Geplanter Bahn-Ausbau zwischen Freilassing und Berchtesgaden

Verkehrsforum fragt: Wann fährt der Schienenersatzverkehr wo ab?

Berchtesgadener Land - Die deutsche Bahn hat vergangene Woche (6. Dezember) mitgeteilt, dass sie in den Jahren 2020 und 2021 65 Millionen Euro in neue moderne Bahnanlagen auf der Strecke Freilassing - Berchtesgaden stecken wird. Das Verkehrsforum Berchtesgadener Land hat bestimmte Einwände.

Pressemitteilung im Wortlaut:


Die langjährigen Forderungen des Verkehrsforums Berchtesgadener Land und Rupertiwinkel e.V. sind nun in München und Berlin auf offene Ohren gestoßen. In den nächsten zwei Jahren will die Deutsche Bahn die Strecke Freilassing – Berchtesgaden für 65 Mio. Euro modernisieren. Die Stellwerke werden mit moderner Elektronik nachgerüstet, der Zugverkehr wird künftig zentral von Freilassing aus gesteuert. Teils mehr als 90 Jahre alte Oberleitungsanlagen sollen ausgetauscht werden, zwei Bahnhöfe werden barrierefrei ausgebaut, außerdem soll die Sicherheit an sieben Bahnübergängen verbessert werden.

Zeitweise müssen Streckenabschnitte während der Bauarbeiten gesperrt werden. Die Züge werden dann durch Busse ersetzt. Die Busse fahren oft früher, um die Anschlüsse in Freilassing zu erreichen. Außerdem sind die Bushaltestellen nicht immer direkt an den Bahnhöfen sondern etwas entfernt an der Durchgangsstraßen gelegen. Das Verkehrsforum hofft, dass die Informationen über Abfahrtszeiten und Abfahrtsorte der Busse klarer gegenüber den Kunden kommuniziert werden als im letzten Sommer. Zu beachten ist, dass gerade während der Bauzeiten im Sommer die Kunden in aller Regel Touristen sind, deren Ortskenntnisse nicht ausreichend sind, oberflächliche Hinweise zu veränderten Abfahrtsorten und Umleitungen auf Teilstrecken zu verstehen.


Trotz der Freude über das nun konkrete Bauvorhaben bedauert das Verkehrsforum allerdings, dass aktuell am Bahnhof Bayerisch Gmain keine Ausweichmöglichkeit für die Züge auf dem eingleisigen Streckenabschnitt zwischen Bad Reichenhall und Hallthurm (Fahrtzeit 14 min für einen Durchlauf) geschaffen wird. Das Verkehrsforum weist darauf hin, dass ohne eine solche Ausweichmöglichkeit sinnvolle Maßnahmen wie die Erhöhung der Taktrate bzw. Einbindung von Mülltransporten und Militärtransporten als auch die Realisierung des seit langem geplante Haltepunktes Bad Reichenhall Zentrum nicht möglich ist. Das Verkehrsforum hat gegenüber den Entscheidern bei der Bahn und der Regierung von Oberbayern entsprechende Einwände vorgetragen.

Pressemitteilung Verkehrsforum Berchtesgadener Land und Rupertiwinkel e.V.

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