem Fragen zu Karrieremöglichkeiten in den gesamten Streitkräften beantwortet wurden. Nach der offiziellen Verabschiedung durch Oberstleutnant Ralf Scharfenberger nahmen die Praktikanten noch an einem typischen Wochenabschlussantreten teil, bevor sie ihre Heimreise antraten.

Pressemitteilung 2. Gebirgsfernmeldebataillon 210

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