Nach fast zwei Jahren endlich wieder daheim

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Petra und Volker Braun: Nach fast zwei Jahren endlich wieder daheim.

Bad Reichenhall - Fast zwei Jahre waren sie unterwegs, mit dem Rad, zwischen Alaska und Feuerland, 30.000 Kilometer: Petra und Volker Braun. Heute sind sie nach Hause gekommen.

BGLand24 hat das außergewöhnliche Rad-Tandem am Salzburger Flughafen empfangen: Pünktlich landete die Germanwings-Maschine 4U 276 bei strahlendem Sonnenschein am Fuße des Gaisbergs. Tränenerfüllt fielen Petra und Volker Braun ihrem guten Freund Helge Schöbel in die Arme: "Endlich wieder daheim", war vor allem die Altenpflegerin sichtlich gerührt. "Das ist schon unglaublich, nach so langer Zeit zurückzukommen", war auch ihr Mann voller Vorfreude auf das eigene Heim in Bad Reichenhall.

Erst mal einen richtigen Kaffee kochen.

Am 11./12. Januar waren die Brauns nach 20 Monaten via Buenos Aires und Barcelona nach Deutschland (Frankfurt) zurückgeflogen. Aus Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, in Argentinien. Dem Endpunkt einer Reise, die auf zwei Jahre ausgelegt war und Mitte April 2011 zunächst in Bad Reichenhall und dann so richtig gut einen Monat später in Anchorage (Alaska) begann. Ab da gings durch 17 Länder, per Velo, jeweils 45 Kilo schwer bepackt, rund 30.000 Kilometer bis kurz vors sagenumwobene Kap Hoorn.

Jetzt wird erst mal renoviert

Kaum daheim, packte Petra Braun der haushaltliche Ehrgeiz: Kaffee wurde gekocht, alle Veränderungen im Haus und drumrum, im Garten begutachtet. "Unglaublich, wie alles gewachsen ist", strahlte Sozialpädagoge Volker Braun übers ganze Gesicht. Er freut sich jetzt einfach drauf, wieder daheim zu sein, in vertrauter Umgebung, aufs Kochen auf drei Herdplatten statt über einer spärlichen Campingkocher-Flamme. Seiner Frau fallen spontan noch ein paar Dinge mehr ein. Unter anderem: "Die Freunde wiederzusehen, das ist schon etwas ganz besonders". Dazu ist sie voller Tatendrang: "Ich freu mich total aufs Renovieren und Umbauen", die eigenen vier Wände sollen ein neues Gesicht erhalten.

Pünktlich in der Heimat gelandet.

Beide haben auf ihrer Nord-Süd-Tour in Nord-, Mittel- und Südamerika viel an Gewicht verloren: "Aber Volker hat seit unserer Ankunft am 24. Dezember in Ushuaia schon wieder sieben Kilo zugelegt", lacht Petra Braun. Seit Weihnachten waren beide "nur noch bewegungsfaul" und reduzierten ihre seitdem wieder weit umfangreicheren Mahlzeiten noch nicht wieder. Die Räder blieben bei den Eltern von Petra Braun bei Neuwied in Rheinland-Pfalz: "Wir konnten sie jetzt einfach nicht mehr sehen".

Keine Auswanderer-Typen

"Daheim ist es halt doch am schönsten", wirkte vor allem Petra Braun sichtlich erleichtert, alles gut überstanden zu haben. Die beiden Wahl-Reichenhaller suchen nicht nach einem Platz zum Aussteigen, zum Auswandern, sie wollen einfach etwas von der Welt sehen. Der jüngste Trip war nicht der erste: Auch in Südostasien waren sie schon unterwegs, in Europa sowieso, meist im Norden, Irland, Norwegen. "Wir waren aber auch diesmal an keinem Ort gefunden, der uns so gut gefallen hätte, um für immer dort zu bleiben".

Jetzt heißt es erstmal ankommen, auspacken, umräumen, genießen, wohlfühlen, ruhen, wieder alle Annehmlichkeiten daheim "neu kennenlernen", Jobs suchen, leben im Berchtesgadener Land. Ein neues Reiseziel ist "noch" nicht auserkoren.

Im kommenden Winterhalbjahr 2013/14 wollen die beiden auf Lichtbildertour gehen. Dabei steht noch nicht fest, ob die Hälfte der Dias für einen Beamer eingescannt oder aus den digitalen Fotos Dias für den Projektor entstehen sollen. Denn in Costa Rica wurde dem Rad-Duo der analoge Fotoapparat geklaut. Die Brauns mussten sich schweren Herzens eine digitale Kamera zulegen - und haben jetzt "geteiltes" Bildmaterial, analog und digital.

Hans-Joachim Bittner

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