BN: "Freie Salzach" zum 100. Geburtstag?

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Prof. Dr. Hubert Weiger, Landesvorsitzender des Bund Naturschutz Bayern, erläuterte die Pläne an der Unteren Salzach.
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Laufen - Laut Bund Naturschutz und dem Naturschutzbund Salzburg wird 2013 zum Schicksalsjahr für die Salzach: Kommen Staustufen zur Energiegewinnung oder kann ein Naturfluss entstehen?

„Die Salzach muss wieder ein Naturfluss werden“, ist die klare Forderung der Naturschutzverbände an der Salzach, wie der Landesvorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern e. V. (BN), Prof. Dr. Hubert Weiger, und der Sprecher des Naturschutzbund Salzburg, Dr. Hannes Augustin, bei einem Lokalaugenschein feststellten. „Diese Jahrhundertchance muss 2013 endlich und endgültig ergriffen werden, und die Staustufenplanungen müssen ein für alle mal vom Tisch.“

"Freie Salzach" zum 100. Geburtstag?

Blick Richtung Oberndorf.

Bund Naturschutz Bayern und Österreichischer Naturschutzbund feiern in diesem Jahr jeweils ihren 100. Geburtstag. Seit Jahrzehnten kämpfen sie für eine 'freie Salzach' und gegen Wasserkraftwerke. „Wir werden 2013 alles dafür tun, dass wir und die Bevölkerung endgültig eine 'freie Salzach' geschenkt bekommen“, so Erich Prechtl, Sprecher der Aktionsgemeinschaft "Lebensraum Salzach".

Die Naturschutzverbände haben gegen die Staustufenplanungen auch funktionierende Konzepte der Wasserbauer auf ihrer Seite: „Naturfluss Salzach - das geht“, so Dr. Christine Margraf, Artenschutzreferentin Südbayern. Die Oberösterreichische Umweltanwaltschaft hatte das Büro Mayr & Sattler aus Wien beauftragt, dies zu prüfen. „Die Naturflussvariante ist technisch machbar, stellt die ökologisch beste Variante dar, lässt sich rasch, kostengünstig sowie in Teilabschnitten umsetzen und erfüllt alle gesetzlichen Vorgaben“, fasst die auftraggebende Institution die Ergebnisse zusammen. Diese Variante kann alle Funktionen der Salzach- Sanierung erfüllen und nur sie gibt der Salzach zusätzlich wieder etwas von ihrem dynamischen Alpenfluss-Charakter zurück.

Da die Studie nur das Tittmoninger Becken umfasst, haben die Naturschutzverbände nun DI Sattler direkt beauftragt, eine entsprechende Variante auch für das Freilassinger Becken auszuarbeiten. Die Ergebnisse dieser Studie sollen im wenigen Monaten vorliegen.

Umfrage nur ein Scheindialog?

Die Salzach bei Laufen.

Auch die Menschen wollen mehr Naturfluss: 80 Prozent der Bevölkerung stimmten bei der kürzlich durchgeführten Umfrage im Freilassinger Becken für „weiche Ufer“. Weiche Ufer bedeuten mehr Freiraum für die Salzach, mehr Dynamik, mehr Artenvielfalt, mehr Erlebnis. Bei Oberndorf kann man dies bereits erleben - dort hat die Salzach freie Ufer erhalten. Diese Umfrage ist aus Sicht der Naturschutzverbände insgesamt jedoch äußerst fragwürdig: Eine geringe Teilnehmerzahl, eine selektive Auswahl der Befragten sowie fragwürdige Fragen könnten nicht jahrzehntelange wissenschaftliche Daten und Erkenntnisse ersetzen. Die Naturschutzverbände hatten sich daher nicht an diesem Flussdialog beteiligt und ihn als Scheindialog verlassen.

Wasserkraft nicht nachhaltig

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Gegen neue Stauwehre und Wasserkraftwerke

Die Befragung kann daher auch keine Wasserkraftwerke legitimieren. „Wasserkraftstrom ist nicht nachhaltig. Neue Wasserkraftwerke sind für die Energiewende nicht nötig. Die Einsparpotenziale sind um ein Vielfaches größer und völlig ohne Schaden an der Natur umsetzbar“, so BN und ÖNB im Gleichklang. Die Salzach darf nicht auf dem Altar eines vermeintlichen Klimaschutzes geopfert werden. Der Erfolg der derzeit laufenden Sanierung der Salzach würde durch Wasserkraftwerke völlig unnötig aufs Spiel gesetzt", so Bayerns BN-Vorsitzender Prof. Dr. Hubert Weiger.

Die Salzach ist ein international bedeutsamer Lebensraum und ein europäisches Schutzgebiet Natura 2000. „Dessen Schutz und auch die Vorgaben der Alpenkonvention sind nicht vereinbar mit einer Wasserkraftnutzung“, ist auch die länderübergreifende Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach (ALS) überzeugt.

Letzter ungestauter Voralpenfluss

Prof. Dr. Hubert Weiger.

Die untere Salzach ist der letzte freie ungestaute Alpenfluss Bayerns und Österreichs. In den letzten Jahren wurde hier eine vorbildliche Renaturierung begonnen. Von der Mündung aufwärts ist der Grenzfluss auf über 60 Kilometern Länge nicht gestaut. Entsprechend artenreich und einmalig sind die Lebensräume entlang der Salzach. Sie sind als europäisches Schutzgebiet Natura 2000 geschützt.

Die derzeit laufende Sanierung wird die Salzach ohne Wasserkraftwerke für Mensch und Natur weiter aufwerten. Die Konzepte und Planungen zur Sanierung der Unteren Salzach sind zügig fortzuführen und umzusetzen.

Pressemeldung Bund Naturschutz / Hans-Joachim Bittner

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