Fest und Ehrungsabend des BRK

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Bayerisches Rotes Kreuz veranstaltet Festabend

Bad Reichenhall - Beim diesjährigen Ehrungsabend berichtete die BRK-Bereitschaft von ihrer Arbeit und feierte mit befreundeten Organisationen und Gemeinde-Vertretern.

Mittlerweile ist es in Bad Reichenhall schon Tradition, dass die BRK-Bereitschaft anstand einer eher trockenen Jahreshauptversammlung einen heiteren Fest- und Ehrungsabend für verdiente Ehrenamtliche und langjährige Blutspender organisiert. „Wir haben uns bewusst entschieden, den statistischen Jahresrückblick so knapp wie möglich zu halten“, erklärt Bereitschaftsleiter Florian Halter, der wegen der noch laufenden Hochwasser-Einsätze des Roten Kreuzes bis zuletzt unsicher war, ob die Veranstaltung überhaupt stattfinden kann. In der Einsatzhalle an der Frühlingstraße feierten die Rotkreuzler bei heiterer Musik, gutem Essen und interessanten Gesprächen gemeinsam mit geladenen Gästen aus Lokalpolitik und von befreundeten Organisationen – bei Jung und Alt kam die bereits zum dritten Mal realisierte Idee sehr gut an.

Über 6.000 ehrenamtliche Stunden

Kaum eine größere Veranstaltung im mittleren Landkreis findet ohne die ehrenamtlichen Sanitäter der BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall statt, die in zweiter Reihe für Notfälle aller Art bereitstehen und 2012 über 6.000 freiwillige Stunden geleistet haben. Sie sind Tag und Nacht bereit, um anderen zu helfen, wenn schlimme Unglücke passieren, aber auch für ganz kleine Hilfeleistungen wie Hebehilfen im Hausnotruf-Hintergrunddienst oder wenn Kinder bei großen Festen ihre Eltern aus den Augen verloren haben. Sei es in der Ungarnhilfe, bei Behindertenausflügen, bei der Blutspender-Betreuung oder in der Mittelbeschaffung durch Kuchenverkauf und Altkleidersammlungen: Das ganze Jahr über arbeiten sie meist im Verborgenen – nun standen sie selbst beim Festabend im Mittelpunkt und wurden für ihre langjährige Arbeit geehrt.

69 aktive Helfer und 15 Anwärter in der Bereitschaft: Jung und Alt arbeiten Hand in Hand zusammen

Die BRK-Bereitschaft ist wie das JRK, die Bergwacht und die Wasserwacht eine rein ehrenamtliche Rotkreuz-Gemeinschaft. „Wir haben aktuell 69 Mitglieder aller Altersstufen und weitere 15 Anwärter, die heute aufgenommen werden. Das Schöne dabei ist, dass wirklich alle, Jung und Alt, aktiv bei Diensten und Veranstaltungen Hand in Hand mitarbeiten“, freute sich Halter, der als Sympathieträger weiß, wie er seine Leute für die vielfältige Rotkreuzarbeit begeistern kann. Halter, der mittlerweile seit 14 Jahren in der Bereitschaftsleitung aktiv ist, dankte seinen Stellvertretern Herbert Kolodzie und Peter Reiser, dem bisherigen Leiter der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) Heinz Sandner, der nach zwei Jahrzehnten sein Amt an Nachfolger Christopher Löffelmann übergeben hat, den stellvertretenden SEG-Leitern Matthias Rein und Florian Harant, den Sozialdienstleiterinnen Angela Gabriel und Barbara Steiner, Bereitschaftsarzt Dr. Rüttger Clasen, den Stüberlwirten Fritz und Gisela Laubscher und Sebastian Luderschmidt sowie allen anderen Mitgliedern der Bereitschaftsleitung: „Ohne Euch würde es niemals so gut laufen wie derzeit!“

