Thumsee: Grünes Licht für Seewirt-Investor

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Grünes Licht für den Seewirt-Investor: Thomas Schmid aus München darf die Gaststätte und das Areal drumherum fast wie geplant gestalten.
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Bad Reichenhall - Grünes Licht für Seewirt-Investor Thomas Schmid: Er darf die Gaststätte und das Areal drumherum fast so gestalten, wie er es geplant hat. Der Münchner möchte auch den Thumsee selbst erwerben.

Thomas Schmid hat den Seewirt Anfang 2012 käuflich erworben. Seit etlichen Monaten saniert er die Gaststätte von Grund auf. "Alles soll so werden, wie es einmal war", verspricht der 46-Jährige.

In der Bayerischen Denkmalliste

Der Bauherr beabsichtigt die Teilumnutzung und die Revitalisierung des Gasthauses Seewirt sowie die Neugestaltung der ausgedehnten und dazu gehörenden Außenanlagen. Das Gasthaus ist Bestandteil der Bayerischen Denkmalliste. Es handelt sich um die ehemalige „Villa Pachmayr“ im wesentlichen Erscheinungsbild aus dem Jahre 1873. Von den historischen Außenanlagen sind noch die beiden zum See hin gestuften Terrassen übrig geblieben, die sich jedoch in baufälligem Zustand befinden. Vom ehemaligen Bootssteg sind nur noch Fragmente vorhanden.

Unmittelbar nach dem Verkauf des Gasthauses an den Antragsteller haben im Zuge der geplanten Sanierungs- und Umbaumaßnahmen bereits erste Abstimmungsgespräche zwischen dem Bauherrn, dem Stadtbauamt sowie dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) stattgefunden. Der für die Maßnahmen erforderliche Bauantrag wurde im Januar 2013 eingereicht.

Dachgeschoss bei Brand stark beschädigt

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Heiße Themen im Bauausschuss

Aufgrund eines Brandes im Dachgeschoss des Gebäudes im August 2012 wurde die Dachkonstruktion stark beschädigt. Mit Blick auf die bevorstehenden Wintermonate war daher zu befürchten, dass die Dachkonstruktion weiteren erheblichen Schaden nehmen würde. Mit Zustimmung des BLfD und in Absprache mit dem Bauherrn erteilte das Stadtbauamt die Erlaubnis zur Sanierung des Daches und des historischen Dachstuhls als sogenannte Sofortmaßnahme, die bis Ende 2012 unter Beteiligung eines Statikers abgeschlossen wurde.

Bestandteil des vorliegenden Bauantrages ist unter anderem die Neugestaltung der Außenanlagen. Dabei ist unter anderem vorgesehen, im nördlichen Grundstücksteil die notwendigen 33 Kfz-Stellplätze zu errichten. Die Stellplatzanlage soll im Ein- und Ausfahrtsbereich durch eine Schrankenanlage vom öffentlichen Straßenraum abgetrennt werden, um deren zweckgebundene Nutzung für die Gaststätte sicherzustellen. Um die Umweltverträglichkeit der relativ großen Stellplatzfläche im Außenbereich zu gewährleisten, werden die Zuwegung und die Flächen lediglich bekiest und randbefestigt.

175 Quadratmeter großer Biergarten

Außerdem ist die Sanierung der bestehenden Außenterrassen des Gasthauses geplant. Zusätzlich sollen im östlichen Grundstücksbereich zwei weitere bekieste Flächen mit einer Größe von etwa 175 Quadratmeter als Biergarten situiert werden. Entlang der östlichen Grundstücksgrenze sind drei Container angedacht, die zum Teil der Unterbringung der notwendigen Toilettenanlagen dienen, zum anderen für die Bewirtschaftung. Um die gestalterische Einfügung der Container zu sichern, erhalten diese eine entsprechende Holzverschalung.

Keine Ausflugsboote auf dem See?

Angrenzend an die Container, parallel zum Seerundweg, sollen mindestens 22, teils überdachte Fahrradabstellplätze entstehen. Der öffentlich-rechtlich gewidmete Seerundweg wird in die Außenanlage integriert. Thomas Schmid plant, die ehemalige Steganlage neu entstehen zu lassen, um Fahrten mit kleinen Ausflugsbooten anbieten zu können. Doch das BLfD hat Einwände: Das sei denkmalpflegerisch nicht zustimmungsfähig.

Alte Bäume weg, neuer Gastraum her

Der umfangreiche Baumbestand auf dem Grundstück wurde zusammen mit der Stadtgärtnerei und dem Landratsamt Berchtesgadener Land als Unterer Naturschutzbehörde gesichtet. Aufgrund der Planung und aus Gründen der Verkehrssicherheit wurden bereits Bäume gefällt. Weitere müssen weichen. Entsprechend dem Außenanlagenplan werden ausgedehnte Ersatzpflanzungen vorgenommen.

Im Dachgeschoss entsteht die neue Betriebsleiterwohnung. Anstelle der bisher genehmigten Wohn- und Gästezimmer gibt es künftig einen weiteren Gastraum mit rund 40 Plätzen mit Ausschankbereich. Als außenwirksame bauliche Maßnahme wird der baufällige Wintergarten im Erdgeschoss denkmalgerecht hergerichtet. Eine Stahl-Wendeltreppe an der Außenwand - als Rettungsweg - passe dabei jedoch nicht ins Bild und sei nicht zustimmungsfähig.

Eingriff in die Denkmalsubstanz

Die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange konnte noch nicht abgeschlossen werden. In Hinblick auf denkmalschutzrechtliche Belange fand gemeinsam mit dem BLfD eine Ortsbegehung statt. Dabei wurde festgestellt, dass der Bauherr die beantragten Arbeiten bereits ohne die erforderliche Baugenehmigung begonnen hatte. Es wurden grundlegende Eingriffe in die Denkmalsubstanz und die Gebäudestatik festgestellt.

In Hinblick auf den Gewässerschutz muss, gemäß Stellungnahme des Tiefbauamtes der Stadt Bad Reichenhall, die Zugänglichkeit zum Thumsee und entlang des Gewässers für Unterhaltungsmaßnahmen dauerhaft gewährleistet sein.

Der Bau- und Umweltausschuss beschloss einstimmig, aber letztlich unter dem Vorbehalt, dass die Träger öffentlicher Belange zustimmen, die Auflagen des Denkmalschutzes entsprechend umgesetzt werden und die Nachbarn keine berechtigten Einwände vortragen, dass das Bauvorhaben genehmigt wird. Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner: "Es ist sehr zu begrüßen, dass es mit dem Seewirt am Thumsee wieder aufwärts geht".

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Hans-Joachim Bittner

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