Philharmoniker spielten Haydn

Bad Reichenhall - Gesang, Musik, Komposition und Ambiente harmonierten: Die Philharmoniker haben in St. Zeno mit Haydns "Schöpfung" überzeugt.

Manche Musikwerke gehören einfach in eine Kirche. Nicht nur Messen oder Kantaten haben hier ihren angestammten Platz, auch Oratorien verschmelzen in sakralen Räumen zu bewegenden Erlebnissen über den reinen Musikgenuss hinaus.

Joseph Haydns hinreißendes Meisterwerk von der Erschaffung der Welt entführte im wuchtigen Münster St. Zeno Zuhörer, Musiker und Sänger in himmlische Sphären. Glanzleistungen von Soli, Chor und Orchester und die souveräne Federführung des Chefdirigenten der Bad Reichenhaller Philharmonie Christoph Adt zauberten den Himmel auf Erden.

Adt verantwortet an der Münchner Hochschule für Musik und Theater nicht nur den Bereich Orchesterleitung für Schul- und Kirchenmusik, er ist auch Professor der Oratorienklasse. Was also könnte näher liegen, als das reichhaltige Jahresprogramm der Bad Reichenhaller Philharmonie um die Aufführung eines Oratoriums zu bereichern?

Mit Haydns Schöpfung stand ein Zentralwerk der Musikgeschichte auf dem Programm, von brillanter Kompositionskunst ebenso geprägt wie von tiefer religiöser Überzeugung. Aus dem Chaos lässt Gott die Welt entstehen, überstahlt sie durch die Sonne, belebt sie mit Pflanzen, Getier und nicht zuletzt dem Menschen.

"Mit Staunen sieht das Wunderwerk der Himmelsbürger frohe Schar" ist ein erster Höhepunkt an göttlichem Lobpreis und tonaler Prachtentfaltung nach der Erschaffung des Firmaments und der tobenden Elemente. Die Berge steigen empor, Ströme und Bäche durchfließen lautmalerisch das Orchester, Wälder und Wiesen gedeihen. "Stimmt an die Saiten, ergreift die Leier, frohlocket dem Herrn" lautet da der musikalische Triumph, sich kraftvoll steigernd zu "herrlicher Pracht".

Nicht nur der Himmel erzählt da die Ehre Gottes, die Harmonie von Solisten, Chor und Orchester spiegelt die Genialität des Werkes wieder. Bernadette Müller als Sopran, Frieder Lang als Tenor und Thomas Gropper als Bass loteten lyrisch, brillant und kongenial die schillernden Facetten der Erzengel und Adams und Evas aus.

Nicht weniger als Solisten gefragt sind in der Schöpfung die Instrumentalisten, die durch ihre individuellen Klangfarben den Reichtum der Natur abbilden und aufscheinen lassen. Es schien, dem Text entsprechend, "in vollem Glanz der Himmel". Jubelnder Beifall krönte die Ausnahmeleistungen der Solisten, der Chorgemeinschaft Neuötting und der Bad Reichenhaller Philharmonie. "Vollendet ist das große Werk" in erhabenem Rahmen durch bewegende Kunst und berührende Festlichkeit. Eine Sternstunde wahrhaft klassischer Musik.

Pressemitteilung Bad Reichenhaller Philharmonie e. V.

Rubriklistenbild: © Bad Reichenhaller Philharmonie e. V.

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