Lawinenwarndienst läutet Wintersaison ein

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Eine außergewöhnliche Nassschneelawine war Anfang April am Kehlstein herunter gekommen

Bad Reichenhall - Trotz milder Temperaturen in den vergangenen Wochen beginnt sich der Winter langsam bemerkbar zu machen. Die Vorbereitungen für den Lawinenwarndienst laufen auf Hochtouren.

Mit hohem ehrenamtlichem Engagement leisten die Angehörigen des Lawinenwarndienstes einen wirksamen Beitrag zur Sicherheit für Wintersportler und Verkehrsteilnehmer. Um ihre gemeinsame Arbeit zu koordinieren, trafen sich unter Vorsitz von Abteilungsleiter Christoph Abreß vom Landratsamt Berchtesgadener Land rund 30 Vertreter von Lawinenkommissionen und Fachbehörden zur jährlichen Winterdienstbesprechung.

Drei Lawinenkommissionen sind im Berchtesgadener Land eingerichtet, die mit ihrer Arbeit schon bisher die Gemeindegebiete von Schönau am Königssee, Ramsau, Schneizlreuth, Bad Reichenhall und Piding abdecken. Unter der Beobachtung des Lawinenwarndienstes steht seit dem letzten Winter auch der Maximilians-Reitweg im Gemeindegebiet Bischofswiesen. „Tatsächlich kam es dort im Februar zu einem Lawinenabgang, kurz nachdem die Gemeinde auf Empfehlung der Lawinenkommission eine Sperrung angeordnet hatte“, berichtete Alois Resch als zuständiger Obmann. Im vergangenen Winter kam es auch zu Sperrungen auf der B 21 sowie der Deutschen Alpenstraße in den Bereichen Weinkaser und Schwarzbachwacht.

Dankesworte fand Bürgermeister Klaus Bauregger nicht nur für die Mitglieder der Lawinenkommission Saalachtal, die Ende Februar für etwa zwei Wochen im Dauereinsatz waren. „Als klar wurde, dass die Gemeinde Schneizlreuth von der Außenwelt abgeschnitten zu werden drohte, stellte das BRK dem betroffenen Ortsteil sofort einen Krankenwagen mit Besatzung zur Verfügung, um jederzeit die Notfallversorgung der Bevölkerung sicherstellen zu können“, lobte er und nahm gleichzeitig die Fachbehörden in die Pflicht, für lawinensichere Zufahrten ins Gemeindegebiet zu sorgen: „Wir drängen hier auf eine schnelle Lösung.“ Gerade wegen der Bedeutung des kleinen deutschen Ecks für den überregionalen Verkehr sind sich die Vertreter der Lawinenkommissionen und Sicherheitsbehörden einig, dass die Zusammenarbeit mit den österreichischen Nachbarn weiter intensiviert werden muss.

Auf Initiative des Bad Reichenhaller Obmanns Helmut Lutz fanden bereits Kontaktgespräche mit dem Salzburger Lawinenwarndienst statt. In Zusammenarbeit mit der Lawinenwarnzentrale Bayern wurde im Landratsamt eine grenzüberschreitende Schulung durchgeführt, an der auch die Mitglieder der benachbarten Pinzgauer Kommissionen teilnahmen. Darüber hinaus stimmt sich das Landratsamt unter dem Dach der EuRegio regelmäßig mit dem Amt der Salzburger Landesregierung ab, ergänzte Sachgebietsleiter Günter Ehrichs.

Für ihren unermüdlichen Einsatz auch unter schwierigsten Bedingungen sprach Abteilungsleiter Christoph Abreß abschließend allen Mitgliedern des Lawinenwarndienstes seinen Dank aus: „Ihr freiwilliges Engagement rettet Menschenleben und ist damit unverzichtbar für die Gefahrenabwehr im Alpenraum!“

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

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