"Alpenkulinarik": Qualität aus der Region

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In Bad Reichenhall erhielten heute die ersten Partner der Alpenkulinarik ihre Zertifikate von Landrat Georg Grabner (ganz rechts) überreicht.

Bad Reichenhall – Ein Pilotprojekt, das kulinarisch auf Qualität und Regionalität setzt und nicht auf große Massen: Heute fiel der Startschuss für die "Alpenkulinarik".

Im Rahmen eines Pressegesprächs wurden den Pilotprojekt-Partnern der Alpenkulinarik heute Nachmittag die Zertifikate überreicht.

Georg Grabner, Landrat des Berchtesgadener Landes, lud als Hausherr ein, alle Start-Partner kamen: Vom Alpengasthof Madlbauer am Thumsee, der Metzgerei Hans Hartmann, dem Eisenbichlerhof/Höllenbach-Alm und der Fischzucht Alpenland GbR – alle aus Bad Reichenhall, vom Gasthof Rehwinkl in der Ramsau, der Kelterei/Brennerei Stadler in Piding sowie von den Laufner Betrieben Kelterei G. Greiml und Biohof Lecker GbR. Teisendorf wurde von Evi Hofhammer als Direktvermarkterin vertreten.

„Den Geschmack der Alpen erleben“, damit wirbt Joseph Späth vom Tourismusverband Oberbayern, den Hauptinitiatoren der Netzwerk-Aktion. Als heimische Projektleiterin tritt Reichenhalls Kurdirektorin Gabriella Squarra auf, die betont, dass die Alpenkulinarik eine einmalige Chance für alle produzierenden und verarbeitenden Betriebe in der Region, die mit der Gastronomie zu tun haben, darstellt. „Wir müssen das Bewusstsein stärken, dass es die Qualität macht, nicht die Masse. Wir sind stolz, uns mit unseren heimischen Produkten präsentieren zu können“. Dabei macht Squarra den beteiligten Unternehmen Mut zur Begrenztheit: „Es darf und soll saisonal gekocht werden – und das darf dann ruhig auch etwas mehr kosten. Unsere Gäste und auch die Einheimischen werden die hohe Qualität der gemeinsamen Vermarktung zu schätzen wissen“.

Landrat Georg Grabner unterstützt das Pilotprojekt aus Überzeugung.

Landrat Georg Grabner, der unterstreicht, in diesem Fall in erster Linie als Konsument zu sprechen, ergänzt wohlwollend: „Essen ist für mich mehr, als nur den Hunger zu stillen – für mich ist es auch ein Stück Kultur. Denn wir haben es in unserer hektischen Zeit leider verlernt, uns für das Essen Zeit zu nehmen und es richtig zu genießen“. Der BGL-Chef ist voller Freude, dass mit der Alpenkulinarik der Fokus auf regionale Produkte, verbunden mit innovativen Ideen gelegt werden soll. „Dafür suchen wir natürlich schon noch verstärkt bekennende Täter“, schmunzelt Gabriella Squarra, während sich Anton Sandholz senior vom Gasthof Rehwinkl in der Ramsau zwar schon noch etliche Partner mehr wünscht, auf der anderen Seite aber auch hofft, dass der Kreis derjenigen, die mitmachen, auch nicht allzu groß und unübersichtlich wird. Gerade er hat mit weiten Wegen zu kämpfen. „Madlbauer“ Andreas Karg vom Thumsee ergänzt stellvertretend für seine Kollegen am runden Tisch: „Wir sind dabei, weil uns das Konzept einfach überzeugt hat“. Er ist einer von bislang erst drei Gastronomen im Berchtesgadener Land, die sich der Alpenkulinarik zielstrebig angeschlossen haben.

Die Größe des Umfangs ist auch für Georg Grabner bei einem Besuch in einem Speiselokal entscheidend: „Mir ist es allemal lieber, es stehen nicht 50 Gerichte aus aller Welt auf der Speisekarte – in einem Landgasthof erwarte ich schließlich kein Sushi“.

Produkte aus der Region werden bei den Einheimischen immer beliebter. Die Alpenkulinarik soll einen Einblick für eben diese Erzeugnisse und vieles mehr vermitteln. Ziel ist es, Gastronomen, Hoteliers und Anbieter, Erzeuger, Vermarkter sowie Verarbeiter lokaler Produkte zu stärken und zu vernetzen, um damit ein authentisches kulinarisches Angebot im Berchtesgadener Land zu schaffen. Die Alpenkulinarik ist ein von der EU gefördertes, grenzüberschreitendes Gemeinschaftsprojekt des Tourismusverbandes München-Oberbayern e.V., der Universität Salzburg (Zentrum für Gastrosophie), der Fachhochschule Salzburg (Tourismusforschung) und der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT). Mit im Boot sitzen auch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e.V., die ARGE Oberbayerisches Alpenvorland, der Chiemgau Tourismus e.V., die Chiemsee-Alpenland Tourismus GmbH & Co. KG, die Erlebnisregion Inn-Salzach sowie der Tourismus-Service Zugspitzland.

Joseph Späth informierte, dass die Alpenkulinarik auch auf Facebook zunehmend aktiver und auf der Homepage alle sieben Tage der „Gasthof der Woche“ vorgestellt und gekürt wird. Workshops vertiefen das Wissen, die Erscheinung eines kulinarischen Reiseführers ist noch für dieses Jahr angedacht, darin finden alle Partner der Aktion ihre entsprechende Würdigung. Die Partner werden aufgefordert, das neue Alpenkulinarik-Logo auf ihren Speisekarten, ihren Flyern und anderen Werbemaßnahmen sowie innerhalb ihrer Internet-Plattformen zu integrieren.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.alpen-kulinarik.de sowie bei allen Partner der heute an den Start gegangenen Aktion, die sich auf das Alpenvorland sowie den unmittelbaren Alpenrand konzentriert.

bit

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