69 Sanitätsdienste: Keine Großveranstaltung ohne das Rote Kreuz

3.950 Stunden bei 69 Sanitätsdiensten haben die ehrenamtlichen Reichenhaller Sanitäter im vergangen Jahr geleistet. „Dazu kommen die Dienste von Josef Hinterstoißer und seinem Team beim Ringen in Anger, die wir noch gar nicht mit eingerechnet haben. Sanitätsabstellungen bei Sport- und Kulturveranstaltungen sind für uns nicht nur eine notwendige Mittelbeschaffung, sondern geben dem Veranstalter und natürlich auch den Mitwirkenden und Gästen eine gewisse Sicherheit, wenn sich jemand verletzt oder akut erkrankt“, erklärte Halter. Es gibt praktisch keine Großveranstaltung in Reichenhall, Piding, Schneizlreuth oder Anger, bei der die BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall nicht unterstützend mit dabei ist. Die Bereitschaft engagiert sich mit ihrer SEG aber auch im Katastrophenschutz, unterstützt bei größeren Schadenslagen den Rettungsdienst und sorgt bei Sanitätsvorsorgediensten für die Sicherheit von Teilnehmern und Gästen, beispielhaft beim Thumsee-Open-Air oder beim Thermenlauf, leistet wichtige Arbeit im Sozialdienst, beispielsweise mit Behindertenausflügen und kümmert sich um die Betreuung und Verköstigung von Blutspendern. Aktuell waren die Ehrenamtlichen bei der Hochwasser-Katastrophe im Landkreis und in Niederbayern tagelang gefordert. Ein besonders freundschaftliches Verhältnis besteht zu den „Kollegen jenseits der Hallthurmer Schranke“: Als Ehrengäste nahmen deshalb der Berchtesgadener Bereitschaftsleiter Walter Söldner und sein Stellvertreter Florian Baumann am Festabend teil. Beide Bereitschaften arbeiten seit einigen Jahren eng zusammen und bestreiten viele Sanitätsdienste gemeinsam, beispielsweise bei den vielen Diensten an der Bobbahn am Königssee.

6.800 Euro vom Blaulicht-Milieu-Festei

1.350 Stunden wurden 2012 im Betreuungs- und Sozialdienst sowie bei der Mittelbeschaffung erbracht. Darüber hinaus besteht ein äußerst guter Kontakt zum Ungarischen Roten Kreuz, wo die Bereitschaft ein Mutter-Kind-Heim mit Spenden unterstützt und auch mehrmals pro Jahr Kleider- und Sachspenden nach Ungarn bringt. Ende Oktober veranstalteten die Gewerkschaft der Polizei, Kreisgruppe Berchtesgadener Land (GdP), die BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall und das Technische Hilfswerk, Ortsverband Berchtesgadener Land (THW) gemeinsam das zweite „Blaulicht-Milieu-Festei“ in der Mehrzweckhalle der Gemeinde Piding. Mit rund 850 Besuchern war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Insgesamt blieben 6.800 Euro für gemeinnützige Zwecke übrig, wobei das Rote Kreuz seinen Beitrag in die Ungarnhilfe und das Netzwerk Hospiz Berchtesgadener Land und Traunstein investierte. „Vielen Dank an die Mitorganisatoren Silvia Stangassinger und Markus Brandner von der Polizei, die heute als Ehrengäste da sind. 2013 hat das THW keine Zeit, aber 2014 soll wieder ein Blaulichtfest stattfinden“, erklärte Halter.

SEG bei 13 Einsätzen gefordert

„Unsere Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) unterstützt bei größeren Schadensfällen und Engpässen den regulären Rettungsdienst und Krankentransport. Dafür stehen zusätzliche, über Spenden finanzierte Fahrzeuge und ehrenamtliche Helfer bereit“, erklärte Halter. Die Reichenhaller SEG, die ein wichtiger Teil des Katastrophenschutzes in Sachen Patiententransport, Betreuungsdienst und Behandlung ist, besteht aktuell aus 19 Sanitätern und verfügt über einen Gerätewagen mit Anhänger und einen Notfallkrankenwagen, kann aber auch auf ein ATV und ein Einsatzmotorrad zurückgreifen. 2012 musste sie zu 13 Einsätzen und mehreren größeren Übungen ausrücken, darunter Gebäudebrände, eine Werkstatt-Explosion, Rettungsdienst-Unterstützungen und Betreuungseinsätze. „Trotz aller Arbeit kommt bei so vielen Diensten und Pflichten auch der gemütliche Teil nicht zu kurz, denn unsere Stüberlabende und Ausflüge sind ausschlaggebend für die gute Kameradschaft, die wir haben“, erklärte Halter.

