MSP wird weiter kritisch beäugt

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Mit Plakaten kämpfen die Anwohner in Türk weiter gegen die Ansiedlung von MSP in 'ihrem' Gewerbegebiet.

Bad Reichenhall - Der Müllentsorger MSP hat angekündigt, seine Pläne für Bad Reichenhall nachzubessern. Die Bürgerinitiative und auch das Landratsamt stehen dem ganzen noch skeptisch gegenüber.

"Mit der Abwendung des geplanten Betonbrechers ist für die Bürger zumindest ein wichtiger Teilerfolg gelungen", verkündet die Bürgerinitiative 'Lebenswertes Türk-Marzoll', die mit Wohlwollen aufgenommen hat, dass MSP ganz auf den geplanten Betonbrecher verzichten und den Holzschredder in einer Halle betreiben will. "Uns liegen die Pläne noch nicht vor", versucht Florian Kosatschek vom Landratsamt Berchtesgadener Land die Begeisterung zu bremsen.

Das Landratsamt hat in einem ersten Verfahren den Plänen des Müllentsorgers eine Absage erteilt. Jetzt droht MSP ein erneutes Genehmigungsverfahren. "Die Pläne sollen in den kommenden Tagen bei uns eingehen, dann fällt die Entscheidung, wie es weiter geht." Kosatschek rechnet aber damit, dass das Verfahren noch einmal von vorne beginnen wird. "Man wird neue Gutachten brauchen und ich gehe im Moment auch davon aus, dass noch einmal die Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt wird." Festlegen wollte sich Kosatschek freilich noch nicht. "Kommende Woche wissen wir mehr."

Die Nachbesserung des Müllentsorgers bedeutet zwar auch für die Anwohner eine geringere Belastung, dennoch ist die Bürgerinitiative noch nicht überzeugt: "Das Bild des 'harmlosen lokalen Wertstoffhofs plus' bedarf sicherlich weiterhin einer genauen Beobachtung. Der Einsatz des Holzschredders sowie die bisher vorgesehene Lagerung hunderte von Tonnen giftiger Stoffe (asbesthaltige Stoffe, Leuchtstoffröhren, Holz Klasse 4) geben weiterhin Anlaß zur Sorge, besonders im Brandfall. Das Risiko beweisen die zahlreichen Brände in derartigen Anlagen allein in diesem Jahr (Klagenfurt, Porta Westfalica, Wunsiedel). Dort waren zum Glück die bewohnten Nachbargrundstücke weiter entfernt, als 30 bis 50 m sowie in Türk."

Deshalb appelliert 'Lebenswertes Türk-Marzoll' erneut an die Entscheidungsträger: "Die Gesundheit der Bürger und Kurgäste, nicht die Nutzung als Abfallanlage muß Priorität haben." Vor allem weil die Bürgerinitiative nach wie vor eine Erweiterung und Änderung befürchtet, sobald der Betrieb erfolgreich anläuft. "Es kommt jetzt darauf an, die geänderten Planungen weiterhin genau zu verfolgen, Gutachten kritisch zu hinterfragen und zum Schutz von Bewohnern und Kurgästen wachsam zu bleiben", betont Manfred Hofmeister, der Sprecher der Initiative.

cz

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