„Jetzt glauben Leute sie können wieder zum Tanken kommen“

"Ösi-Corona-Einreisekontrollen": Soldaten verweigern 2.800 Personen Einreise

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Soldaten des Österreichischen Bundesheer haben an den Salzburger Grenzen zu Bayern im April 2795 Personen abgewiesen.

Bayern/Salzburg - Exakt 2.795 Personen haben Soldaten des Austro-Heeres die Einreise nach Salzburg verweigert. Trotzdem wollen immer mehr ohne triftigen Grund nach Österreich. 

Genau 2795 Personen haben Soldaten des Bundesheeres im Auftrag der Landessanitätsdirektion im April 2020 die Einreise nach Salzburg verweigert. Insgesamt wurden an den sieben Kontrollstellen über 185.000 Personen kontrolliert, 114 Personen wurden von der Polizei nach dem Fremdenpolizei-Gesetz zurückgewiesen, „das waren vor allem Rumänen, deren Ausreise aus Österreich wegen der Grenzsperre in Ungarn nicht sichergestellt war“, erklärt Karl Wochermayr, der Einsatzleiter der Grenzkontrollen bei der Polizei Salzburg. 


Die Abweisungen nach dem Epidemie-Gesetz und nach den zahlreichen Verordnungen werden von Soldaten des Österreichischen Bundesheeres durchgeführt, sie sind im Assistenzeinsatz für die Polizei und die Landessanitätsdirektionen. „Die zahlreichen Ausnahmen für die Einreise nach Österreich sind alle bekannt, trotzdem kommen immer wieder Reisende an die Grenze, die zum Beispiel schnell zum Billig-Tanken nach Salzburg fahren wollen“, so Wochermayr. Besonders seit der schrittweisen Öffnung von Geschäften und Einkaufszentren in Salzburg sei eine Zunahme von Einreiseversuchen ohne triftigen Grund festzustellen.

Eine Einreiseregel für österreichische Staatsbürger ist, dass sie entweder einen aktuellen, negativen Corona-Test nachweisen müssen, wie er zum Beispiel am Flughafen Wien-Schwechat für 190 Euro zu bekommen ist, oder aber 14 Tage in Heim-Quarantäne müssen. An den sieben Grenzübergängen im Bundesland Salzburg wurden 3268 Männer und Frauen von den Soldaten in Heimquarantäne geschickt. Rund 15.500 Nicht- Österreicher durften durch Österreich durchfahren, bei Zielländern am Balkan sei hier das Problem oft gewesen, dass die Reisenden nicht wussten, ob sie in Slowenien oder Ungarn einreisen und durchreisen dürfen, hier hätten am Ende die jeweiligen Botschaften geholfen.


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Rund 70 Beamte der Polizei Salzburg sind an den sieben geöffneten Grenzübergängen im Dienst, „also von Oberndorf/Laufen über Salzburg/Freilassing bis Walserberg-Autobahn oder Steinpass in Lofer“. Der Aufbau der Grenzkontrollen innerhalb weniger Tage sei „eine logistische Meisterleistung“ gewesen, man habe Container und andere Infrastruktur anschaffen müssen. Aktuell sind die Einreisekontrollen nach Österreich bis Ende Mai verlängert, die deutschen Einreisekontrollen laufen offiziell bis 15. Mai, Deutschlands Innenminister Horst Seehofer ließ aber erkennen, dass er an den Kontrollen festhalten will. Wie viele Nicht- Deutsche bei der Einreise nach Deutschland zurückgewiesen wurden hat die Deutsche Bundespolizei nur an den ersten Tagen bekannt gegeben.

(hud)

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