Minister Huber verspricht Vermittlungsarbeit

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Einmal mehr Gast in Bad Reichenhall: Bayerns Umwelt- und Gesundheitsminister Dr. Marcel Huber.

Bad Reichenhall - Die bayerischen Kurorte dürfen im 30-jährigen Vergleich nur noch mit zehn Prozent an verschriebenen Kuren rechnen. Dem möchte die Heilbäder-Konferenz entgegenwirken.

Der bayerische Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Dr. Marcel Huber, reiste nach Bad Reichenhall, um den Dialog mit Kurdirektoren und Bürgermeistern zu suchen. Die Kurstadt war dritte Station von insgesamt vier Regionalkonferenzen mit 47 hochprädikatisierten Heilbädern und Kurorten sowie zehn Gemeinden mit einem anerkannten Heilquellen- und Moorkurbetrieb. Der Bayerische Heilbäder-Verband hatte dazu eingeladen, die Kur-GmbH Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain mit Direktorin Gabriella Squarra trat als Gastgeberin auf.

Thema: Wie kann die Gesundheitsprävention gesteigert und die Bürokratie im Gesundheitswesen abgebaut werden. Im König Ludwig I.-Saal des Alten Kurhauses diskutierten zahlreiche Vertreter der südostoberbayerischen Heilbäder und Kurorte mit dem Minister über das neue, laut Dr. Huber "mühsam im Landtag erkämpfte" Förderprogramm, welches die Bayerische Staatsregierung jüngst aufgelegt hat. Darin ist festgeschrieben, die neuen Herausforderungen in der Gesundheitswirtschaft zu bestehen und dem Strukturwandel mit Innovationen und neuen Leistungsangeboten zu begegnen.

Prävention noch in den Kinderschuhen

Es entwickelte sich eine ganze Bandbreite an Maßnahmen und Anliegen: Von der heute unerlässlichen Vernetzung der Anbieter, dem unverzichtbaren Dialog unter- und vor allem miteinander, die Zukunftsgestaltung, der Anpassung an neue Herausforderungen, insbesondere an neue Krankheitsbilder (Diabetes, Burnout, Allergien) bis hin zur Vereinfachung der bei einem Kurantrag auszufüllenden Formulare - die dem angestrebten Fortschritt derzeit eher hemmend gegenüberstehen. Darüberhinaus gehörte der Präventation große Aufmerksamkeit: "Da passiert noch viel zu wenig", so Dr. Huber.

Dr. Huber konnte Anregungen geben, Ratschläge, Tipps. Nicht mehr und nicht weniger. Der Minister machte den Anwesenden Mut, sich mit den neuen Herausforderungen offensiv auseinanderzusetzen und ihre Anliegen an den entsprechenden Stellen selbstbewusst anzubringen. Freilich ist vieles Wunschdenken, da die Krankenkassen oft nicht mitspielen: In diesem Punkt versprach Dr. Marcel Huber Vermittlungsarbeit. Er sitzt bereits seit einiger Zeit mit den Kassen am runden Tisch. Der Politiker versicherte: "Es geht langsam voran, ja, aber ich kann ihnen auch sagen, dass sich durchaus etwas bewegt".

Einbruch bei den Badekuren

Die Anforderungen an die Heilbäder und Kurorte stiegen stetig: "Gleichzeitig sind die ambulanten Badekuren seit Mitte der 90er Jahre von bundesweit 900.000 auf rund 80.000 pro Jahr zurückgegangen", so Gabriella Squarra. "Davon können die bayerischen Heilbäder auf Dauer nicht existieren". Neue Ideen und Konzepte müssen erstellt werden - auch, um die gestiegenen Anforderungen an die Gesundheitsprävention und ein professionelles Gesundheitsmanagement in deutschen Betrieben zu meistern. Die Initiative möchte den geänderten beruflichen Anforderungen an das medizinische Fachpersonal mit innovativen Serviceleistungen für die Kurgäste begegnen.

Mit sieben Millionen Euro fördert der Freistaat Bayern seine Heilbäder und Kurorte: "Jetzt liegt es an uns, mit diesem Geld nachhaltige Verbesserungen zu erzielen", so Reichenhalls Kurdirektorin an die Konferenzteilnehmer. Und weiter: "Wir müssen uns verstärkt weiterentwickeln".

Das Hauptproblem ist nicht neu: "Die kürzere Aufenthaltsdauer der Gäste", weiß auch Squarra. Sie fordert eine Informationskampagne des Ministeriums - wenngleich sie sich ob des Förderprogramms der Staatsregierung "bereits sehr dankbar" zeigt.

bit

 

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