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2000 Kilometer in 24 Stunden

Spontane Hilfe für die Ukraine aus dem Berchtesgadener Land

Spontane Hilfe für die Ukraine 
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Die Helfer bei der Ankunft in Polen. (v.l.n.r.): Lukasz Micoliaczyk, Marcin Wyrzcick, Robert Kaminski, Mathias Weichselmann, Robert Absmanner, Marc Baumgartner, Florian Behm

Angesichts der schrecklichen Bilder und der großen Not der Flüchtlinge aus der Ukraine haben sich junge Männer aus dem Landkreis Berchtesgadener Land (Aufham, Anger, Teisendorf) spontan entschlossen, schnell und unbürokratisch Hilfe zu leisten.

Landkreis Berchtesgadener Land - Mathias Weichselmann und Aaron Weißenegger konnten schnell Freunde und Bekannte wie Marc Baumgartner, Robert Absmanner und Florian Behm für ihre Idee gewinnen, Hilfsgüter zu sammeln und sie mit Kleinfahrzeugen und Anhängern in die Nähe der ukrainischen Grenze zu bringen.

Große Hilfsbereitschaft im Berchtesgadener Land

Womit sie anfangs nicht gerechnet hatten, war die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und der Betriebe im Landkreis. In kürzester Zeit hatten sie viele private Kleiderspenden, großzügige Lebensmittelspenden von der Bäckerei Unterreiner und von Globus Freilassing (eine ganze Europalette Konserven und Süßigkeiten) und eine überwältigende Menge sehr begehrter Medikamente von der Marktapotheke Teisendorf und der Ruperti-Apotheke Freilassing zusammen. Feldbetten, Feuerwehrstiefel und Walkie-Talkies der Freilassinger Feuerwehr komplettierten die Spendensammlung. Die Firmen FRIMO aus Freilassing und DENTSPLY SIRONA aus Salzburg stellten einen Sprinter und einen Kleinbus Bus samt Anhänger sowie den notwendigen Sprit zur Verfügung, um die Hilfsgüter Richtung Ukraine zu transportieren.

Beim Packen der Hilfsmittel in Freilassing. 

Dann gings abends um 21 Uhr los über Österreich und Tschechien nach Polen. Im polnischen Wegrow, etwa 100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, hat FRIMO einen Firmenstandort, der als Erstes angepeilt wurde. Lukasz Micoliaczyk, Robert Kaminski und Marcin Wyrzcick, FRIMO-Mitarbeiter aus Polen hatten die Logistik wie Fahrtroute und Haltestopps perfekt organisiert.

In Wegrow warteten sie und weitere Mitarbeiter schon auf die Helfer aus dem Berchtesgadener Land und rieten von einer Weiterfahrt direkt an die Grenze ab, weil dort die Zustände teilweise chaotisch und sehr unsicher sind.

Große Dankbarkeit

Stattdessen wurden die Spenden zur Sammelstation in Wegrow gebracht, wo alles sortiert und geordnet auf einen Lkw verladen wurde, der extra auf den Transport aus dem Berchtesgadener Land gewartet hatte. Ein anwesender Arzt kümmerte sich um die zielgerichtete Weiterleitung der Medikamente. Dankbar für die große Hilfe zeigte sich auch die Senatorin Maria Koc aus Wegrow, die zur Begrüßung der bayerischen Helfer gekommen war.

2000 Kilometer in 24 Stunden

Nach der Entladung und einer kurzen Stärkung ging es gleich wieder zurück nach Hause, wo die Helfer bereits am nächsten Abend um 23 Uhr eintrafen. Über 2.000 Kilometer lagen hinter ihnen, die sie durch gemeinsamen Einsatz in etwas mehr als 24 Stunden zurückgelegt haben, um Menschen in tiefster Not zu helfen. Für die Helfer soll es nicht die letzte Aktion dieser Art sein. Inzwischen haben sie aus Polen Hilferufe nach Feldbetten, Decken oder Schlafsäcken erreicht.

Wann der nächste Hilfstransport stattfinden wird, steht noch nicht definitiv fest. Falls notwendig, wird zu gegebener Zeit ein gezielter Spendenaufruf über die lokalen Medien an die Bevölkerung gehen. Von ähnlichen spontanen Hilfsfahrten ohne konkretes Ziel oder Ansprechpartner in Polen raten sie dringend ab. Solche Aktionen müssen gut organisiert sein, sonst sind sie nicht effektiv und nicht ungefährlich.

kon

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