Thumsee-Investor: Ende der Gerüchteküche

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Bad Reichenhall/Thumsee - Um kaum einen Ort im Landkreis ranken sich derzeit so viele Gerüchte wie um den Thumsee: Jetzt räumt Investor Thomas Schmid damit auf. *Video-Interview*

"Ich war Hotelier, ja", so der 46-jährige Münchner. "Aber ich baue am Thumsee sicher kein Hotel, da wäre ich ja komplett wahnsinnig". Der Diplom-Betriebswirt FH räumt auch mit den Spekulationen auf, dass der See durch ihn möglicherweise nicht mehr frei zugänging würde. "Erstens kann ich das gar nicht verbieten, zweitens will ich es auch nicht". Thomas Schmid möchte den See erwerben, damit er Ruhe hat - denn letztlich versursacht ihm dieser Wunsch mehr Kosten als Nutzen. Freilich: Das Fischereirecht nimmt gerne mit. Er verspricht, das heimische Gewässer mit dem möglichen Kauf keinesfalls für eigennützige Vorhaben oder Projekte nutzen oder ausschlachten zu wollen. "Alles soll so bleiben, wie es ist", versichert Schmid, "und damit jene harmonische Einheit - Seewirt und See - bleiben, die sie jetzt auch schon bildet".

Es war tatsächlich alles kaputt

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Aus dem Seewirt, den Thomas Schmid bereits Ende 2011 käuflich erwarb, soll wieder ein echtes Schmuckstück werden: "In altem Glanz erstrahlen, ganzjährig geöffnet, mit regionaler, gut bürgerlicher Küche". Dafür saniert der Münchner das bereits 1873 erbaute Gebäude direkt am See seit langer Zeit aufwändig: "Hier war wirklich alles kaputt, wir bauen das historische Gebäude praktisch neu auf". Für die Arbeiten wurden, soweit möglich, heimische Firmen gewählt. Selbst ein Brand unterm Dach am 27. August 2012 warf die ehrgeizigen Ziele Schmids nicht zurück, sondern verzögerten sie nur ein wenig - er erfuhr während eines Malta-Aufenthalts vom Feuer in seinem Haus.

Bilder vom Umbau und des Umfeldes:

Wer kauft den Thumsee?

Rund ein halber Meter Beton-Boden musste zunächst entfernt werden, dazu etliche sinnlose Wände - einfach auch, um neue, große, harmonische Gasträume zu erhalten. Sämtliche Lüftungsschächte und Leitungen - egal ob für Wasser, Strom, Heizung oder Telefon - mussten komplett erneuert werden. Thomas Schmid möchte den Gastbetrieb sowohl im Erdgeschoß als auch im ersten Stock wiederbeleben. Beide Terrassen zur Seeseite werden - wenn möglich bereits ab 1. Mai - in Betrieb genommen. Über dem Wintergarten plant der Hausbesitzer, den ehemals bestehenden Balkon ein Comeback zu verleihen.

"Verlängerter" bayerischer Biergarten

Dem noch lange nicht genug: Ein echt-bayerischer Biergarten mit Selbstbedienung und verlängerter Sperrstunde bis 23 Uhr entsteht, neben dran ein öffentliches WC - auch für die Badegäste auf der Madlbauer-Wiese nutzbar. "Unsere Biergarten-Gäste können ihre Brozeit dann auch selbst mitbringen", so Techniker Andreas Lietz (45), der in die ebenfalls sanierte Wohnung im Dachgeschoß, dort wo es in den letzten Sommerferien brannte, einziehen wird. Der Münchner übernimmt sozusagen den Chefposten des neuen Thumsee-Seewirts, da Investor Thomas Schmid aus familiären und beruflichen Gründen nicht permanent im Berchtesgadener Land weilen kann.

33 neue Parkplätze und etliche Arbeitsplätze

"Es liegt mir fern, hier viel zu verändern", erzählt Familienvater (zwei Kinder) Thomas Schmid. "Alles soll erhalten bleiben, und natürlich noch schöner werden". Einige alte Bäume müssen in Kürze dennoch dafür weichen, neue werden gepflanzt. Hinter dem Haus enstehen 33 neue Gäste-Parkplätze.

Für seine Gastronomie möchte Thomas Schmid ausschließlich einheimische Kräfte einstellen, etliche Arbeitsplätze entsehen am Thumsee neu. Er braucht jede Menge Personal: Künftig ist das Lokal das ganze Jahr geöffnet (der Seewirt war im Winterhalbjahr früher stets geschlossen), in den geräumigen Gastsälen mit einem Fassungsvermögen bis zu 40 Personen können künftig auch Weihnachtsfeiern oder Hochzeiten stattfiinden.

Buswendeplatz, Wald, Ufer und Seegrund

Insgesamt beläuft sich das Grundstück mit der Flurnummer 515/3, zu dem auch der Buswendeplatz, der angrenzende Wald sowie der Ufer-Streifen bis zum westlichen See-Ende inklusive dem kleinen Sumpfgebiet gehört, auf rund 25.000 Quadratmeter plus 83 Quadratmeter Seegrund. Thomas Schmid denkt auch an den Naturschutz: Im Seewirt gibt es künftig eine Hebeanlage für die WC's sowie einen Fettabscheider für die Küche. Geheizt wird unter anderem mit einem Kachel- und zwei Schwedenöfen.

Heute Abend berät der Stadtrat Bad Reichenhall über das Thumsee-Vorkaufsrecht der Stadt. Beginn im Großen Saal des Alten Rathauses ist um 18 Uhr, der entsprechende Tagesordnungspunkt kommt an der siebten Stelle. Der Kreisausschuss des Landkreises Berchtesgadener Land hatte bereits am vergangenen Freitag auf sein Vorkaufsrecht verzichtet.

Fotos vom Seewirt-Brand im August:

Feuer am Thumsee

Weitere Fotos vom Brand:

Brand im Seewirt

Hans-Joachim Bittner

Rubriklistenbild: © bit

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