Marianne Sägebrecht in "lautlosem Kino"

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Parkkino-Betreiber Josef Loibl begrüßt Schauspielerin Marianne Sägebrecht in seinem sanierten Lichtspielhaus.

Bad Reichenhall - Josef Loibl und Max Berger standen voller Stolz auf Ihrer neuen Kino-Bühne: Marianne Sägebrecht war gekommen, um ihr Kino offiziell wiederzueröffnen.

Seit vergangenen Samstag werden im einzig übrig gebliebenen Reichenhaller Lichtspielhaus wieder Filme gezeigt - lautlos. Die markanteste Umstellung: digitale Technik ersetzte die analoge. Keine ratternden Projektoren, keine flackernden Lichter, keine - der allerdings seltenen - Filmrisse mehr. "Wir mussten mit der Zeit gehen, und wir taten es gern", strahlt Josef Loibl: "Ist das nicht ein faszinierend klares Bild", ruft er seinen Gästen zu, die spontan jubeln und applaudieren.

Er hatte zusammen mit seinem Kompagnon Max Berger eingeladen: Freunde und Bekannte, die unterstützend geholfen hatten, Nachbarn, die sechs Wochen lang geduldig Lärm und Staub ertrugen, die akribischen Arbeiter der beteiligten Firmen, die Verantwortlichen der Filmverleiher.

Fotos von der Wiedereröffnung:

Marianne Sägebrecht bei Kino-Wiedereröffnung

Die beiden Kinosäle "Maximilian" und "Josef" sind gut gefüllt: Parallel wird "Omamamia" gezeigt. Die Besucher fühlen sich auf neuen Kinostühlen in blauem Velour pudelwohl, die hinteren Sitzreihen sind aufgerampt, in einem leichten Bogen angebracht. Fußfreiheit, herrlich für alle über 1,80 Meter Körpergröße. Barrierefreier Blick auf die große Leinwand, die von einem knallroten Vorhang - ein persönlicher Wunsch der Betreiber - freigegeben wird, eine kleine Bühne davor. "Wunderbar", das von Josef Loibl strapazierteste Synonym an einem außergewöhnlichen Abend.

Ein letzter analoger Filmstreifen

Marianne Sägebrecht kredenzt dem Reichenhaller Kino-Duo einen guten Tropfen, auch Regisseur Tomy Wigand aus Ludwigsburg ist in die Axelmannstein-Kolonnaden gekommen. Die 67-jährige Hauptdarstellerin seines jüngsten Werks, das zum Gros in Rom handelt, schneidet das symbolische Wiedereröffnungsband - einen letzten analogen Filmstreifen. Sie wünscht "dem Haus alles Gute, Gottes Segen und viele Besucher" und nimmt sich und ihre Statur selbst aufs Korn: "Ich brauche ein paar Quadratmeter mehr Platz". 

Jazz-Klänge im neu gestalteten Foyer, guter Wein zur Einstimmung und zum Ausklang: Josef Loibl hinter der neuen kleinen Kassentheke, die Wände frisch gestrichen, urige Gemütlichkeit, der Blick streift an unzähligen Plakaten der Filmgeschichte entlang - es passt alles zusammen: Wohlfühlatmosphäre im Stil der 50er-Jahre.

Auf dem neuesten Stand

1951 eröffnete das Parkkino, nachdem bereits 1918 erstmals Filme in den altehrwürdigen Mauern gezeigt wurden. Anfang der 80er-Jahre erfolgte eine erste größere Renovierung, 2005 die zweite. Nun einmal mehr umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, die neueste Brandschutzverordnung peinlich genau eingehalten, die Fluchtwege innerhalb der gesetzlichen Normen. 15 Jahre leben Josef Loibl und Max Bergen mittlerweile den alten Kindheitstraum "Kino" in Bad Reichenhall.

Das wöchentliche Programm des Parkkinos gibts auf der Homepage unter www.park-kino.de.

Hans-Joachim Bittner

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