Malen statt chillen

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Bad Reichenhall - Fußball spielen, baden, Musik hören,... die Hobbys der Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren sind unterschiedlich, das von Valentin und Juan Johannes aber mehr als ungewöhlich...

"Ich zeichne zuhause viel", verrät der 14-jährige Valentin aus Potsdam. "Wenn es schön ist, treffe ich mich auch mit Freunden im Park und wir zeichnen da. Eigentlich haben wir immer einen Zeichenblock dabei."

Malen, Kunst - etwas, mit dem der Nachwuchs in jungen Jahren selten etwas anfangen kann. Für viele sind die Kunststunden lästige Pflicht. Doch nicht für Valentin: "Kunst ist mein Lieblingfach." Und auch der 16-jährige Juan Johannes aus Madrid gibt zu: "Ich möchte einmal Maler werden."

Derzeit macht er in Spanien sein Abitur. Um seinem Berufswunsch bereits jetzt einen Schritt näher zu kommen, besucht er an der Kunstakademie Bad Reichenhall den Kurs von Thomas Lange "Wann ist ein Bild gut?". Der Dozent hat auch Valentin, sein Patenkind, dazu eingeladen. "Ich bin überrascht, dass es so gut läuft. Es ist eine Leistung, dass die beiden von zehn bis 18 Uhr malen ohne sich zu langweilen."

Langeweile kommt in dem großen, hellen Saal in der Alten Saline in Bad Reichenhall sicher nicht auf. Wie jeder andere Teilnehmer haben Juan und Valentin ihren Platz. Dort können sie fertige Bilder an die Wand hängen, auf einem Tisch farben mischen, Pinsel ablegen und erste Skizzen erstellen, sowie natürlich auf einer Staffelei ihren Ideen freien Lauf lassen.

Freut sich über die Zusammenarbeit mit den jungen Leuten - Dozent Thomas Lange.

"Ich habe Probleme mit Gesichtern und ihren Proportionen", gibt Valentin zu. Das hat sein Patenonkel gleich erkannt und im ein Buch mit alten Portraits von Napoleon und anderen geschichtsträchtigen Persönlichkeiten gegeben. "Die habe ich dann erstmal mit Bleistift gezeichnet, auf Leinwand einen Hintergrund gemalt und dann die Figuren drauf gesetzt", erklärt der 14-Jährige. Jetzt ist er mit seinen Bilder eigentlich zufrieden, auch wenn die Proportionen noch nicht ganz stimmen.

Zufrieden kann auch Juan sein. Er hat Thomas Lange nicht nur mit seinen Bildern überzeugt ("Er ist sehr begabt."), sondern auch die Botschaft des Kurses verinnerlicht: "Ein Bild ist nicht gut, wenn es Propaganda ist oder nur pur esthetisch. Bilder müssen Fragen aufwerfen, nicht große Antworten geben." Genau das will der Dozent in seinem Kurs vermitteln.

Die neun Tage von Valentin und Juan bei Thomas Lange in der Kunstakademie sind fast vorbei. Beide sind begeistert und wollen weitere Kurse machen. Valentin möchte sich vor allem in der Gegend um seine Heimat Potsdam umhören, Juan wird mit Thomas Lange in Kontakt bleiben. "Ich werde ihm bei seiner Mappe helfen", freut sich der Dozent. Denn nach seinem Abitur will der 16-Jährige an einer deutschen Hochschule studieren. "Dort zählt vor allem deine Mappe", weiß er. "In Spanien geht es nur um Noten und Geld."

Auch Valentin will beruflich einmal in die kreative Richtung gehen: "Kunst oder Kunstgeschichte studieren, könnte ich mir vorstellen. Aber auch Fotografie und Design interessieren mich." Bis er sich entscheiden muss, hat er ja noch ein bisschen Zeit und vielleicht geht vorher sein Wunsch in Erfüllung, mal draußen auf einer großen Fläche zu malen.

cz

Rubriklistenbild: © cz

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