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Helfer im BGL von Spenden oft überfordert - aber auch viel Geld kommt an

Kuscheltiere, Katzenfutter, containerweise Kleidung: „Wissen nicht, wohin damit“

Martin Kienast von der Kolpingsfamilie im Second-Hand-Laden im Pfarrheim Strub (Bischofswiesen).
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Martin Kienast von der Kolpingsfamilie im Second-Hand-Laden im Pfarrheim Strub (Bischofswiesen).
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Die Welle der Hilfsbereitschaft ist riesig, aber sie geht oft an den Bedürfnissen der Hochwasser-Geschädigten im Berchtesgadener Land vorbei: Sachspenden werden wohl längst nicht mehr gebraucht - aber auch die Summe des gespendeten Geldes ist enorm.

Berchtesgadener Land - Das Urteil von Sepp Obraczka fällt eindeutig aus: „An Sachspenden brauchen wir gar nichts mehr, auch vorige Woche war der Bedarf eigentlich längst gedeckt.“ Obraczka ist 2. Vorstand des Vereins „Berchtesgaden hilft“, bei dem viele Drähte der Hochwasser-Hilfe seit dem vorletzten Wochenende zusammenlaufen. Im Gespräch mit BGLand24.de ist er sich außerdem sicher: „Auch an Personal, tatkräftiger Hilfe oder Logistik wird inzwischen eigentlich nichts mehr benötigt.“ Noch immer bekomme er deshalb etliche Anrufe.

„Im Talkessel ist keiner am Verhungern - wir brauchen also keine Dosenravioli“

Die Welle der Hilfsbereitschaft nach dem Hochwasser im südlichen Berchtesgadener Land war und ist groß. Manchmal könnte man schon meinen: zu groß. Martin Kienast führt den Second-Hand-Laden der Kolpingsfamilie im Bischofswieser Ortsteil Strub. Er habe manchmal schon regelrecht „Panik“ bekommen, erzählt Kienast: „Wir haben Angebote für Lkw-Lieferungen aus Nürnberg oder Leipzig bekommen - mit Kuscheltieren, Katzenfutter oder Medikamenten. Aber dafür hätten wir weder Platz, noch gibt es den Bedarf.“

Kienast weiß gerade mal von „vier oder fünf Familien“, die nach dem Hochwasser in dem Geschäft nach frischen Klamotten geschaut haben. Er glaubt, dass bei vielen Menschen die Hochwasser-Fernsehbilder aus Rheinland-Pfalz und NRW mit jenen aus dem Berchtesgadener Land verschwommen seien. „Es ist ja nicht so, dass bei uns alles kaputt ist. Das Leben funktioniert.“ Die Kolpingsfamilie Berchtesgaden startete erst kürzlich einen vielsagenden Aufruf bei Facebook. „Im Berchtesgadener Talkessel ist keiner am Verhungern - wir haben ausreichend zu essen. (Wir brauchen also keine Dosenravioli). Auch muss niemand nackt durch die Gegend laufen - wir haben auch ausreichend Kleidung“, heißt es darin unter anderem.

Schon über 1,5 Millionen Euro an Spendengelder fürs Berchtesgadener Land

Dass Sachspenden kaum gebraucht werden, beweist auch der Blick auf eine Online-Excel-Liste von „Berchtesgaden hilft“, bei der sich potenzielle Spender und Hilfsbedürftige vernetzen können: 110 Angebote stehen dort einem einzigen Hilfegesuch gegenüber. Angeboten wird praktisch alles, von Damenschuhen in Größe 40 über Putzlappen, Geschirr, Waschmaschinen, Couchtischen oder „Hygieneartikeln“. Die Koordination auf diesem Weg sei besser, als das was der Schönauer Feuerwehr passiert sei: „Die haben plötzlich vier Container mit Kleidung bekommen und wissen nicht, wohin damit“, so Sepp Obraczka.

Über Geldspenden freuen wir uns aber riesig“, so Obraczka. Sein Verein „Berchtesgaden hilft“ hat sich, was Geldspenden betrifft, mit der Bürgerstiftung der Sparkasse und den betroffenen Gemeinden zusammengeschlossen. Rund 600.000 Euro sind schon eingegangen. Auch weitere Institutionen, unter anderem Volksbank oder Caritas, haben Spenden für die Hochwasser-Geschädigten gesammelt, deren Höhe sich nach Obraczkas Schätzung auf eine Million Euro beläuft. „Das ist einfach riesig und es kommen täglich weitere Spenden herein.“ Jetzt werde man mit der Überprüfung und der schrittweisen Auszahlung über die Gemeinden beginnen.

Spendenkonten für Hochwasserhilfen im Berchtesgadener Land

Caritaszentrum Bad Reichenhall: DE68 7002 0500 8850 0007 03 (Bank für Sozialwirtschaft), Verwendungszweck „Hochwasserhilfe Berchtesgaden“

Berchtesgaden Hilft e.V.: DE37 7105 0000 0000 2496 49 (Kreissparkasse Berchtesgaden)

Sparkasse Berchtesgadener Land: DE33 7105 0000 0000 2572 87, Verwendungszweck „Hochwasser 2021“

Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG: DE60 7109 0000 0010 0010 15, Verwendungszweck „Hochwasser“

xe

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