Viele Lehrstellen noch unbesetzt

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Landkreis - Azubis händeringend gesucht: Zu Beginn des Ausbildungsjahres sind in den Betrieben im Landkreis Berchtesgaden noch viele Lehrstellen frei.

Während die Unternehmen angesichts des erwarteten Fachkräftemangels und gut laufender Geschäfte erneut mehr Ausbildungsplätze als im Vorjahr anbieten, geht die Zahl der Bewerber weiter zurück. Aufgrund der geburtenschwächeren Jahrgänge schwindet die Zahl der Schulabgänger. Dazu ist der Trend zum Studium und zu weiterführenden Schulen wie der Fachoberschule ungebrochen.

„Der Mangel an Ausbildungsbewerbern ist für die Wirtschaft mittlerweile ein ernstes Problem mit langfristigen Folgen“, sagt Klaus Lastovka, Vorsitzender des IHK-Gremiums Berchtesgadener Land. „Die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen. Der fehlende Nachwuchs beeinträchtigt das Wachstumspotenzial der Betriebe in allen Branchen“, so Lastovka weiter.

Nach Angaben der Arbeitsagentur stehen im Landkreis Berchtesgadener Land Ende August rund 188 unbesetzten Lehrstellen lediglich 60 unversorgte Bewerber gegenüber. Insgesamt beginnen mit dem Start des Ausbildungsjahres 312 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern hervorgeht. Dies entspricht einem Minus von 2,2 Prozent gegenüber demselben Zeitpunkt im Vorjahr.

Der IHK-Gremiumsvorsitzende ruft die Betriebe dazu auf, noch intensiver um den Fachkräftenachwuchs zu werben. „Eine abgeschlossene Ausbildung bedeutet heute Jobsicherheit, gute Aufstiegs- und Verdienstchancen sowie Qualifizierungsmöglichkeiten bis hin zum Studium. Das ist noch nicht allen Bewerbern bekannt“, erklärt Lastovka. Betriebe sollten auch Schulabgängern mit weniger guten Noten eine Chance geben sowie passgenaue Angebote machen. „Mit Schulpatenschaften oder Ausbildungstagen im Unternehmen können Betriebe den Schülern bei der Berufsorientierung helfen“, so der IHK-Gremiumsvorsitzende. Immer mehr Firmen würden zudem Nachhilfe anbieten, um Defizite in Mathematik oder Deutsch auszugleichen. Um Abiturienten für die Lehre zu gewinnen, sei das duale Studium, das eine Berufsausbildung mit einem Bachelor-Studium verbindet, ein sehr erfolgreiches Modell, berichtet Lastovka.

Im Berchtesgadener Land gibt es insgesamt 266 Ausbildungsbetriebe in Industrie, Handel und im Dienstleistungsbereich. Sie stehen für rund 52 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse im Landkreis.

Pressemeldung Industrie und Handelskammer

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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