Sechs neue Lebensretter ausgebildet

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Ausblidung zum Wasserretter

Bad Reichenhall - Sechs junge Leute absolvierten bei der BRK-Wasserwacht ihre Ausbildung zum Wasserretter. Jetzt berichten sie über ihre Erlebnisse.

Ihre ehrenamtliche Arbeit ist spannend und abwechslungsreich, immer wieder aber auch sehr anspruchsvoll, denn im Ernstfall müssen sie unter oft extremen Bedingungen Leben retten: Eine junge Frau und fünf junge Männer aus dem Landkreis absolvierten während der vergangenen Wochen (22.-26. April) bei der BRK-Wasserwacht an den heimischen Gewässern ihre Ausbildung zum Wasserretter. Zum Beginn der Badesaison dürfen sie nun an der Seite erfahrener Kollegen im mobilen Wasserrettungsdienst des Landkreises und beim Wachdienst in den Bädern mitarbeiten.

„Der Wasserretter-Kurs ist der Grundlagenkurs für alle weiterführenden Lehrgänge innerhalb der BRK-Wasserwacht. Auf dieser Basis kann man Bootsführer, Rettungstaucher, Canyon-Retter oder sogar Einsatzleiter werden“, erklärt Ausbilder Martin Planegger aus Berchtesgaden. Michael Armstorfer von der Wasserwacht Freilassing-Ainring denkt noch nicht so weit in die Zukunft; für ihn waren die letzten Wochen einfach nur eine tolle Zeit und im Rückblick viel zu kurz. „Die Leute waren alle voll super drauf und wir hatten trotz der geballten Lerninhalte richtig viel Spaß zusammen!“, schwärmt der 19-Jährige, der überglücklich ist, dass er bald als aktiver Wasserretter im Einsatzdienst mitarbeiten darf.

Gleich am ersten Praxistag wurde es für alle körperlich extrem anstrengend, denn die beiden Canyon-Retter Jürgen Klapfenberger und Günter Eisenschink von der Berchtesgadener und Reichenhaller Wasserwacht schulten die Teilnehmer in den Techniken der Fließgewässerrettung; Ort des Geschehens: Die Saalach bei Bad Reichenhall. Geübt wurden unter anderem die Menschenrettung aus reißender Strömung, der Eigenschutz und die Selbstsicherung im Fluss, der Aufbau einer Seilbahn von Ufer zu Ufer sowie die Rettung von treibenden Patienten. „Wir waren am Abend alle fix und fertig; das Training in der Saalach hat aber irre viel Spaß gemacht“, erinnert sich Armstorfer.

Hinter den Anwärtern der Wasserwachten Berchtesgaden, Freilassing-Ainring und Laufen-Leobendorf liegen arbeitsintensive und kräftezehrende Wochenenden an den heimischen Gewässern, wobei sie neben den vielen praktischen Übungen auch jede Menge Theorie büffeln mussten. Im theoretischen Block in Freilassing wurden gleich zu Beginn Themen wie Rettung mit dem Motorboot, Tauchunfall, Funk, Einsatztaktik, Medizinprodukte-Gesetz und verschiedene Krankheitsbilder wie thermische Schäden behandelt. „Alles sehr interessant, nur recht viel Informationen auf einmal. Da raucht schon mal der Kopf, wenn man sich alles genau merken muss“, erinnert sich Armstorfer. Der Wasserretter-Lehrgang bildet den wichtigsten und letzten Teil in der Sanitätsausbildung; die ersten beiden Teile mussten alle bereits im Vorfeld absolvieren.

Jeder berichtete aus seinem Spezialgebiet: Die vier Ausbilder Wolfgang Rödl von der Kreis-Wasserwacht Traunstein, Günter Eisenschink, Technischer Leiter der Reichenhaller Wasserwacht, Michael Hartje, Technischer Leiter der Wasserwacht Freilassing und Martin Planegger, stellvertretender Technischer Leiter der Berchtesgadener Wasserwacht teilten sich die Arbeit des theoretischen Unterrichts und wechselten sich immer wieder ab, damit es für die Anwärter möglichst spannend bleibt. Mitte April durften die jungen Frauen und Männer am Brötzner Weiher bei Freilassing die Theorie in die Praxis umsetzen: An drei Stationen mussten sie mit verschiedenen Techniken Verletzte versorgen: Nach einem Grillunfall, mit einem Knochenbruch nach Sturz und wegen einer allergischen Reaktion nach Bienenstich. Danach musste ein in Not geratener Taucher an Land gerettet und medizinisch versorgt und ein weiterer Vermisster gesucht werden.

Ende April führte der anspruchsvolle Kurs die Teilnehmer an den Königssee. Hier stellten die Ausbilder vormittags vier verschiedene Einsatzszenarien nach, darunter eine Rettung mit dem Motorboot, einen Schlaganfall, die Rettung und Versorgung von Patienten im schwierigen Gelände und die Herz-Lungen-Wiederbelebung nach einem Badeunfall. Nach der Mittagspause wurden die Anwärter bei einer Großübung herausgefordert: Sechs Verletzte mussten möglichst rasch gerettet und versorgt werden. „Für diese Gruppe mit ihrem großen Teamgeist war das alles aber kein Problem“, freut sich Planegger.

Am letzten Sonntag wurde es dann ernst: Nach einer schriftlichen Theorieprüfung mussten alle Teilnehmer dem Prüfungsausschuss zeigen, dass sie fit für den aktiven Dienst sind. „Bei durchwachsenem Wetter haben wir den Teilnehmern am Abtsee einiges abverlangt“, erinnert sich Planegger. „Tauchunfall“, „treibende Person im Wasser“ oder „Arbeitsunfall“ lauteten die Einsatzstichworte der Übungsleitstelle. An insgesamt vier Stationen mussten die Anwärter vor den kritischen Augen der Prüfer zeigen, was sie können. Das Team für realistische Unfall- und Notfalldarstellung der Wasserwacht hatte zuvor die Darsteller mit viel Schminke in realistisch anmutende Patienten verwandelt.

Lehrgangsleiter Wolfgang Rödl war am Ende sehr zufrieden und konnte allen Teilnehmern zur bestanden Prüfung gratulieren. Die BRK-Wasserwacht im Berchtesgadener Land hat nun sechs neue Wasserretter, die in den Bädern zur Stelle sind, wenn etwas passiert oder im Notfall mit den mobilen Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der Wasserwacht zu Notfällen an den heimischen Gewässern ausrücken.

Ausblidung zum Lebensretter

Pressemeldung Bayerisches Rotes Kreuz

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