Realistische Unwetter-Übung

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Bad Reichenhall - Drei Schwerverletzte nach einem Unwetter in der Nähe eines Friedhofes - mit diesem Szenario mussten sich die Retter während einer Übung auseinandersetzen.

Drei Menschen werden am Friedhof St. Zeno durch ein Unwetter zum Teil schwer verletzt: Ein folgenschwerer Sturz, ein abgetrennter Finger und eine Pfählungsverletzung im Rücken durch einen Ast. 19 ehrenamtliche Sanitäter und ein Notarzt der BRK-Bereitschaften Bad Reichenhall und Berchtesgaden haben anhand des realistisch gestalteten Szenarios den Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes, die Patientenversorgung und den Abtransport in geeignete Kliniken geübt.

Die beiden Bereitschaften betreiben eine gemeinsame Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG´n) Behandlung und Transport, die für den südlichen und mittleren Landkreis zuständig ist, den Rettungsdienst in Spitzenzeiten unterstützt und bei größeren Schadensfällen mit vielen Verletzten und betroffenen ausrückt. Insgesamt gehören ein Rettungswagen, zwei Notfallkrankenwagen, ein weiterer Krankenwagen, ein Lastwagen, ein Gerätewagen-Sanität, ein Mannschaftswagen und zwei Sanitätsanhänger zu der Einheit, die größtenteils aus Spendengeldern finanziert ist und vom BRK-Kreisverband zusätzlich vorgehalten wird.

„Ein Szenario mit mehreren Verletzten kann jederzeit und überall passieren. Dafür halten wir zum regulären Rettungsdienst zusätzliche, ehrenamtliche Sanitäter, Fahrzeuge und Ausrüstung bereit, denn statistisch betrachtet ist nicht die Frage, ob etwas passiert, sondern nur wann“, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rautter. Geübt wurden in St. Zeno die Sichtung, Behandlung, Versorgung und der Transport der Patienten sowie die Leitung und Organisation des Einsatzes.

Fußtrupps mussten die drei Patienten zuerst sichten und medizinisch erstversorgen: Ein Gestürzter mit Kopf- und Fußverletzungen, ein zunehmend Bewusstloser mit einer Pfählungsverletzung im Brustkorb und flacher Atmung und ein weiterer Patient mit abgetrenntem Finger und Schock. Gleichzeitig baute die restliche Mannschaft den Behandlungsplatz auf. Ein aufblasbares Zelt wurde innerhalb weniger Minuten mit medizinischen Geräten eingerichtet und in der beginnenden Dämmerung mit Strom versorgt und künstlich beleuchtet. Am Eingang übernahm Notarzt Dr. Matthias Pfeifer die ärztliche Sichtung, bevor die Sanitäter im Inneren weiter versorgen und die Verletzten transportfähig machen konnten. Die Abfahrt in die Kliniken erfolgte nach Dringlichkeit des jeweiligen Verletzungsmusters. „Bei Großeinsätzen mit sehr vielen Verletzten und zu Beginn nur begrenzten Rettungsmitteln sorgt diese Vorgehensweise dafür, dass möglichst viele überleben“, erklärt der Berchtesgadener SEG-Leiter Bernd Resch.

„Natürlich werden wir in der Realität für nur drei Verletzte in der Regel kein Zelt aufbauen. Heute ging es aber darum, an einem einfachen Beispiel ortsübergreifend gemeinsam zu arbeiten und die Abläufe für den Ernstfall zu optimieren, denn bei vielen Verletzten zählt jede Minute und jeder Handgriff muss sitzen“, erklärt der stellvertretende Reichenhaller SEG-Leiter Matthias Rein. Nach der Übung fand eine kritische Nachbesprechung in der Einsatzhalle in der Frühlingstraße statt. „Es ist schon faszinierend, wie harmonisch und freundschaftlich unsere Leute zusammenarbeiten und was sich da in den letzten beiden Jahren seit Bestehen der gemeinsamen SEG entwickelt hat“, lobte Resch, der den Unfallmimen und dem Team für realistische Unfall- und Notfalldarstellung (RUD) des Jugendrotkreuzes (JRK) für ihre Arbeit dankte.

Geografisch ist das Berchtesgadener Land aufgrund der Berge gerade im südlichen Landkreis von den Nachbarregionen abgeschnitten. Wenn alle regulären Rettungsmittel bereits im Einsatz sind, kann die Leitstelle deshalb auf die SEG´n zurückgreifen. Die BRK-Bereitschaften im Landkreis halten zur Ergänzung des Rettungsdienstes und für Großschadensfälle aller Art 21 zusätzliche Fahrzeuge, neun Anhänger und umfangreiche Ausrüstung bereit, die - genauso wie die Aus- und Fortbildung der freiwilligen Sanitäter - fast ausschließlich über Spendengelder finanziert werden. BRK-Bereitschaften gibt es in Ainring, Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing, Laufen und Teisendorf.

Pressemitteilung BRK BGL

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