Verkehrschaos in Bad Reichenhall befürchtet

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Michael Wagner vom Staatlichen Bauamt in Traunstein informierte über die Arbeiten in der kommenden Woche.

Bad Reichenhall - Ab kommenden Montag drohen chaotische Bedingungen im Straßenverkehr rund um die Kurstadt. Das Straßenbauamt informierte jetzt, wie es genau laufen soll:

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Die Umgehungsstraße von Bad Reichenhall ist eine der am stärksten befahrenen Strecken im Berchtesgadener Land: 20.000 Fahrzeuge wälzen sich durch das Tal zwischen Hochstaufen und Predigtstuhl, auf 40 Pkw's kommt ein Lkw. Ab 3. September wird die B21 komplett gesperrt, geplant sind sieben Tage. "Womöglich werden wir aber auch schon eher fertig und können die Straße am Samstag, 8. September, frühmorgens wieder freigeben", so Alois Damböck von der Bauaufsicht.

Hoffen auf gutes Wetter

Dazu muss das Wetter passen, vor allem am kommenden Mittwoch und Donnerstag: An diesen beiden Tagen soll die Umgehungsstraße ihre neue Deckschicht erhalten, nachdem am Montag abgefräst wird und am Dienstag die Tragschicht fällig ist. "Dabei kann's ruhig regnen, aber dann muss es trocken sein", hofft Michael Wagner vom Staatlichen Bauamt in Traunstein.

24 Stunden muss diese Deckschicht, die lärmmindernd ist und mindestens 20 Jahre halten soll, dann abkühlen und austrocknen. Ein Flüsterasphalt stand nicht zur Diskussion: zu teuer. Bad Reichenhall bekommt einen hochwertigen und -belastbaren Splittmastix-Belag, mit dem "wir gute Erfahrungen gemacht haben", berichtet Wagner.

Vollsperrung der Umgehungsstraße

Warum findet die Vollsperrung, die mit großer Wahrscheinlichkeit ein Verkehrschaos in Bad Reichenhall verursachen wird, mitten in den Ferien statt? "Wir wollen dem Schulverkehr und auch der verstärkten Pendler-Tätigkeit auf den Straßen ausweichen", so Wagner. Gab es Überlegungen, nachts zu arbeiten? "Das scheidet aufgrund der großen Lärmbelästigung aus", so der Sachgebietsleiter für das Berchtesgadener Land. "Wir hätten eine Unmenge an Genehmigungen benötigt". Auch eine Ampelregelung mit lediglich halbseitigen Sperrungen kam nicht infrage: "Unsere Arbeiten wären zu stark behindert und dadurch beeinträchtigt worden".

Die Kreuzung Hammerschmiedweg - B21 - Traunfeldstraße ist ein Unfallschwerpunkt im Landkreis, den "mussten wir entschärfen", so Wagner. Zwei symetrische Linksabbiegespuren sollen die Gefahr eindämmen. Die Arbeiten laufen seit über einem Jahr, teils provisorisch.

Umleitungen

Das Straßenbauamt setzt auf die Vernunft und Freiwilligkeit der Autofahrer, die gebeten werden, Bad Reichenhall in der nächsten Woche - wenn möglich - großräumig zu umfahren. Dennoch wird sich der Verkehr zwangsläufig durch die Innenstadt (Innsbrucker Straße, Bahnhofsstraße, Münchner Allee) zwängen müssen. Die beste Lösung: Aufs Auto verzichten, das Rad oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Bereits auf der Autobahn A8 werden die Verkehrsteilnehmer mit großen LED-Anzeigen darauf hingewiesen, dass das Passieren Bad Reichenhalls stark eingeschränkt ist. Im benachbarten Österreich ist das Straßenbauamt diesbezüglich ebenfalls tätig geworden.

Auch eine Sperre der Loferer Straße entlang des Saalachsees ist angedacht, um die Zulieferung des Asphalts nicht zu behindern beziehungsweise zu erschweren. In diesem Fall gäbe es eine Umleitung über den Thumsee - und damit zusätzliches Staupotenzial auf dieser Strecke.

Sollte das Wetter nicht mitspielen, würden die Arbeiten unterbrochen und in der 38. Kalenderwoche ab 17. September fortgesetzt.

bit

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