320 Kilometer in zehn Tagen marschiert

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Bad Reichenhall/Tschenstochau - Die Soldatenwallfahrt von Warschau nach Tschenstochau war für viele Teilnehmer eine ganz besondere Erfahrung.

320 Kilometer sind die Soldatinnen und Soldaten gemeinsam mit fünf anderen Nationen marschiert. Die gewonnenen Eindrücke waren für alle einmalig. Insgesamt 910 Soldaten aus sechs Nationen sind 320 Kilometer in zehn Tagen gemeinsam marschiert. Zum achten Mal hat das Deutsche Heer mit einer Delegation an der Wallfahrt teilgenommen. In diesem Jahr war die Gebirgsjägerbrigade 23 aus Bad Reichenhall mit der Durchführung beauftragt. Dies bedeutete, dass man freiwillige Teilnehmer aus dem gesamten Deutschen Heer gewann und intensiv auf die Wallfahrt vorbereitete.

Die 31 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland erfuhren, was es heißt eine solche Strecke zu Fuß zurück zulegen. „Ich habe vollen Respekt vor dieser Leistung, es können alle stolz auf das Geleistete sein“, so Oberstleutnant Stefan Josef Leonhard, stellvertretender Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall.

In Zelten schliefen die Teilnehmer und das bei jedem Wetter. Morgens ging es bereits um 4.30 Uhr los. Die Nächte waren kurz. Gleich am ersten Tag legten die Soldaten eine Strecke von fast 50 Kilometern zurück. In Uniform und mit Gepäck. „Der meiste Teil der Strecke verlief auf der Straße, da brennen die Füße am Abend“, eine Erfahrung die Hauptgefreiter Achim Kessler machte. Er war einer der Marschteilnehmer aus Bad Reichenhall.

Begleitet wurde die deutsche Delegation, unter Führung von Obertleutnant Christian Nietsch, durch die Militärpfarrer Martin Strasser und Janusz Kudyba. Diese brachten sich durch Lesungen in deutscher Sprache in die polnischen Gottesdienste ein.

Die mitgereisten deutschen Sanitäter kümmerten sich am Abend die Versorgung der Blessuren, die während des Tages aufgrund des herausfordernden Marschierens entstanden sind. Sie stellten damit ein unverzichtbarer Bestandteil des deutschen Teams dar.

Die Sanitäter unterstützten auch andere Nationen, die sich am Ende der Wallfahrt nochmals herzlich bei dem deutschen Delegationsleiter bedankten. Die geleistete Sanitätsversorgung ermöglichte auch anderen Nationen eine schnelle Regeneration.

Für die Bundeswehrangehörigen war es eine einzigartige Erfahrung. Bei ihren langen Märschen lernten die Soldaten Polen, seine Menschen und die Kultur des Landes kennen. Höhepunkt bildete sicherlich das Kloster Jasna Gora in Tschenstochau. Bekannt ist dieser Wallfahrtsort durch die „schwarze Madonna“, die seit sechs Jahrhunderten im Kloster aufbewahrt wird.

Mit Gebet und Gesang lenkten sich die Soldaten von dem Marschieren ab. In den polnischen Dörfern standen die Menschen an den Straßen und winkten der Marschgruppe zu. „Die Bevölkerung war sehr freundlich. Überall boten sie einem Essen oder Getränke an, das war wirklich beeindruckend“, schwärmte Hauptgefreiter Achim Kessler.

Am letzten Tag ist Herr Oberstleutnant Stefan Josef Leonhard, stellvertretender Brigadekommandeur nach Polen gereist, um gemeinsam mit seinen Soldatinnen und Soldaten die letzten Kilometer zu marschieren.

Viele der 31 Marschteilnehmer wollen gerne auch im nächsten Jahr wieder mit nach Polen fahren. Eine schöne Bestätigung für den Delegationsleiter und allen Verantwortlichen, die die Marschgruppe auf diese Veranstaltung vorbereitet haben.

Pressemitteilung Gebirgsjägerbrigade 23/Leutnant Sandra Muth

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