BGL-Wirtschaftsempfang 2013 in Bad Reichenhall:

„Freundlichkeit kann man nicht befehlen“

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Landrat Georg Grabner (links) freute sich über den Ehrengast des Wirtschaftsempfangs 2013, Ernst "Aschi" Wyrisch aus der Schweiz.
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Bad Reichenhall - Fast 600 geladene Gäste kamen zum BGL-Wirtschaftsempfang von Landrat Georg Grabner. Als Gastredner sprach Hotelier Ernst „Aschi“ Wyrisch aus der Schweiz.

Unter dem Motto „Mit weniger Aufwand mehr Ertrag - Raus aus dem Hamsterrad“ unternahm der Eidgenosse den Versuch, den Zuhörern ein „leichteres Leben“ zu vermitteln. „Seien Sie freundlich, immer“, rief er den heimischen Unternehmer/-innen zu. „Sie werden sehen, es bewirkt Wunder, denn sie werden Freundlichkeit zurückerhalten. Aber befehlen sie Freundlichkeit nicht, denn das funktioniert nicht“.

Nein-Sager bleiben ohne Glück

Ehrung für besonders innovative Unternehmer aus dem Landkreis.

In feinstem Schweizer Dialekt avancierte die geplante und eingehaltene Dreiviertelstunde zum kurzweiligen Monolog: „Wir brauchen keine Nein-Sager, damit erreichen wir so gut wie nichts“. Wyrsch pochte sanft auf die „Ja-Philosophie“. Und: „Denken Sie sich nichts, wenn sie einen Nein-Sager in ihrem Team haben – das lässt sich nur in ganz seltenen Fällen wirklich vermeiden“. Laut dem langjährigen Hotelier könne dieser rasch nur noch eine untergeordnete Rolle spielen - „er fällt alsbald nicht mehr ins Gewicht“.

Den 19 Leistungsträgern, die vor seinem Referat von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land für innovative Ideen mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet worden waren, sah Wyrsch Stolz an: „Sie alle leuchteten und strahlten, völlig zu recht. Weil sie Extrameilen gegangen sind, die sie nicht gehen mussten. Sie leisteten Extraschichten“. Auch die Anliegen des Schweizers als Hotelier war und ist es immer, den Gast nicht nur zufrieden zu stellen: „Ihre Gäste müssen begeistert sein - erst dann werden Sie Werbung machen, für sie ganz kostenlos“.

Fotos vom Wirtschaftsempfang:

Bilder vom Wirtschaftsempfang - Teil 1

Den Zeitteufel besiegen

Hans Mauerer aus Bad Reichenhall erhielt das Gütesiegel bereits zum fünften Mal.

„Die vielen guten Jahre haben uns satt gemacht“, weiß der Verbandspräsident der Hotelleriesuisse Graubünden und Dozent an der St. Gallen Business School. „Jetzt ist die Zeit reif, um sich neu zu motivieren“. Wyrsch verriet seinen Plan: Innerhalb von nur zehn Minuten möchte er seine Zuhörer erreichen – auch im Alten Königlichen Kurhaus von Bad Reichenhall gelang ihm dies ein gutes Stück früher. „Besiegen Sie den Zeitteufel, zugunsten der Kreativität. Wir haben alle die entsprechenden Drehscheiben dazu im Kopf, wir müssen sie nur bedienen und die alten Stellschrauben der Erziehung unserer Eltern lockern“. Wir könnten im Hamsterrad unseres Lebens irgendwann sterben, oder einfach heraustreten, so der Schweizer und uns schlagartig fortbewegen. „Starten Sie das Gegen-Eltern-Programm, operieren Sie so, wie es Ihnen guttut – nur so bleiben Sie gesund“.

Weitere Fotos vom Wirtschaftsempfang:

Bilder vom Wirtschaftsempfang - Teil 2

Leben Sie ein leichtes Leben

Wyrsch wirft seinem Publikum imaginäre Bälle zu: „Aber Sie ganz allein entscheiden, welche sie für Ihr Leben nützen wollen und welche nicht. Haben Sie keine Scheu, Bälle, die Ihnen nicht zusagen, wegzuwerfen“. Laut Wyrsch tragen wir alle unsichtbare, schwere Rucksäcke voller Steine mit uns rum, die brutal auf unsere Bandscheiben drücken: „Woher hätten sonst 70 Prozent der Menschen in den letzten fünf Jahren mindestens einmal Rückenschmerzen gehabt?“. Lösen Sie sich von diesen Lasten, leben Sie ein leichteres, unbeschwertes Leben, in dem sie sinnlose Arbeiten streichen undsich viel mehr Ich-Zeiten gestatten. „Gönnen Sie sich und Ihren Mitarbeitern Freiheiten, erkennen Sie deren Werte und sprechen Sie sie gezielt darauf an - Sie werden sehen, wie gut sich die Menschen fühlen und zusätzlich engagieren werden. Sie werden die Früchte dafür ernten, wen Sie Ihren Mitarbeitern mehr Aufmerksamkeit und Interesse schenken. Machen Sie die Menschen glücklich und sie werden Glück erfahren“.

Weitere Fotos vom Wirtschaftsempfang:

Bilder vom Wirtschaftsempfang - Teil 3

Liebe und Struktur

Wyrsch wundert sich, was wir alles in den Schulen lernen - und vor allem, was nicht: „Es gibt kein Fach für Kindererziehung, es gibt kein Fach für Menschenführung“ - dabei wäre beides so wichtig. „Liebe und Struktur sind unverzichtbar für ein erfolgreiches, glückliches Leben.“ Drei Dinge sind laut dem Vortragenden für Unternehmer im Reise-Gewerbe wichtig: „Strahlen und leuchten, die Gegebenheiten erkennen und sich die Namen (der Gäste) merkensowie letztlich gut zuhören können“.

Landrat Georg Grabner bedankte sich bei Wyrsch und überreichte ihm einen Geschenkkorb mit regionalen Produkten sowie einen BGL-Bildband. Der Abend wurde vom preisgekrönten Quintett „Grünstoana Klarinettenmsi“ musikalisch begleitet. Im Anschluss begaben sich die Gäste ans Büffet und ließen die interessanten Stunden langsam ausklingen. Noch den Schlusssatz von Ernst "Aschi" Wyrsch im Ohr: "Ich wünsche Ihnen ein leichteres Leben".

Weitere Fotos vom Wirtschaftsempfang:

Bilder vom Wirtschaftsempfang - Teil 4

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