Was unser Reporter und Pendler Xaver Eichstädter jetzt mitmacht

Über die Salzburger Grenze und zurück - ein Erfahrungsbericht zu Staus, Kontrollen, Regeln

Foto vom Stau am Autobahn-Grenzübergang zu Salzburg vom Montag, 8. Februar.
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Foto vom Stau am Autobahn-Grenzübergang zu Salzburg vom Montag, 8. Februar. Auch unser Reporter Xaver Eichstädter muss sich nun regelmäßig einreihen.

Seine Partnerin lebt in Salzburg, auch unser Reporter Xaver Eichstädter kennt das Prozedere an der Grenze also nur zu gut. Aber jetzt machen die Österreicher ernst - ein persönlicher Erfahrungsbericht vom Dienstag.

Traunstein/Salzburg - Ein dicker, dunkelroter Balken bis zurück nach Piding. Der Blick auf die Staukarte von Google-Maps hat am Dienstagmittag bei mir wirklich keine Vorfreude ausgelöst. Seit dieser Woche wird an den Grenzen zu Österreich also lückenlos kontrolliert. Heißt: Jedes Mal Stau und die Ungewissheit, wie die Beamten am Walserberg reagieren. Ein, zweimal in der Woche geht es für mich von Traunstein hinunter nach Salzburg, der Liebe wegen. Bisher lief‘s am Autobahn-Grenzübergang immer reibungslos, jetzt wird es aber kompliziert.


Stop-and-Go an der Grenze bis der „Kupplungsfuß“ zittert

„Wo kommen S‘ her und wo wollen S‘ hin?“, lautet erstmal die obligatorische Frage des dick eingepackten Polizisten. Auch vor mir wurde bereits jeder angehalten. Der rumänische Lieferwagen genauso wie der BMW mit Salzburger Kennzeichen. Ob dem Beamten auffällt, dass mir nach einer knappen Stunde Stau und Stop-and-Go schon der „Kupplungsfuß“ zittert? Mit einer Lebenspartnerin aus Österreich gehöre ich noch zur kleinen, privilegierten Pendlergruppe, die nach dem Grenzübertritt nicht in Quarantäne gesteckt wird - zusammen mit Berufs- oder Bildungspendlern, sowie Leuten, die mindestens monatlich Verwandte besuchen.


An allen österreichischen Grenzübergängen wird nun kontrolliert.

Durchs Autofenster wird mir das künftige Prozedere erklärt, das spätestens jetzt - pünktlich zur Öffnung der Geschäfte im Nachbarland - verpflichtend gilt: Eine Registrierung vor der Einreise mit negativem Corona-Test. Alle sieben Tage wieder. Vom Geburtsdatum über die Aufenthaltsadresse in Österreich bis zur Verweildauer muss alles angegeben werden. Dass die Behörden einen deutschen Test aber nicht ohne weiteres akzeptieren wollen, wird erst später auf der Seite des österreichischen Gesundheitsministeriums klar.

Deutsche Corona-Tests müssen von Arzt bestätigt werden

Das Corona-Testen in Traunstein wäre so einfach, aber die Österreicher verlangen jetzt zusätzlich ein „ärztliches Zeugnis“ bei ausländischen Covid-Tests. Also wird künftig einmal wöchentlich mit dem negativen Test auch noch zur Hausärztin marschiert, um mir das Ergebnis mit Stempel und Unterschrift bestätigen zu lassen. Darauf hat sie - und die richtigen Patienten im Wartezimmer - sicher nur gewartet. Bisher war ich immer „nur“ mit einer Kopie der Meldebescheinigung und des Personalausweises meiner Freundin unterwegs nach Salzburg - jetzt wird es dann Zeit für einen Schnellhefter im Auto.

„Die genauen Kontrollen werden jetz no a Zeitlang so weitergehn“, versichert mir der österreichische Polizist. Wie lange ungefähr weiß natürlich auch er nicht. Leid tun mir dabei vor allem die Berufspendler. Sie müssen sich täglich in die Blechlawine einreihen. Vor allem in Freilassing staut es sich regelmäßig bis zurück zur B20. Auch auf der B21, über den kleinen Walserberg, zeigt mir Google-Maps inzwischen einen dunkelroten Balken an. Aber solange der kürzer ist als nebenan auf der Autobahn ist die Entscheidung um meine neue „Stammstrecke“ gefallen.
Und, übrigens: retour über die Autobahn heim nach Traunstein ging alles ruck zuck und ohne Stau. Nur wie lange noch?

xe

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