Bei Schönau am Königssee und Marktschellenberg

Herabfallende Steine, Blockaden und Verletzungen - Mehrere Einsatz gefordert

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Schönau am Königssee/Marktschellenberg - Die Bergwacht Berchtesgaden hatte wieder alle Hände voll zu tun:

Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden und des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ haben am Freitagnachmittag einen unverletzten, aber blockierten 62-jährigen Urlauber aus Nordrhein-Westfalen aus der oberen Watzmann-Ostwand gerettet. Der Mann und sein Tourenpartner waren seit den frühen Morgenstunden und verhältnismäßig langsam über den Berchtesgadener Weg aufgestiegen, wobei der 62-Jährige dann im unteren Bereich der Ausstiegskamine rund 100 Höhenmeter oberhalb der Biwakschachtel nicht mehr vorankam. Während der Begleiter alleine weiter zur Südspitze aufgestiegen war, setzte der 62-Jährige in seiner hilflosen Lage gegen 14.40 Uhr bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf ab.

„Christoph 14“ versuchte zunächst, zwei Bergretter unterhalb der Biwakschachtel im Schwebeflug über die Kufe abzusetzen, was misslang. Die Besatzung musste dann am Hirschwieskopf zwischenlanden und die beiden Einsatzkräfte von dort aus am 25-Meter-Rettungstau in die Ostwand fliegen. Die beiden Bergretter stiegen zu dem 62-Jährigen in rund 2.500 Metern Höhe auf und brachten ihn einige Meter weit von der Wand weg an einen besseren Aufnahmepunkt, wo ihn der Hubschrauber zusammen mit einem Bergretter per Tau abholen und direkt ins Tal zum Schneewinkel-Landeplatz fliegen konnte, wo der Heli dann mit dem Kerosinanhänger wieder aufgetankt wurde. Danach holte die Besatzung noch den zweiten Bergretter per Tau ab.

Umherziehende Nebelschwaden und im Minutentakt veränderte Sichtflugbedingungen machten die Rettungsaktion wieder zu einem Pokerspiel mit Zeitdruck, wobei die Ostwand den Einsatzkräften erneut wohlgesonnen war und die notwendige Wolkenlücke für den Hubschrauber öffnete. Die Besatzung von „Christoph 14“, die in Kühroint gewartet hatte, reagierte sofort und flog direkt zur Einsatzstelle, um den Bergsteiger und die beiden Bergretter abzuholen.

BRK BGL und Bergwacht im Einsatz in Schönau und Marktschellenberg

Ein weiterer Notruf ging am Samstag kurz nach 11 Uhr von der Archenkanzel am oberen Ende des Rinnkendlsteigs am Königssee-Westufer ein, wo Hilferufe gehört wurden. Ein 29-jähriger Bergsteiger war von einem herabfallenden Stein getroffen und schwer am Unterschenkel verletzt worden. Die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ versorgten den Verletzten, flogen ihn per Tau auf die Halbinsel Hirschau aus und dann mit dem Heli zum Salzburger Unfallkrankenhaus. Eine Gruppe Bergsteiger hatte sich bis zum Eintreffen der Retter bereits um den Verletzten gekümmert und Erste Hilfe geleistet. Der Notarzthubschrauber landete am Schneewinkel-Landeplatz, nahm dort einen Bergwachtmann auf und fand die Einsatzstelle beim Suchflug. Von der Hirschau aus flog der Pilot dann Notfallsanitäter, Notarzt und den Bergwachtmann zum Unfallort. Sie versorgten den Mann, flogen ihn im Luftrettungssack nach Sankt Bartholomä und nach einem Tankstopp in Schneewinkel weiter zum Salzburger Unfallkrankenhaus.

Am Donnerstagabend gegen 20.30 Uhrmusste die BRK-Wasserwacht eine Bergsteigerin mit einer Knierverletzung in Salet am Königssee-Südufer versorgen. Die Wasserretter machten sich mit dem Motorrettungsboot auf den Weg zu den Almen, versorgten dort die Frau und transportierten sie zurück zur Seelände. Eine Weiterbehandlung und einen Weitertransport mit dem Landrettungsdienst lehnte die Patientin ab.

Am Donnerstagnachmittag gegen 15.30 Uhr wurde die Bergwacht Marktschellenberg alarmiert, da sich eine 63-jährige Urlauberin aus Baden-Württemberg beim Wandern am Gatterlsteig (Almberg, Untersberg) zwischen Ettenberg und Marktschellenberg eine schwere Beinverletzung zugezogen hatte. Die ehrenamtlichen Bergretter machten sich zusammen mit dem Marktschellenberger Bergwacht-Notarzt per Fahrzeug und zu Fuß auf dem Weg zum Unfallort. Am Einsatzort rund einen Kilometer unterhalb vom Ettenberg angekommen, versorgten sie die Frau notfallmedizinisch, luden sie in ihr All-Terrain-Vehicle (ATV) ein und fuhren sie zum Mesnerwirt am Ettenberg, wo sie eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übernahm und dann in die Kreisklinik nach Bad Reichenhall transportierte.

Pressemeldung Bayerisches Rotes Kreuz, KdöR - Kreisverband Berchtesgadener Land

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