Lange gut leben: BRK-Aktion Hausnotruf und Menü-Service

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„Essen auf Rädern und Hausnotruf ermöglichen, dass alles bleibt wie es ist: Das gewohnte Leben in den eigenen vier Wänden“, erklärt Hausnotruf-Sachbearbeiter Eric Wierzchowski.

Berchtesgadener Land – Das Bayerische Rote Kreuz ermöglicht seit Jahrzehnten vielen Senioren und Behinderten im Landkreis mit seinen Sozialen Diensten ein weitgehend selbständiges Leben in den eigenen vier Wänden:

Rund 200 Menschen werden regelmäßig mit „Essen auf Rädern“ versorgt und 520 Teilnehmer gewinnen durch ein Hausnotruf-System trotz Krankheit oder Handikap rund um die Uhr die notwendige Sicherheit für Notfälle zu Hause. Mit einer Info-Aktion will das BRK nun die beiden Dienste noch bekannter machen und Interessierten die Möglichkeit geben, beides unverbindlich zu testen.

Ältere Menschen sind oft misstrauisch und kritisch: Sie lehnen Unbekanntes erst einmal ab und wollen so wenig Veränderung wie möglich. „Essen auf Rädern und Hausnotruf ermöglichen aber gerade, dass alles bleibt wie es ist: Das gewohnte Leben in den eigenen vier Wänden. Bis zum 30. November 2010 läuft unsere Aktion im Hausnotruf und Menü-Service. Den Hausnotruf können Interessierte dabei vier Wochen lang kostenlos testen. Im Menü-Service bieten wir sieben ausgewählte Gerichte zum Aktionspreis von nur 25 Euro“, erklärt Hausnotruf-Sachbearbeiter Eric Wierzchowski.

Aufgrund der weiten Entfernungen und langen Fahrstrecken auf dem Land ist die Arbeit im Sozialdienst oft ganz schön mühselig. „Wir versorgen viele ältere Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung kaum oder gar keine Möglichkeit mehr haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen oder abgeschieden wohnen. Der Essensmann vom Roten Kreuz ist dann zugleich der einzige Ansprechpartner für alle Sorgen des Lebens und der Draht zur Außenwelt“, erklärt Menüservice Sachbearbeiter Peter Mühlbauer, der lange Zeit selbst mit dem Essen-auf-Rädern-Bus im Berchtesgadener Land unterwegs war.

Individuell und gesund lange gut leben: Der Menüservice des Bayerischen Roten Kreuzes

„Sieben mal die Woche gibt es ausgesuchte Schmankerl“. Von der gebratenen Hähnchenkeule bis hin zum traditionellen Sauerbraten, der Menüdienst vom BRK-Kreisverband erfüllt seinen Kunden auch ausgefallene Wünsche. Dazu versorgen im Landkreis Berchtesgadener Land wöchentlich BRK-Mitarbeiter rund 200 Senioren mit tief gekühlten oder warmen Essen.

Der mobile Menüservice ist für viele kranke oder ältere Menschen eine große Erleichterung und sorgt für mehr Lebensqualität. Einkaufen, Kochen, Abwaschen entfallen, ein abwechslungsreicher Menüplan ist trotzdem garantiert. „Der Menüservice des BRK, auch unter dem Namen „Essen auf Rädern“ bekannt, bietet heutzutage die Möglichkeit sich gesund und ausgewogen zu ernähren“ sagt Mühlbauer. Es stehen rund 250 verschiedene Menus von der Hausmannskost bis zur ausgefeilten Diätkost zur Auswahl.

„Wir versorgen viele ältere Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung kaum oder gar keine Möglichkeit mehr haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen oder abgeschieden wohnen“, erklärt Menüservice Sachbearbeiter Peter Mühlbauer.

