Infostand gegen Abfallanlage im Kurbezirk

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Durch eine Änderung des Bauantrags wurde der Plan letztlich doch durch das Landratsamt genehmigt.

Bad Reichenhall - Der Verein "Lebenswertes Bad Reichenhall" hat am Wochenende wieder mobil gemacht, gegen die Abfallanlage im Kurbezirk. Diesmal mit einem Infostand.

Der Verein „Lebenswertes Bad Reichenhall“ ist trotz der mittlerweile vom Landratsamt BGL erteilten Betriebsgenehmigung der Anlage weiterhin sehr aktiv. Der 2. Informationsstand am vergangenen Samstag in der Fußgängerzone in Bad Reichenhall war erneut ein großer Erfolg. Schon beim Aufbau des Stands drängten sich Interessierte, um ihre Unterschrift für die Sammelpetition an den Bayerischen Landtag zu leisten und sich mit dem Anliegen betroffener und empörter Bürger solidarisch zu erklären.

Lesen Sie auch:

Letztendlich kamen über 150 neue Unterschriften von Unterstützerinnen und Unterstützern mit Wohnsitz in Bayern zusammen. Viele informative und interessante Gespräche konnten geführt werden, um zu verdeutlichen, dass es hier nicht um einen regionalen Müllentsorger geht, sondern um eine weit über die Grenzen Bad Reichenhalls hinaus agierende Firma mit Einzugsbereichen bis in die Landkreise Rosenheim, Traunstein, sowie den Raum Salzburg.

Wie man in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wohnhäusern und Ferienwohnungen für ein kleines Gewerbegebiet eine Umschlagmenge von 84.000 t Jahresumsatz Müll mit über 1000 t gefährlichen Abfällen (u.a. Asbest) genehmigen kann, bleibt Bürgern und Gästen völlig unverständlich. „Diese Anlage gehört in ein Industriegebiet und nicht in ein Gewerbegebiet“, war sehr oft zu hören. Das Versprechen des Oberbürgermeisters bei der Bürgerversammlung 2010 in Marzoll, sich in Kooperation mit MSP um alternative Standorte zu bemühen, blieb unerfüllt.

„So darf man nicht mit dem Bürgerwillen umgehen“, ließen sich zahlreiche Stimmen vernehmen. Die gegenwärtige Entwicklung, die mit einer Empfehlung des Stadtbauamts an das Unternehmen, sich in Türk anzusiedeln, ihren Anfang genommen hat, erscheint als ein Musterbeispiel fehlender übergreifender Stadtplanung. Im vergangenen Jahr konnte der Verein Lebenswertes Bad Reichenhall mit der Abwendung des Betonbrechers und des Holzschredders im Freien bereits eine gewisse Schadensbegrenzung erreichen. Nunmehr verbleibt für den Verein und viele Bürgerinnen und Bürger der Kurstadt die Hoffnung, dass die Sammelpetition, getragen von bisher ca. 1200 Unterstützern, weitere positive Ergebnisse, etwa bezüglich einer möglichen Einschränkung der zur Debatte stehenden Müllmengen, erzielen kann.

Der Verein „Lebenswertes Bad Reichenhall“ weist erneut explizit darauf hin, dass er sich nicht als „MSP-Gegner“ versteht, sondern im konkreten Fall ausschließlich die geplante umfangreiche Ansiedlung des Unternehmens am in Frage stehenden Ort kritisiert. Allgemein besteht das Ziel des Vereins darin, betroffenen Bürgern eine Stimme zu geben und mitzuhelfen gravierende Fehlplanungen in der Stadtentwicklung zu vermeiden.

Pressemitteilung Verein "Lebenswertes Bad Reichenhall"

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser