Philharmonie: jetzt geht's um die Zukunft

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"Es ist Zeit für etwas neues", resümierte ein sichtlich gefasster Thomas Mandl bei der Jahreshauptversammlung.

Bad Reichenhall - Neugier war bei den über 100, im Parkhotel Luisenbad anwesenden, Mitgliedern des Vereins Bad Reichenhaller Philharmonie zu spüren. Neugier, was die Jahreshauptversammlung so bringt.

Bei einer außerordentliche Mitgliederversammlung des Vereins Anfang März schlugen die Wellen hoch. Mitglieder machten ihrem Unmut darüber Luft, dass der Ende November auslaufende Vertrag von Chefdirigent Thomas Mandl nicht verlängert werde. "Ein ganz normaler Vorgang", konterte der Vorstand. Doch an diesem Abend sollte nur der Vorschlag von Oberbürgermeister Herbert Lackner, ein runder Tisch mit betroffenen Personen, ein Ende der Diskussion herbeiführen.

An diesem runden Tisch saßen letztlich der Oberbürgermeister, der Chefdirigent und Frank Starke als Geschäftsführer des Vereins. Einvernehmlich gingen die drei außeinander. Ruhe sollte einkehren und das Orchester wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt werden.

Offenbar zeigt dieses Gespräch Wirkung. Bei der Jahreshauptversammlung im Parkhotel Luisenbad in Bad Reichenhall konnten die Begrüßung, die Jahresrückblicke des 1. und 2. Vorstandes und des Chefdirigenten, sowie der Geschäftsbericht und der Kassenbericht reibungslos durchgeführt werden. Einzig der Entlastung des Vorstandes stimmten vier Mitglieder nicht zu.

Erleichtert zeigte sich der Vorstand nach seiner Entlastung. v.l.: Vorstand Richard Griß, zweiter Vorstand Tamás Ferge, Thomas Mandl, Geschäftsführer Frank C. Starke, Intendant Stephan Hüfner und Schriftführer Helmut Tischler.

Ganz ohne Diskussion sollte aber auch diese Versammlung nicht verlaufen. Unter dem Tagesordnungspunkt 'Verschiedenes' hatten die 'Solistenpaten' den Antrag gestellt, dass drei Mitglieder die Satzung überarbeiten sollten. Hauptsächlich, um mehr Mitspracherecht für die Mitglieder und die Geldgeber zu erreichen. Auch die alleinige Verantwortung des ersten Vorsitzende sollte laut der Solistenpaten auf weitere Schultern verteilt werden und der Geschäftsführer in den Vorstand eingegliedert werden.

"Grundsätzlich sei eine Überarbeitung der Satzung wünschenswert", gab Geschäftsführer Starke zu. Allerdings aus den Gesichtspunkten, dass vor 25 Jahren noch Dinge wie das Internet kaum verbreitet waren. Nachdem die Mitglieder mit 85 zu 26 Stimmen - bei 15 Enthaltungen - den Antrag abgelehnt hatten, erklärte der Vorstand deshalb, die Satzung bis zur nächsten Jahreshauptversammlung trotzdem zu überarbeiten.

Somit war das letzte Aufbäumen, der Kritiker des Vereinsvorstandes abgewickelt. Zeit, um in die Zukunft zu blicken, die finanziell zwar noch nicht auf gesicherten Füßen steht, aber künstlerisch einiges bereithält.

Da Thomas Mandl definitiv am 30. November die Bad Reichenhaller Philharmonie verlassen wird, muss ein Nachfolger gefunden werden. "Die Stelle ist ausgeschrieben. Es wird ein aufwendiges Bewerbungsverfahren geben", konnte Intendant Stephan Hüfner berichten. "Der neue Chefdirigent wird allerdings definitiv zu spät kommen, um die künstlerische Jahresplanung für 2012 machen zu können." Dafür konnte Hüfner Prof. Christoph Adt gewinnen. Der gebürtige Schwabe unterrichtet an der staatlichen Hochschule für Musik und Theater in München und erklärte sich bereit, die künstlerische Leitung für 2012 zu übernehmen. "Er wird auch einige Konzerte dirigieren", ist sich Hüfner sicher. "Wie viele ist noch nicht klar."

Klar ist aber, dass auch das Jahr 2012 noch die Handschrift des scheidenden Chefdirigenten trägt. "Thomas Mandl wird seine Ideen in die Planung für 2012 noch einbringen", freute sich der Vorstand geschlossen. Und die Mitglieder applaudierten.

Christine Zigon

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