Bad Reichenhall will die "perfekte Welle"

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Bad Reichenhall - Kommt in Bad Reichenhall die "perfekte Welle"? Margot Zeitvogel-Schönthier hatte die Idee und eine Facebook-Aktion ins Leben gerufen: Künftig soll auf der Saalach gesurft werden.

Die deutsche Pop-Rock-Band "Juli" besang 2004 die "Perfekte Welle". In Bad Reichenhall soll es noch in diesem Jahr soweit sein: Nach der nicht nur durch den Kinofilm "Keep Surfing" weit über die Grenzen Münchens hinaus bekannten Eisbach-Welle mitten in der Landeshauptstadt und dem seit vier Jahren bestehenden Almkanal in Salzburg wäre die Kurstadt die dritte Wellen-Station in der Region.

Ideale Fließgeschwindigkeit

Ort der Begierde ist der Unterwasserkanal zwischen Staatsstraßen- und Kasernenbrücke, die derzeit saniert wird. Ein rund 150 Meter langer Abschnitt - "perfekt für unser Vorhaben", so Diplom-Ingenieur Benjamin Di-Qual aus Fridolfing. "Wir haben hier an der Saalach eine ideale Fließgeschwindigkeit mit bis zu 40 Kubikmeter Wasser pro Sekunde". Im Vergleich: Der Eiskanal in München hat 25 Kubikmeter, der Almkanal in Salzburg gar nur 4,5.

Das sagen die Ideengeber:

Image-Potenzial für die Stadt

Freilich: Viele Hürden sind noch zu meistern, die Realisierung ist nicht so einfach. Doch die Stadtratsparteien Bad Reichenhalls stehen hinter dem Projekt. "Eine tolle Idee", findet beispielsweise 3. Bürgermeister Sebastian Renoth. Als Wirtschaftsreferent der Stadt hat er sich der Sache engagiert angenommen. Image-Potenzial misst FWG-Sprecher Friedrich Hötzendorfer der Idee bei. Und 2. Bürgermeister Manfred Adldinger (SPD) gab eine "allgemeine Zustimmung" bekannt.

Derzeit läuft die Machbarkeitsstudie durch Prof. Dr.-Ing. Markus Aufleger von der Universtität Innsbruck. Dadurch werden ohnehin noch etliche Monate vergehen, ehe es wirklich grünes Licht geben kann. Die Umsetzung selbst könnte laut Benjamin Di-Qual (selbst Surfer) binnen weniger Wochen über die Bühne gehen. Zu den genauen Kosten ist derzeit noch nichts bekannt. Das entsprechende Grundstück gehört der Deutschen Bahn.

Die Facebook-Seite boomt

Ideengeberin ist Margot Zeitvogel-Schönthier, in der Kurstadt als Bewegungstherapeutin und Autorin bekannt. Sie eröffnete vor über einem Jahr die Facebook-Seite "Die Saalachwelle in Bad Reichenhall". "Bis zum nächsten Morgen hatten diese Seite über 200 Leute mit 'Gefällt mir' angeklickt", so die 54-Jährige. Aktuell - 6. Mai 2013 - hat die Seite 1.166 Freunde. Aufgrund dieser Resonanz wurde die Saalachwellen-Initiative ausgebaut und entwickelt sich seitdem Schritt für Schritt.

Die Stadt Bad Reichenhall hat sogar Bayerns Finanzminister Markus Söder um Unterstützung gebeten, da dieser auch eine 250.000 Euro-Bezuschussung für die künstliche Nürnberger Pegnitz-Welle genehmigte. Inwieweit Pläne für Parkplätze, sanitäre Anlagen, Sicherheitsvorkehrungen etc. zu erstellen sind, muss noch abgewartet werden. Zunächst steht die Machbarkeit im Fokus.

Jede freie Minute auf dem Wasser

Margot Zeitvogel-Schönthier, ihr Mann Holger (43/ein ehemaliger Spitzenbiathlet, heute Heilpraktiker), Tochter Melanie (32) und Sohn Merlin (19/studiert in Innsbruck Wirtschaftswissenschaften) - sie alle surfen und sind von ihrem Sport seit vielen Jahren begeistert. Melanie Schönthier-Bernhard wanderte sogar nach Frankreich aus, um dem Wellenreiten südlich von Bordeaux an der Atlantikküste in jeder freien Minute nachgehen zu können. Merlin Schönthier gibt Surfunterricht in Frankreich.

Hans-Joachim Bittner 

Rubriklistenbild: © bit

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