Kurstadt droht der Verkehrskollaps

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Ohnehin schon ein Nadelöhr, droht Bad Reichenhall Anfang September der Vekehrskollaps.

Bad Reichenhall - Steht der Kurstadt der Verkehrskollaps bevor? Die Umgehungsstraße wird für eine Woche komplett gesperrt - mitten in den Ferien!

Die Loferer Straße (B20/B21) soll in der ersten September-Woche in beiden Richtungen komplett gesperrt werden, um den Unfallschwerpunkt Bad Reichenhalls zu entschärfen. Spezielle Linksabbiegespuren sollen den Verkehrsablauf sicherer machen. Die entsprechen Vorarbeiten wurden bereits getätigt, im September geht es um die Feinarbeiten (neuer Fahrbahnbelag etc.).

700.000 Euro für den Ausbau

Seit etwa drei Wochen sind die Bauarbeiten an den beiden Linksabbiegespuren vor der Rupertus Therme in Bad Reichenhall in vollem Gange. Die Bundesrepublik Deutschland, die Stadt Bad Reichenhall sowie die Stadtwerke investieren etwa 700.000 Euro in den Ausbau der Bundesstraße auf zwei Kilometern Länge von der Gastankstelle bis zur Kretabrücke.

Vor allem zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, aber auch wegen des mittlerweile starken Verkehrslärms infolge des schlechten Fahrbahnzustands musste hier dringend Abhilfe geschaffen werden. Zurzeit finden die Arbeiten unter geregeltem Verkehr statt, eine einwöchige Vollsperrung im September ist jedoch unumkehrbar und bereits angekündigt.

2011 wurde in einer ersten Bauphase mit dem Bau der Linksabbiegespuren zur Traunfeldstraße und dem Hammerschmiedweg unmittelbar vor der Therme begonnen. Rechtzeitig vor Inbetriebnahme des neuen Sportbades im September konnten die Abbiegespuren als Provisorium befahren werden. Damals waren jedoch für die nötige Asphaltierung der Bundesstraße auf zwei Kilometern Länge keine Gelder vorhanden, sodass man sich das Staatliche Bauamt Traunstein dazu entschloss, die Arbeiten in diesem Jahr durchzuführen.

Die Notwendigkeit der Maßnahme begründet sich durch die seit vielen Jahren immer wieder zu beobachtenden Unfälle in diesem Abschnitt. Seit ein paar Wochen verbreitert die Baufirma Schmölzl aus Bayerisch Gmain die Bundesstraße auf beiden Seiten so, dass eine symmetrische Aufweitung für zwei entsprechende Linksabbiegespuren vorhanden ist. Außerdem werden alte Leitungen der Stadtwerke verlegt und gegebenenfalls erneuert. Diese Arbeiten werden bis Anfang September soweit vorangeschritten sein, dass in der ersten September-Woche die abschließenden Asphaltierungsarbeiten durchgeführt werden können.

In dieser ersten Septemberwoche wird, sofern das Wetter mitspielt, die Bundesstraße von Montag bis Samstag komplett für den Verkehr gesperrt. Obwohl die Autofahrer wie auch der Schwerverkehr durch Hinweisbeschilderungen, Verkehrsfunk und Medien auf die weiträumige Umfahrung hingewiesen werden, ist zu erwarten, dass die meisten Verkehrsteilnehmer über die Münchner Allee durch die Stadt Bad Reichenhall fahren werden. Hier ist deshalb über die gesamte Woche mit umfangreichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Zu vermeiden ist diese Vollsperrung nach Auskunft der Fachleute beim Staatlichen Bauamt nicht. Es müssen enorme Massen an Altasphalt mittels Fräsen beseitigt und zwei neue Lagen Schichten aufgebracht werden - auf zwei Kilometern Länge.

Dauerstau vorprogrammiert

Halbseitige Verkehrsführung mit Ampelregelung scheidet aus, da man jeweils nur in Abschnitten mit 500 Metern Länge arbeiten und erst am nächsten Tag - nach einer Auskühlphase - weiter bauen könne. Bei einer Verkehrsbelastung von etwa 20.000 Fahrzeugen am Tag würde es hier über vier Wochen zum Dauerstau kommen, mit der Folge, dass der Verkehr ebenfalls in die Stadt ausweichen würde. Zudem wären die Baukosten dann deutlich höher ausgefallen, die Qualität beim Einbau des Asphalts geringer und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer sowie der Bauarbeiter auf der Baustrecke stärker gefährdet.

Die Polizei in Bad Reichenhall wird wie bei den vergangenen Sperrungen der Umgehungsstraße verstärkt Präsenz in der Stadt zeigen.

Öffentlicher Verkehr eingeschränkt

Die Kooperationspartner der Linie 180 von Bad Reichenhall nach Salzburg (Regionalverkehr Oberbayern und ÖBB-Postbus) bedauern diese Vollsperrung und können dadurch eine direkte Busverbindung über Bayerisch Gmain und Großgmain in dem jetzigen Umfang nicht aufrechterhalten. Es muss mit Verzögerungen gerechnet werden.

Fahrgäste in Richtung Bayerisch Gmain haben die Möglichkeit bis zur Haltestelle Dreisesselberg mit der Linie 841 zu fahren - Übergangszeit zirka 13 Minuten zur Bedarfshaltestelle in Großgmain. Ein Fußweg besteht über die Weißbachstraße (900 Meter) – gleiches gilt für Fahrgäste aus Salzburg, deren Fahrt in Großgmain endet. Einzig die Schülerkurse 001, 002, 003 und 006 der Linie 180 werden zwischen Bad Reichenhall und Großgmain wie bisher bedient.

An allen betroffenen Haltestellen wird die Regionalverkehr Oberbayern Hinweise und Übergangsfahrpläne anbringen. Nähere Auskünfte gibt es unter 08651/69572 oder 08652/9448-0 sowie im Internet unter www.rvo-bus.de beziehungsweise www.postbus.at und Telefon 0043/662/4660-330.

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