Bestätigt wird das auch von BRK-Landesarzt Professor Dr. Peter Sefrin: „Alte Menschen haben grundsätzlich ein Problem mit der Ernährung. Der Menüdienst des Bayerischen Roten Kreuzes bietet die Gewähr, dass alten Menschen eine adäquate Kost angeboten werden kann, die sie selbst nicht mehr organisieren können.“ Dazu bietet der Fachdienst eine persönliche Beratung. Peter Mühlbauer: „Wir finden die richtige Diät oder das richtige Menü: Egal ob kalorienreduziert, ob für Diabetiker oder für Menschen, die sich natriumarm ernähren müssen.“

Bis Ende November gibt es den Menüservice zum Aktionspreis. Die sieben Menüs kosten dann 25 Euro.

Lange gut leben: Hausnotruf bietet Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

Individuell und sicher im Alter leben, das ist der Wunsch der meisten älteren Menschen. Viele Senioren leben deshalb so lange wie möglich in Privathaushalten. Drei Viertel dieser Zuhause lebenden Menschen benötigen keine regelmäßige Hilfe von außerhalb. Mit zunehmendem Alter schränken jedoch Einbußen der sensorischen, geistigen und körperlichen Fähigkeiten die selbstständige Lebensführung allmählich ein.

Nach dem Prinzip „ambulant vor stationär“ werden in Deutschland über 1,4 Millionen Menschen der Pflegestufe I-III im häuslichen Umfeld gepflegt (Stand 2007). „Das Bayerische Rote Kreuz als langjähriger Hausnotrufanbieter bietet alten Menschen die nötige Sicherheit für ein selbst bestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden“ sagt Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. „Das Konzept des Hausnotrufes ist eine gute und verlässliche Alternative zum Pflegeheim“.

Ein Druck auf den so genannten Funkfinger - den man als Kette, als Armband oder als Brosche tragen kann - genügt. Sofort wird automatisch eine Sprechverbindung mit der Hausnotrufzentrale des Bayerischen Roten Kreuzes aufgebaut. Eric Wierzchowski: „Dort liegen alle Informationen des Kunden vor. Der Diensthabende schickt je nach Situation eine Kontaktperson (Verwandte, Nachbarn und ehrenamtliche BRK-Helfer), den Pflegedienst, den Rettungsdienst oder Notarzt auf den Weg“. Ein Zweitschlüssel für alle Notfälle wird beim örtlichen Roten Kreuz hinterlegt.

Experten und Nutzer bestätigen dem Hausnotruf großen sozialen Nutzen. Der Hausnotruf garantiert, dass Menschen in Situationen, in denen sie sich selbst nicht mehr helfen können oder in schwerwiegenden Notlagen, nicht unbemerkt bleiben, sondern fachgerechte Hilfe erhalten. Damit werden zugleich auch Folgekosten für das Gesundheitssystem minimiert.

In Deutschland sind nur etwa zwei Prozent der über 65-Jährigen an den Hausnotruf angeschlossen. In Schweden und Großbritannien ist man fortschrittlicher, dort sind es schon neun bzw. 37 Prozent. Die Einspareffekte für das deutsche Gesundheitswesen wären enorm, wenn mehr Menschen den Hausnotruf nutzen würden. Das wird bestätigt durch eine Wirkungs- und Potenzialanalyse zum Hausnotrufsystem der Initiative Hausnotruf. Wierzchowski: „Wir könnten in Deutschland 500 Millionen Euro einsparen, wenn nur zehn Prozent der Pflegebedürftigen, die ambulant versorgt werden, dank der Unterstützung durch den Hausnotruf, sechs Monate länger zu Hause wohnen bleiben, bevor sie ins Pflegeheim ziehen müssen“.

In Deutschland muss der Einbau des Hausnotrufs in der Regel selbst finanziert werden. Erst ab der Pflegestufe I werden Kosten für den Anschluss und die Grundgebühr von den Pflegekassen übernommen. Beim BRK nutzen rund 24.000 Teilnehmer das Notrufsystem. Der Hausnotruf spart letztendlich hohe stationäre Pflegekosten, indem der Aufenthalt Pflegebedürftiger zu Hause verlängert wird. Das Bayerische Rote Kreuz bietet vom 15. Oktober bis zum 30. November ein Angebot, den Hausnotruf kostenlos zu testen.

Pressemitteilung BRK BGL

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