Mehr Studiengänge und neues Atelier

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Auch der Künstler Peter Tomschiczek gehört zu den über 100 Dozenten der Kunstakademie Bad Reichenhall.

Bad Reichenhall – Die Kunstakademie Bad Reichenhall kann auf ein weiteres erfolgreiches Jahr zurückblicken.

„Auch wenn wir an die Teilnehmerzahlen von 2010 nicht ganz herankommen“, gab Rupert Fegg bekannt. Für die Zukunft setzt der Akademiedirektor verstärkt auf Studienangebote, um angehenden Künstlern eine Ausbildung auf dem zweiten Bildungsweg zu ermöglichen. Professor Markus Lüpertz hat bereits die Leitung für zwei Studiengänge zugesagt, die beide 2012 starten sollen.

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Im letzten Jahr belegten 2150 Studenten einen der 200 Kurse, heuer werden es 2060 sein, schätzt Rupert Fegg. Den Hauptgrund für das sehr gute Abschneiden im vergangenen Jahr führt er auf den voll belegten Studiengang unter Leitung von Professor Markus Lüpertz zurück. Im Herbst 2010 verließen die ersten Absolventen die Akademie mit einem Zertifikat und besten Aussichten auf dem Kunstmarkt. Der nächste Studiengang mit dem Titel „Akademie der Farbmalerei“ hat Anfang Oktober begonnen, diesmal begleiten Professor Jerry Zeniuk, Stephan Fritsch und vier weitere Dozenten insgesamt 26 Männer und Frauen auf dem künstlerischen Ausbildungsweg, darunter auch Fernsehrichterin Barbara Salesch und die Schweizer Schauspielerin Céline Wenger, die zuletzt im Tatort „Der schöne Schein“ zu sehen war. Ziel des Studiums ist nicht nur die schulische Vermittlung von Fertigkeiten. Es soll vielmehr ein tiefer Einblick in die Möglichkeiten der Malerei gegeben werden, die vor allem auf der Ausdrucksmöglichkeit von Farbe beruht.

Viele der Reichenhaller Akademie-Studenten können aufgrund ihres Alters und wegen eines fehlenden Schulabschlusses keine staatliche Akademie besuchen. „Diesem Klientel bieten wir einen anderen, genauso qualifizierenden Ausbildungsweg an“, erklärt Direktor Fegg. So treffen sich in einem Zeitraum von zwei Jahren die Zeniuk-Studenten insgesamt zwölf Wochen in Bad Reichenhall, nebenbei haben sie viel Hausaufgaben und Arbeiten im eigenen Atelier zu absolvieren.

Studiengang kostet rund 10.000 Euro

Rupert Fegg will grundsätzlich das Angebot an Studiengängen in der Reichenhaller Akademie erhöhen. Gleich zwei sollen 2012 unter Leitung von Markus Lüpertz parallel nebeneinander laufen. Zum einen ist ein „Atelierstudium“ für die Basisklasse vorgesehen. „Früher war es üblich, dass man sich bei einem Künstler in dessen Atelier hat ausbilden lassen“, erklärt der Direktor das Konzept, das den Schwerpunkt stark auf das praktische Arbeiten legt. Zum anderen wird es einen einjährigen „Meisterkurs“ für die Absolventen des ersten Lüpertz-Studienganges geben.

Ideale Arbeitsbedingungen: In der denkmalgeschützten Alten Saline stehen den Studenten der Kunstakademie derzeit fünf großzügige, helle Ateliers stehen zur Verfügung. 2012 wird ein weiteres für Bildhauerseminare hinzukommen.

Auch der Künstler Jo Bukowski startet im Herbst 2012 einen dreijährigen Kurs. „Dann haben wir vier Studiengänge gleichzeitig in unseren Ateliers“, freut sich Fegg und plant schon weiter. „Wir wollen dieses Angebot noch stärker ausbauen, denn die Nachfrage nach solchen Weiterbildungsmöglichkeiten ist sehr groß.“ Und das obwohl die Studiengebühren im Durchschnitt 10.000 Euro für zwei Jahre betragen. Eine Investition, die sich für die Teilnehmer trotzdem auszahlt, ist sich der Akademiedirektor sicher. „Unsere Lüpertz-Studenten haben bereits in Katewice/Polen ausgestellt, eine weitere Ausstellung folgt im Januar im Allgäu. Andere sind in Museen vertreten und bei verschiedenen Kunstmessen. Die machen richtig Karriere und verdienen jährlich oft mehr als 50.000 Euro mit ihrer Kunst. Das macht mich schon stolz.“ Und es ist eine Bestätigung für die tägliche Arbeit der Akademiemitarbeiter. „Ohne das Team wäre die Akademie nichts“, weiß der Chef, der seit der Gründung der Einrichtung 1996 auf Service und Dienstleistung setzt. So wird den Teilnehmern unter anderem bei der Quartiersuche geholfen, Bilder werden nachgeschickt und wer am Abend länger malen möchte, bekommt einen Schlüssel.

Neben den Studienmöglichkeiten gibt es an der Kunstakademie auch weiterhin ganz normale Kurse, die im Schnitt eine Woche dauern. Über 200 werden es 2012 sein und die verteilen sich über das ganze Jahr. Als eine Bereicherung für das ganze Areal der Alten Saline und für seine Akademie empfindet Rupert Fegg die neue Gastronomie im Sudhaus 2. „Das ist ideal für unsere Teilnehmer und Studenten“. Auch für die Bildhauer hat Fegg gute Nachrichten: Ab 2012 hat die Akademie das Sudhaus 4 dazu gemietet. Dort steht für plastische Arbeiten ein weiteres großes Atelier zur Verfügung.

Alle Informationen zur Kunstakademie Bad Reichenhall gibt es unter www.dadreichenhall-kunstakademie.de. Der neue Katalog fürs kommende Jahr erscheint Mitte November, dann können alle Kurse auch online abgerufen werden.

Pressemitteilung Kunstakademie Bad Reichenhall

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