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Landratsamt stellt Stand der Dinge vor

So ist das Berchtesgadener Land bei Erneuerbaren Energien aufgestellt

Watzmann Natur Energie GmbH Ökostrom Berchtesgadener Land Schönau am Königsee Hannes Rasp Thomas Huber Huberbuam
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Der Ökostrom aus dem Berchtesgadener Land ist offiziell ans Netz gegangen. Geschäftsführer Hannes Rasp präsentiert am Mittwoch (6. April) stolz die „Watzmann Natur Energie GmbH“. Mit dabei ist auch Marken-Botschafter und Extrembergsteiger Thomas Huber.

Wie weit ist der Landkreis Berchtesgadener Land bei der Umstellung auf Erneuerbare Energien? Angesichts der aktuellen Lage stellt sich diese Frage mehr, denn je. Wir haben uns beim Landratsamt nach dem Stand er Dinge erkundigt.

Landkreis Berchtesgadener Land - „Der Klimaschutz hat im Landkreis Berchtesgadener Land schon seit vielen Jahren eine hohe Priorität. Bereits im Jahr 2001 wurde durch den Kreistag beschlossen, die Energieversorgung im Landkreis auf Basis erneuerbare Energien bis 2030 anzustreben“, berichtet Alexandra Rothenbuchner, Pressesprecherin des Landratsamts Berchtesgadener Land, „Der Landkreis hat für alle eigenen Liegenschaften Energieeinspar-Konzepte erstellen lassen und setzt diese seit über 10 Jahren kontinuierlich um.“ So sei der Fuhrpark bereits zu 50 Prozent auf reine Elektrofahrzeuge umgestellt. „Die Wärmeversorgung wurde bei einem Großteil der Liegenschaften bereits auf erneuerbare Energien umgestellt, wie Fernwärme oder Pellets.“

Wie ist das Berchtesgadener Land bei Erneuerbaren Energien aufgestellt? - Landratsamt stellt Stand der Dinge vor

„Im Februar 2022 wurde im Ausschuss für Landkreisentwicklung beschlossen insgesamt 200 kWp Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern des Rottmayr-Gymnasiums in Laufen, der Landwirtschaftsschule ebenfalls in Laufen, der Staatlichen Knabenrealschule in Freilassing und dem Sonderpädagogischen Förderzentrum St. Zeno in Bad Reichenhall zu bauen“, so Rothenbuchner, „Der Bau von weiteren PV-Anlagen auf weitere Landkreisliegenschaften ist aktuell in Prüfung.“

„Die Energienutzungspläne der Städte, Märkte und Gemeinden enthalten insgesamt 150 Energie-Projekte, von denen über 60 Projekte umgesetzt wurden beziehungsweise sich in Umsetzung oder Planung befinden. Über die in den Energienutzungsplänen definierten Maßnahmen hinaus gibt es zahlreiche weitere Projekte, die umgesetzt wurden“, fährt Rothenbuchner fort. So wollen beispielsweisefünf Kommunen im Talkessel wollen den Bewohnern im Landkreis mit der „Watzmann Natur Energie“ nachhaltigen, leistbaren und sicheren Strom liefern. „Dem Ausbau der Windkraft steht insbesondere der Regionalplan Südostoberbayern entgegen, in dem fast der gesamte Landkreis Berchtesgadener Land als Ausschlussgebiet für die Windkraftnutzung festgelegt wurde. Großes Potenzial haben im BGL insbesondere die Photovoltaik, Wasserkraft sowie der Ausbau von Fernwärmenetzen. Die genehmigungsrechtlichen und fachplanerischen Anforderungen für den Ausbau der Wasserkraft sind sehr hoch.“

Eine Zusammenfassung sowie ein Auszug ausgewählter Projekte:

  • Photovoltaik: „Im Jahr 2021 wurden im Landkreis Berchtesgadener Land ca. 4 MWp Photovoltaik-Leistung neu installiert. Diese Anlagen wurde ausschließlich auf Dachflächen vorhandener Gebäude realisiert. Die Gesamtleistung beträgt 68 MWp. Gegenüber 2014 konnte die Photovoltaikleistung um 31 Prozent gesteigert werden.“
  • Wasserkraft: „Seit 2014 ist die Stromerzeugung aus Wasserkraft um 7 Prozent gestiegen. Von den 27 Maßnahmen zum Ausbau der Wasserkraft, wie Neubauten, Erweiterungen, und der Optimierung bestehender Anlagen sind seit 2014 fünf Neubauten und drei Optimierungen realisiert, eine Erweiterung in Umsetzung und Verfahren für fünf Maßnahmen eingeleitet.“
  • Biogas: Die Stromerzeugung aus Biogas konnte seit 2014 um 37 Prozent gesteigert werden. Dem zugrunde liegen ein Neubau und vier Maßnahmen zur Effizienzsteigerungen an bestehenden Anlagen.
  • Wärmenetze: „Im Berchtesgadener Land gibt es zahlreiche Fernwärmenetze auf Basis erneuerbarer Energien. Insbesondere in den vergangenen Jahren konnten die beiden größten Wärmenetze in Berchtesgaden/Schönau/Bischofswiesen sowie in Ainring-Mitterfelden erweitert werden. Zwischen 2014 und 2018 konnte die Wärmebereitstellung aus Fernwärme auf Basis erneuerbarer Energien um 15 Prozent gesteigert werden. Der jährliche Heizölverbrauch konnte im gleichen Zeitraum um rund 6 Millionen Liter und damit um 10 Prozent gesenkt werden. Im Jahr 2019 ist der Energieverbund der Stadt Freilassing (ENVER) in Betrieb gegangen. Zum 1. Januar diesen Jahres ist zudem das neue Wärmenetz der Stadtwerke Bad Reichenhall auf Basis von Innovativer Kraft-Wärme-Kopplung (IKWK) und Grundwasserwärmepumpen in Betrieb gegangen. Das Wärmenetz wird in den nächsten Jahren kontinuierlich ausgebaut werden.“

Weitere ausgewählte Projekte auf Landkreisebene:

  • 2016: Gründung der Energieagentur Südostbayern gemeinsam mit dem Landkreis Traunstein als zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger
  • 2017: Aufbau einer flächendeckenden und kostenlosen Energieerstberatung
  • 2017: Fertigstellung der Energienutzungspläne für den Landkreis und alle kreisangehörigen Kommunen
  • 2015-2019: Veranstaltungen und Seminare für Unternehmen zur Energieeffizienzsteigerung
  • 2018: Fertigstellung des Mobilitätskonzeptes für den Landkreis
  • 2020: Die Energieberatung wird durch gebäudescharfe energetische Steckbriefe für alle rund 30.000 Gebäude im Landkreis ergänzt
  • 2021: Der Solaratlas BGL geht online.
  • 2022: Der Energie- und Nachhaltigkeitslotse beim Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice startet und unterstützt Unternehmen
  • 2022: Gründung eines kommunalen Klimaschutznetzwerkes mit allen Kommunen

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