Bundesminister in den Bergen

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Oberjettenberg – Der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Thomas de Maiziére, reiste im Rahmen seiner Sommerreise heute in die Berge und stattete der WTD 52 einen umfangreichen Besuch ab.

Der 58-Jährige verschaffte sich in der Nähe Bad Reichenhalls ein umfangreiches Bild der Dienststelle für Schutz- und Sondertechnik (WTD 52) in Oberjettenberg. Dort wurde er von Direktor Michael Klaus empfangen und praxisnah durch alle Aufgabenspektren der WTD 52, die aufgestockt werden soll, geführt.

Darüber hinaus hatte der Minister, der mit dem Hubschrauber angereist war, die Gelegenheit, Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und deren Personalvertretungen zu führen. Dabei informierte sich der Familienvater (de Maiziére hat drei Kinder) unter anderem über den Sachstand der Neuausrichtung und verschaffte sich einen direkten Eindruck über die Stimmungslage unter den Beschäftigten. Diese ist gut, sind ihre Arbeitsplätze doch gesichert. Thomas de Maiziére: „Funktionell sind wir hier bestens aufgehoben. Wir denken für die beiden Standorte im Berchtesgadener Land zukunftsorientiert, die WTD 52 hat einen enorm guten Ruf“, so der Minister.

Die hiesige Dienstelle wird sogar aufgestockt, die WTD 51 in Koblenz aufgelöst. Oberjettenberg übernimmt künftig deren Aufgabe, personell bleibt’s jedoch bei den rund 120 Beschäftigten: „Wir können dies durch Umverteilungen bewältigen“, so Dienststellen-Chef Michael Klaus über die jüngsten Entwicklungen zufrieden.

Ehe Dr. Thomas de Maiziére von der Reiteralpe wieder Richtung München abhob und weiter nach Berlin reiste, bewältigte er ein umfassendes, rund dreistündiges Informationsprogramm – zum Großteil unter Tage: WTD-Direktor Michael Klaus erläuterte dem Minister die Aufgabenbereiche – angefangen beim Luftstoßwellensimulator, über die Kernkompetenzen von Schutzlagern und der Sicherstellung von Infrastruktur, Einsatzrelevanzen, Tarnen und Täuschen, einem Prüfstand für Torpedogefechtsbatterien (eine allein kostet 120.000 Euro) bis hin zur Demonstration von Nebelschleppen, rückentragfähigen Wasserwerfern, hochmodernen Lasergeräten oder einem Bahnsimulator für die Unterwasserballistik mit 1,2 Millionen Litern selbstgereinigtem flüssigem Inhalt.

Minister in den Bergen

3,4 Kilometer Gesamtlänge weist das zehn bis zwölf Grad kalte Stollensystem an der Reiteralm auf. „Wir arbeiten nicht nur am und auf dem Berg, sondern auch in ihm“, so Michael Klaus. Besonderes Interesse weckte das Optronische Labor im Stollen, dem zweifelsfrei angenehmsten Raum der Anlage: Hier wird eingleichbleibend künstliches Klima geschaffen, um unter absolutkonstanten Bedingungen Materialien und Stoffe zu testen – nicht nur eigene; auch fremdes Wehrmaterial wird auf dessen Strahleneigenschaften untersucht und genauestens unter die Lupe genommen.

Gleichfalls beeindruckend gestaltete sich eine Probe-Sprengung,die die Besucher aus einiger Entfernung mitanhören durften: 12,5 Kilo Sprengstoff im engen Stollen, die im Freien wie 750 Kilo wirken würden – Rauch quoll aus dem „offenen Berg“, der Boden wackelte.

„Wir haben eine vielfältige Truppe – und ich freue mich sehr, dass wir diese Fähigkeiten nutzen können“, so der Minister, der schließlich auch betonte, froh zu sein, dass der neue Einheitsname der Reichenhaller Kaserne („Hochstaufen“) nun bekannt sowie genehmigt ist – und die umstrittene Bezeichnung endlich Geschichte.

bit

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