Landrat Grabner beruft Bergwaldforum ein

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Berchtesgadener Land - Landrat Grabner hat das Bergwaldforum einberufen. Das Forum beschäftigt sich mit Bergwäldern.

Auf Einladung von Landrat Georg Grabner trafen sich der Stimmkreisabgeordnete Roland Richter sowie mehrere Bürgermeister und Kommunalpolitiker, Vertreter von Behörden und Verbänden zur Gründung eines „Bergwaldforums Berchtesgadener Land“.

Dieses Gremium soll die Arbeit des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) beim Umbau von nicht standortgerechten privaten Waldbeständen in meist unzugänglichen Gebirgslagen im Rahmen der sogenannten Bergwaldoffensive (BWO) unterstützen. Rupert Wörndl, der forstliche Vertreter des Amtes: „Wir konzentrieren uns dabei auf überschaubare Gebiete, in denen ein hohes Gefährdungspotential durch den Klimawandel besteht, in denen aber durch gezieltes frühzeitiges Handeln eine nachhaltige Verbesserung der Schutzwirkungen der Bergwälder erreicht werden kann. Das sind vor allem mehr oder weniger reine Fichtenwälder, die zum Teil bereits jetzt schon „kränkeln“, in Zukunft bei extremeren Witterungsbedingungen aber ihre schützende Wirkung zum Verhindern von Lawinen- und Murenabgängen, von Bodenabtrag sowie gegen allzu schnell abfließendes Niederschlagswasser nicht mehr entfalten können.“

Landrat Grabner begrüßte dieses Vorgehen nachdrücklich: „Die BWO-Maßnahmen sollen beispielgebend als „Leuchttürme“ über das Projektgebiet hinaus wirken und sowohl Waldbesitzer zur Anpassung der Bergwälder an den Klimawandel anregen als auch der Öffentlichkeit die Bedeutung des Bergwaldes im Berchtesgadener Land insbesondere auch in seiner Schutzfunktion deutlich machen.“

Unter seinem Vorsitz soll das Bergwaldforum alle Maßnahmen begleiten, neue Vorschläge machen und Anregungen geben. Neben ihm als Landrat und dem Stimmkreisabgeordneten Roland Richter sind die Bürgermeister der Gemeinden Ramsau und Berchtesgaden, die Fraktionschefs des Kreistages, die Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, des Straßenbau- und des Wasserwirtschaftsamtes, aller Verbände und Einrichtungen, die mit Natur, Bergwald, Tourismus, Weiderechten und Jagd zu tun haben, vertreten.

Für die größeren Waldbesitzer bzw. Nachbarn der BWO-Projekte arbeiten das Bergwerk, die Bayerischen Staatsforsten sowie der Nationalpark im Bergwaldforum mit.

Otto Ertl als örtlich zuständiger Förster des AELF und Projektmanager Michael Frank stellten anschließend die wichtigsten Maßnahmen vor. Sie reichen vom Bau von Schlepperwegen über die Pflege geschälter Fichtenbestände, die Pflanzung von Mischbaumarten bis hin zur Errichtung von Weiserzäunen. Solche Weiserzäune wurden im Bereich Gröllberg, Gemeinde Ramsau errichtet. Damit soll aufgezeigt werden, welchen Anteil das Weidevieh und welchen das Wild am Verbiss von Forstpflanzen hat. Vor allem über Möglichkeiten der Trennung von Wald und Weide wurde dann auch heftig diskutiert.

Sebald König, der Leiter des staatlichen Bauamtes Traunstein stellte eine Studie über die Schutztauglichkeit der Wälder oberhalb der B 21 zwischen Saalachsee und Unterjettenberg vor.

Auf Vorschlag von Landrat Grabner werden Bauamt und AELF in Kürze mit den Grundeigentümern in diesem Bereich zusammenkommen und mögliche Maßnahmen besprechen.

Als weiteres konkretes Ergebnis dieser ersten Zusammenkunft vereinbarten MdL Richter und Maria Stöberl vom Verband der Forstberechtigten ein Gespräch über die Regelung der Waldweiderechte. Beim nächsten Treffen des Bergwaldforums sollen Maßnahmen im Gelände besichtigt und diskutiert werden.

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

Rubriklistenbild: © dpa

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