15 Neuaufnahmen in die BRK-Bereitschaft

„Wenn übers Jahr betrachtet mehr jüngere als ältere Mitglieder eintreten, bedeutet das, dass wir als Bereitschaft keine Nachwuchssorgen haben und unserer Jugend doch einiges bieten können“, freute sich Halter, der bei Festabend acht von zehn neuen Mitgliedern in die erst kürzlich gegründete und von Thomas Fritzer geleitete Bereitschaftsjugend und weitere fünf neue Mitglieder in die Bereitschaft aufnehmen konnte: Peter Brüderl, Samuel Heindl, Johanna Spring, Julia Wierzchowski, Melli Wurm, Christine Lamminger, Marcel Bolz, und Annemarie Lottermoser. Detlef Andritzke, Dr. Rüttger Clasen, Lena Malm sowie Elisabeth und Dieter Vorbach (von links).

BRK-Chefarzt und Ehrenkreisbereitschaftsleiter zeichnen langjährige Blutspender und verdiente Ehrenamtliche aus

Für langjährigen aktiven Dienst in der BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall zeichneten Ehrenkreisbereitschaftsleiter Ludwig Wetzelsberger (rechts) und Bereitschaftsleiter Florian Halter (links) Herbert Kolodzie (40 Jahre, von links), Florian Harant (10 Jahre), Josef Hinterstoißer (40 Jahre), Rudi Stöberl (45 Jahre), Horst Scheifele (50 Jahre), Zenta Staufner (55 Jahre) und Sabina Stibler (10 Jahre) aus. Aktuelle statistische Erhebungen zeigen, dass zwischen 60 und 80 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben selbst von einer Blutkonserve oder einem daraus hergestellten Produkt profitieren, aber nur rund drei Prozent der Bevölkerung tatsächlich Blut spenden. „Wir sind in der modernen Medizin noch viel weiter davon entfernt, Blut künstlich herzustellen, wie Reichenhall von seinem Kirchholztunnel. Da Blutspenden unentgeltlich erfolgt, bekommt im Notfall jeder eine Konserve, der sie braucht und nicht nur diejenigen, die sie sich leisten können. Mit ihrer unentgeltlichen Blutspende unterstützen sie das ethisch-moralische Ideal, dass Blut als menschliches Organ nicht zur Handelsware degradiert wird“, sagte BRK-Chefarzt Dr. Franz Leipfinger (links), als er gemeinsam mit Bereitschaftsleiter Florian Halter und Edi Schmid (von links) von ehrenamtlichen Blutspende-Organisationsteam der BRK-Bereitschaften insgesamt zehn Männer und eine Frau für über viele Jahre hinweg ehrenamtlich geleistete Blutspenden auszeichnete (von links): Martin Eder-Hofhammer (50), Hans Ruhland (100), Pia Huber (50), Andreas Ruhland (75), Josef Riefler (50), Georg Koch (75), Helmut Koch (50), Peter Aschauer (50), Andreas Lexhaller (50), Gerald Baumgartner (50) und Josef Holzner (50).

Viel Lob für die ehrenamtliche Arbeit

„Florian Halters packender, kameradschaftlicher und freundschaftlicher Art ist es zu verdanken, dass dieser Haufen trotz allgemeiner Vereinsverdrossenheit immer größer wird. Ihr opfert mit Elan einen großen Teil eurer Freizeit für Ausbildung und Übungen, um dann bei Sanitätsdiensten und größeren Schadenslagen gute Arbeit zu leisten“, lobte BRK-Chefarzt Dr. Franz Leipfinger. Der zweite Bürgermeister von Bad Reichenhall, Manfred Adldinger, Schneizlreuths zweiter Bürgermeister Dr. Frank Wolf, Bayerisch Gmains zweiter Bürgermeister Hubert Wieser, Feuerwehrchef Andreas Gabriel, Dienstgruppenleiter Martin Moog von der Reichenhaller Polizei, Bergwachtchef Dr. Klaus Burger, Rolf Stibler von der Kolpingfamilie, BRK-Geschäftsführer Tobias Kurz und BRK-Ehrenkreisbereitschaftsleiter Ludwig Wetzelsberger bedankten sich im persönlichen Gespräch für die geleistete ehrenamtliche Arbeit und lobten die geehrten Blutspender für ihren besonderen Dienst am Nächsten.

Hier sehen Sie die Bilder des Festabends:

Bayerisches Rotes Kreuz veranstaltet Festabend

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz

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