Minister: "Der Auftrag bleibt gefährlich"

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Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière verabschiedete heute zusammen mit Generalmajor Erhard Bühler (links) 850 Soldaten in ihre Auslandseinsätze.

Bad Reichenhall - 850 Soldaten gehen in Kürze in ihren Auslandseinsatz nach Afghanistan und in den Kosovo. Heute wurden sie von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière verabschiedet. **NEUE FOTOS**

Der Einsatz ist bis März 2014 angebraumt, also zweigeteilt. Jene Soldaten, die jetzt nach Afghanistan gehen, bleiben ein halbes Jahr. Im Anschluss folgt der zweite Block. Insgesamt werden rund 3.000 junge Männer und auch Frauen Dienst am Hindukusch leisten, 1.300 im Kosovo. Dazu kommen noch einmal 860 Soldaten der Division Spezielle Operationen.

Fotos von der Verabschiedung:

Bundesverteidigungsminister verabschiedet Soldaten

350 Soldaten der Hochstaufen-Kaserne

Aus der Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall werden 350 Gebirgsjäger in den Auslandseinsatz verlegt. Aus der Brigade 23 sind es insgesamt rund 1.500. Dem Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 231 aus Bad Reichenhall, Oberstleutnant Oskar Baumeister, sind rund 550 Soldaten unterstellt.

Die Gebirgsjägerbataillon 231 (Bad Reichenhall) und 232 (Strub) gehen nach Afghanistan, jenes aus Mittenwald (233) in den Luftlinie keine 1.000 Kilometer entfernten Kosovo, um den letzten ISAF-Auftrag zu erfüllen. Die Truppe wird zweigeteilt: Jeweils ein halbes Jahr wird im Ausland Dienst geleistet, ehe der Einsatz im März 2014 endet. Geleitet wird der gesamte Einsatz von der 10. Panzerdivision aus Sigmaringen - unter der Leitung von deren Kommandeur, Generalmajor Erhard Bühler, sowie von der Division Spezielle Operationen mit Kommandeur Generalmajor Jürgen Vollmer.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière verwies in seiner Ansprache vor den angetretenen, rund 900 Soldaten aus Bayern und Baden-Württemberg plus den Fahnenabordnungen der Verbände sowie zahlreichen Familienangehörigen und Bekannten, auf die viele tausend Einsatzkräfte, die momantan im Ausland Einsatz leisten - sei es in Afrika, im Kosovo, in Afghanistan oder seit jüngstem auch in der Türkei. "Dieser besondere Dienst ist auch in besonderer Weise zu würdigen". Der Minister untermauerte zu wissen, dass er sich auf die Soldaten verlassen könne und versicherte ihnen, dass sie sich im Gegenzug auch auf die Entscheidungsträger aus der Politik verlassen könnten.

Einsatz kann niemals Routine sein

De Maizière machte klar, dass Einsätze dieser Art niemals zur Routine werden können: "Nicht für Sie, nicht für Ihre Familien, nicht für Ihre Freunde, nicht für uns". Alles zusammen fasste der Minister mit "Vorbereitung, Übung, Sorge, Unbehagen, aber auch Stolz und Selbstbewusstsein zusammen. "Wir haben bereits viel erreicht, aber unseren Auftrag, der stets gefährlich bleibt, längst nicht erfüllt".

Neben allen wichtigen politischen Entscheidungsträgern - unter anderem MdL Roland Richter, Landrat Georg Grabner und 21 Bürgermeistern, auch jenem aus Sigmaringen, Thomas Schärer - lud de Maizière persönlich 15 Veteranen ein: "Sie haben außergewöhnliches geleistet und sind Vorbild für all jene, die jetzt in den Auslandseinsatz gehen". Dabei betonte der am kommenden Montag seinen 59. Geburtstag feiernde CDU-Mann, dass es zur Auszeichnung "Veteran" nicht besonderer Privilegien bedarf. Vielmehr komme dies einer ganz persönlichen Wertschätzung des zuständigen Ministers gleich.

Drei Einsatz-Hauptgründe

Drei Hauptgründe nannte Thomas de Maizière pro Auslandseinsätze: "Das nationale Interesse, die Solidarität in der Staatengemeinschaft sowie die internationale Verpflichtung im Bündnis der NATO".

Zusammen mit Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner, den beiden Generälen Jürgen Vollmer und Erhard Bühler sowie Johann Langenegger, dem Stellvertretenden Kommandeur der 10. Panzerdivision, verabschiedete Thomas de Maizière nach einem rund einstündigen Entsendeappell 850 Soldaten nach Afghanistan und in den Kosovo - stellvertretend traten 18 Kommandeure vor den Minister: "Kommen Sie gesund wieder, alles Gute und Gottes Segen", so die letzten Worte de Maizières an die Soldaten.

Nach dieser letzten ISAF-Mission beendet die Bundeswehr ihr Engagement in Afghanistan nicht. Es wird einen neue internationale Mission geben, allerdings ohne Kampfauftrag. Die 10. Panzerdivision in Sigmaringen wird im März 2014 aufgelöst. Damit hatte "Bad Reichenhall" auch für Generalmajor Erhard Bühler etwas wie ein Abschiedsgefühl: "Wenn Sie aus Aufghanistan und dem Kosovo zurückkommen, werden Sie einen neuen Kommandeur haben", so Bühlers Worte an die Angetretenen.

Musikalisch wurde die Verabschiedung in der Hochstaufen-Kaserne wie gewohnt vom Gebirgsmusikkorps aus Garmisch Partenkirchen begleitet - am Ende traditionell mit Bayerischer und Deutscher Hymne. Ein Empfang für alle Honorationen, die Soldaten und ihre Angehörigen schloss sich an und beschloss die feierliche Verabschiedung am Fuße des Hochstaufen.

Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer, der eigentlich auch in die Kurstadt kommen wollte, wohnte der Verabschiedung nicht bei.

Hans-Joachim Bittner

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