Ministerpräsident Seehofer zeichnet Bergwachtler aus

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Leistungsauszeichnung in Gold für besondere Verdienste um die Bergwacht Bayern in der Münchener Residenz. Von links: Alois Glück, Vorsitzender Bergwacht Bayern, Ministerpräsident Horst Seehofer, BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, Alois Resch, Bergwacht Ramsau.

München - Feierstunde in der Residenz: Ministerpräsident Horst Seehofer hat Alois Resch, Rupert Erber, Josef Paßrugger und Bruno Verst geehrt.

Ministerpräsident Horst Seehofer hat bei einer Feierstunde in der Münchner Residenz Alois Resch von der Bergwacht Ramsau und Rupert Erber von der Bergwacht Bad Reichenhall mit den Leistungsauszeichnungen in Gold und Silber geehrt. Bruno Verst, der Hüttenwirt des Watzmannhauses, bekam für seine Unterstützung des Bergrettungsdienstes das Bergwacht-Edelweiß; Josef Paßrugger von der Bergwacht Inzell wurde in Abwesenheit mit der Leistungsauszeichnung in Silber geehrt. „Der Freistaat Bayern sagt damit Vergelt`s Gott für dem selbstlosen Einsatz und großen Dienst an unserer Gesellschaft“, lobte Seehofer.

Ministerpräsident zeichnet verdiente Bergwachtmänner aus

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Bergwacht Bayern, Alois Glück, und der Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, überreichte der Ministerpräsident die Leistungsauszeichnungen. Bei der Feierstunde der Bergwacht Bayern im Vierschimmelsaal der Münchner Residenz würdigte Seehofer den Mut und den selbstlosen Einsatz verdienter Bergretter: „Wir ehren heute 18 Bergwachtmänner aus allen Teilen Bayerns für ihre besonderen Verdienste um die Bergwacht Bayern. Sie stehen stellvertretend für die rund 3.200 ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht, die bei jährlich rund 12.000 Einsätzen auch ihr eigenes Leben riskieren, um andere Menschen aus Bergnot zu retten. Der selbstlose Einsatz, der Mut und die Solidarität mit den in Not Geratenen ist alles andere als selbstverständlich. Bayern sagt Danke und Vergelt`s Gott. Wir sind stolz auf unsere Bergwacht!

In seiner Begrüßungsrede wies Alois Glück zudem auf die große Bedeutung und die zunehmende touristische Nutzung der bayerischen Alpen und Mittelgebirge hin. „Waren in der Vergangenheit die Menschen hauptsächlich am Wochenende im Gebirge unterwegs, und damit auch Rettungseinsätze notwendig, sind die Frauen und Männer der Bergwacht im vergangen Jahr bei der Hälfte der über 7.000 detailliert erfassten Notfalleinsätze während der Woche oder nachts im Einsatz gewesen.“ Für Glück müssen auch zukünftig alle Auftraggeber, Bergsportler und Bergtouristen, Wirtschaft und Politik die ehrenamtlichen Bergretter umfassend unterstützen. Die Bergretter benötigen eine zeitgemäße, effektive Ausbildung, eine hochwertige persönliche Schutzausrüstung und eine angemessene Absicherung ihres eigenen Risikos.

Alois Resch von der Bergwacht Ramsau ist seit 43 Jahren ehrenamtlich als Bergretter aktiv. Er erfuhr seine Ausbildung unter der strengen Hand von Karl Komposch, der wie für viele andere in der Region Chiemgau und bayernweit auch für ihn ein Vorbild als Bergretter war. Als junger Mann gab es kaum einen Einsatz oder eine Aufgabe, die für ihn eine Schwierigkeit darstellte. Auch in spä­teren Jahren war Alois Resch an erster Stelle mit dabei. Hierzu zählen unter anderem die schweren Lawineneinsätze von 1976 am Hocheis, 1985 im Seilergraben mit fünf Verschütteten, in den folgenden Jahren 1992 und 1993 im Watzmannkar und wiederholt am Hocheis. Die heimischen Berge sind Sehnsuchtsort für viele Bergsteiger, für Alois Resch waren sie zudem Einsatzort für viele schwierige Sucheinsätze im hochalpinen Gelände. Mit seinem ausgeprägten und trockenen Humor bewältigte er viele Aufgaben mit Lockerheit, sorgte im Alltag für Heiterkeit und in schweren Stunden für Linderung. Die Teilnahme an allen Ausbildungen und Unternehmungen war für ihn selbstverständlich und die Kameradschaft schrieb er immer groß, besonders wenn es um die Brückenbildung zwi­schen Alt und Jung ging. Acht Jahre lang führte er die Bergwacht Ramsau, wobei er schon vorher als Schriftführer und zeitweise auch Kassier tätig war. Nach dem tödlichen Einsatzunfall seines Vorgängers Peter Hillebrand 1993 am Blaueisgletscher übernahm er die Leitung der Bereitschaft. „Die jetzige Bereitschaftsleitung ist ihm zu großem Dank ver­pflichtet, ist er doch als kommunaler Bediensteter und als Kämmerer in der Gemeindeverwaltung Bindeglied zum Bürgermeister und Gemeinderat. Die Bergrettungswache befindet sich im gleichen Haus wie die Gemeindeverwaltung. So ist Alois Resch stets vor Ort häufig der erste bei Einsätzen, und die waren und sind in der Ramsau meistens weder wenig noch leicht“, lobte Rudolf Gantner, zweiter Vorsitzender der Bergwacht Bayern in seiner Laudatio.

