Dem General gefiel nicht alles

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Kommandoübergabe mit (von links) Oberstleutnant Peter Schieder, Brigadegeneral Michael Matz und Oberstleutnant Frank Endler.

Bad Reichenhall - In den Augen des Brigadegenerals Michael Matz hatte die heutige Kommandoübergabe des Gebirgsfernmeldebataillons kleinere Mängel.

Vor den rund 100 angetretenen Soldaten vermisste der Chef der Brigade 23 jenen Befehl, der ihm den Einstieg in seine Übergabeworte ermöglichte. Zudem missfiel ihm ein wackliges Sprecherpodest und der - freilich in Maßen vorherrschende - Autoverkehr rund um den Exerzierplatz während des Zeremoniells. "Das stellen wir künftig ab", so Matz' klare Worte zum Auftakt.

Fotos von der Kommandoübergabe:

Gebirgsfernmeldebataillon: Kommandoübergabe

Freilich konnte die turnusgemäße Kommandoübergabe für das Gebirgsfernmeldebataillon 210, seit 2010 in Bad Reichenhall stationiert (bis dahin in Ulm), von Oberstleutnant Frank Endler an Oberstleutnant Peter Schieder plangemäß über die Bühne gehen. Bei leichtem Schneefall waren zahlreiche zivile Gäste sowie die Vertreter der Patengemeinden aus Freilassing (mit Bürgermeister Josef Flatscher), Laufen (Hans Feil), Ainring (Hans Eschlberger) und Anger (Silvester Enzinger) erschienen. Auch Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner sowie der Stellvertretende Landrat Lutz Feiler wohnten der Kommandoübergabe bei.

Soldaten werden nicht arbeitlos

Das Gebirgsfernmeldebataillon 210 wird Ende 2014 außer Dienst gestellt, das heißt: aufgelöst. Die Soldaten werden dadurch jedoch nicht arbeitslos, sondern finden in bestehenden oder neuen Einheiten Verwendung. Beispielsweise in der Fernmeldestaffel, die 2015 innerhalb der Brigade 23 in Bad Reichenhall integriert werden soll.

Auch die Verbindung zu den Patengemeinden soll weitergeführt werden", versicherte der nun scheidende Kommandeur Frank Endler. Er wechselt nach zwei Jahren als Kommandeur der heimischen Fernmelder ins Verteidigungsministerum nach Berlin, die Art seiner Verwendung dort steht noch nicht fest. Zuvor geht's für sechs Monate in den Auslandseinsatz, Endler fungiert dort als Chef der Stabskompanie.

Abschied im Hägglunds

Nach dem Übergabeappel mit der symbolischen Übergabe der Truppenfahne wurde Oberstleutnant Frank Endler mit einem BV 206 - dem sogenannten Hägglunds, einem für schwieriges und schweres Gelände konzipierten, schwimmfähigen Mehrzweckgelände- und Überschneefahrzeug (zivil wie militärisch genutzt) - aus der Hochstaufen-Kaserne zum Abschluss-Empfang ins Offiziersheim gefahren.

Brigadegeneral Michael Matz betitelt Frank Endler als "militärischen Führer der leisen Töne", dem die "taktische Weiterbildung seiner Züge" besonders am Herzen lag. Matz zeichnete Endler mit dem Gebirgsleistungsabzeichen in Silber sowie der Ehrennadel der Brigade aus: "Jetzt wissen Sie auch, warum es zwei Revers am Soldatenanzug gibt", schmunzelte Matz in Richtung der zivilen Besucher.

Viele Stationen bis Bad Reichenhall

Im Anschluss erfolgte die Kommandübergabe an Oberstleutnant Peter Schieder, der 1992 seinen Grundwehrdienst in Bruchsal antrat. Der gebürtige Oberpfälzer hat bereits etliche Stationen als Fernmelde-Offizier hinter sich: Weiden, Sigmaringen, Feldafing, Dillingen - zuletzt Nordhessen. Schieder wird die Gebirgsfernmelder bis zur Bataillonsauflösung Ende 2014 führen.

Wie gewohnt übernahm das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen die musikalische Gestaltung der Zeremonie: Regimentsgruß, Von-der-Tann-Marsch, Rainer-Marsch sowie König-Ludwig- und Castaldo-Marsch gab das Korps unter der gewohnt sicheren Leitung von Major Christian Prchal zum besten.

Brigadegeneral Michael Matz abschließend: "Bei den gehäuften Besuchen ist langsam zu überlegen, ob man das Gebirgsmusikkorps nicht besser nach Bad Reichenhall verlegen sollte".

Hans-Joachim Bittner

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