Ruper Erber von der Bergwacht Bad Reichenhall ist seit 36 Jahren aktiv. Zahlreiche Menschen verdanken ihm ihre Rettung aus Bergnot. Er ging in Einsätzen mehr als einmal hohe Risiken zur Rettung von Menschenleben ein. Beispielhaft sind drei Lawinenunfälle in den Berchtesgadener Alpen im Winter 1991, die bei damals extremer Lawinengefahrenstufe durchgeführt wurden. Rupert flog viele Hubschraubereinsätze und war zudem bei zahlreichen Suchaktionen und Totenbergungen an vorderster Stelle tätig. Als Lawinenhundeführer trägt er seit 25 Jahren besondere Einsatz- und Führungsverantwortung. Er baute zudem das Archiv der Lawinenhundestaffel Chiemgau auf. Auch in organisatorischen Belangen ist er ein unverzichtbarer Bestandteil der örtlichen Gemeinschaft. Seit ein paar Jahren übt er das Amt des Schriftführers der Bergwacht in Reichenhall aus und investiert zudem seine freie Zeit als Hüttenwirt der Reichenhaller Bergwachthütte auf der Törlschneid. Seit 20 Jahren küm- mert er sich um diesen Stützpunkt der Bergwacht im Lattengebirge, der auch als Anlaufpunkt und Notunterkunft für Bergsteiger dient. Im Rahmen des Ferienprogramms der Stad Bad Reichenhall ermöglicht er zudem den Kindern jedes Jahr eine Wanderung zur Bergwachtwachthütte.

Josef Paßrugger von der Bergwacht Inzell ist seit 23 Jahren aktiv. Von Beginn seiner ehrenamtlichen Tätigkeit an gab es nur wenige Einsätze in den Bergen von Inzell, bei denen er nicht mitgeholfen und unmittelbar bei der Rettung oder Versorgung der Verletzten beteiligt war. Seine Einsatzbereitschaft für die Bergwacht zeigte sich schon früh durch die Übernahme der Verantwortung als Ausbilder. „Durch seine ruhige und sehr besonnene Art ist er speziell für den Nachwuchs eine unverzichtbare Leitfigur“, lobte Gantner. Sein enormes Können am Berg ermög­lichte 1996 bei widrigsten Verhältnissen die Rettung eines Gleitschirmfliegers aus der Weißen Wand bei Inzell. Mit seiner Erfahrung und Kenntnissen aus Einsätzen, Ausbildung und Einsatzführung engagierte sich Josef Paßrugger auch außerhalb von Inzell für die Bergwacht in vielfältigster Form. Einige Jahre brachte er sich in die damalige technische Kommission der Bergwacht Bayern ein. Seit 1998 ist er als Ausbildungsprüfer und Mitglied des Lehrteams in der Region Chiemgau aktiv. Josef Paßrugger ist seit vielen Jahren eine tragende Säule der Bergwacht Inzell, als Einsatzleiter, bei berg- und rettungstechnisch schwierigen Einsätzen, bei Vorsorgediensten und Unterstützungsleistungen, aber auch bei gesellschaftlichen Anlässen.

Bruno Verst, der Wirt des Watzmannhauses, wurde für seine Unterstützung mit dem Bergwacht-Edelweiß geehrt. Er führt mit seiner Frau Annette seit zwölf Jahren als Hüttenwirt das Watzmannhaus. Mit großem Entgegenkommen unterstützt er Tag und Nacht die Bergwacht Ramsau bei den häufigen Rettungseinsätzen im hochalpinen Gebiet. Obwohl er mit bis zu 200 Übernachtungsgästen täglich in der Hochsaison beruflich sehr gefordert ist, kann sich die Einsatzmannschaft jederzeit auf seine Mithilfe im Rettungseinsatz verlassen. Er ist zur Stelle, wo Auskünfte und Nachforschungen über vermisste Bergsteiger notwendig sind oder Materialtransporte mit der Bahn und die Verpflegung der Rettungskräfte anstehen. Als Spender engagiert sich Bruno Verst weit über das übliche Maß hinaus mit regelmäßigen größeren finanziellen Zuwendungen für die Bergwacht Ramsau. Nicht zuletzt ist es der Mensch, den die Bergretter insbesondere wegen seiner steten Hilfsbereitschaft und nahezu unerschütterlichen Ruhe schätzen.

ml/BRK-BGL

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