Pressemitteilung Arbeiterwohlfahrt Berchtesgadener Land

Arbeiterwohlfahrt pflanzt Baum zum 100-jährigen Jubiläum

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Dr. Wolf Guglhör, der stellvertretende AWO-Kreisvorsitzende Roman Niederberger und die SPD-Stadträtin Güldane Akdemir.

Bad Reichenhall - Die milde Witterung hat es möglich gemacht: Nachdem die Arbeiterwohlfahrt im Dezember ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem großen Festakt im "Magazin 3" begehen konnte, wurde jetzt die Pflanzung einer Flatterulme im Rupertuspark in Bad Reichenhall nachgeholt.

Dabei blickten die Vertreter der AWO aus dem Ortsverein Bad Reichenhall und dem Kreisverband Berchtesgadener Land nicht nur auf Vergangenheit und Tradition des Verbandes, sondern informierten sich bei dieser Gelegenheit auch über die Tätigkeit der Kurgärtnerei.


In seiner Ansprache erinnerte der AWO-Kreisvorsitzende Johann Schubert an die Wurzeln der Organisation, die 1919 aus den Reihen der SPD gegründet wurde. "Unsere Gründerin, die Reichstagsabgeordnete Marie Juchacz, wollte mit der AWO nicht nur die akute Not lindern, sondern auch auf Dauer ein Instrument für eine gerechte Sozialpolitik schaffen. An die Stelle von Almosen sollten soziale Rechte für alle Menschen treten", machte er deutlich.

An diese Tradition wolle man mit der Pflanzung eines Jubiläumsbaums erinnern. Er bedankte sich herzlich bei der Geschäftsführerin der Kur GmbH Gabriele Squarra und dem anwesenden Leiter der Kurgärtnerei Christian Braun für den schönen Pflanzplatz im Rupertuspark samt Ausheben des Pflanzlochs, bei der Stadtgärtnerei mit Martin Haberlander und Marcus Reinhold für die Bereitstellung der von der AWO gespendeten Flatterulme und Unterstützung einer fachgerechten Pflanzung.


Stadtrat und Vorstandsmitglied der AWO-Ortsgruppe Dr. Wolf Guglhör erinnerte daran, dass die Flatterulme Baum des Jahres 2019 war. Bei uns ist sie die seltenste der drei Ulmenarten, zeichnet sich aber durch besonders langes Ertragen von Überflutung und besonders zähes Holz aus. Große Hoffnungen werden neuerdings auf sie als wenig empfindlich im Klimawandel gesetzt und als Ersatz für die Esche wegen deren Triebsterben. Jedenfalls passt sie bestens in den Rupertuspark als Teil der ehemaligen Saalachau. Sie könnte dort weit über 100 Jahre alt und über 40 m hoch werden.

Bei heißen Getränken und Kuchen im nahen Hotel Bayern Vital erläuterte Christian Braun die Zuständigkeiten und Arbeitsweise der Kurgärtnerei. Sie ist neben dem Kurpark für den Rupertuspark mit Rosengarten und den Ortenaupark zuständig, während die Stadtgärtnerei für den Karlspark verantwortlich ist, sowie für das städtische Grün, die Alleen und zahlreichen kleineren Anlagen und Baumbestände auf städtischem Grund im Stadtgebiet. Einer Zusammenlegung der beiden Einrichtungen - auch die Kur GmbH mit Gärtnerei wird teilweise von der Stadt finanziert - hatte Christian Braun gewichtige Gründe entgegenzusetzen, wie die Aufgabenstellung der Kurgärtnerei mit eigener Pflanzenanzucht, einzig verbliebenem Ausbildungsbetrieb der Region, der Gestaltung stilvoller und farbenprächtiger Beete als besondere Attraktion der Kurstadt. Die Zusammenarbeit der beiden Gärtnereien ist eng, z.B. bei der Nutzung von Spezialmaschinen oder der gemeinsamen Information der Öffentlichkeit.

Klimawandel: Sonnenbrand für Bäume

Auf besonderes Interesse stieß die Frage, wie sich die Tätigkeit der Kurgärtnerei durch den Klimawandel verändert. "Viele Bäume sind durch die hohen Temperaturen einem dauernden Stress ausgesetzt; gelegentlich kommt es zu einem regelrechten Sonnenbrand", führte Braun aus. Beim öffentlichen Baumbestand in der Stadt seien zwischenzeitlich auch Bürgerinnen und Bürger gefragt, die ausreichende Versorgung mit Wasser bei längeren Trockenperioden sicher zu stellen. In Berlin gäbe es aus historischer Erinnerung über die Bedeutung der Bäume in der Zeit der Blockade spezielle Baumpatenschaften, die sich um die Bewässerung kümmern, wenn der Sommer zu trocken ist.

Vom leidenschaftlichen Engagement des Leiters der Kurgärtnerei angetan waren die Vertreter der AWO und Johann Schubert erinnerte, dass schon weit vor neuen Trends wie dem "Waldbaden" die von der Kurgärtnerei unterhaltenen Anlagen Oasen der Ruhe und Entspannung im Stadtleben gewesen seien: "Das sind lohnende Investitionen für eine lebenswerte Stadt", zeigte sich Johann Schubert überzeugt. Die Frage nach einer gerechten Politik, die sowohl gegenüber heutigen als auch zukünftigen Generationen Verantwortung übernimmt und der Beitrag der AWO in den kommenden Jahren war dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Roman Niederberger ein besonderes Anliegen. "Wir werden unseren Beitrag leisten, damit sich 2119 bei unserem 200-jährigen Jubiläum die Menschen in Bad Reichenhall in einer gerechten Gesellschaft und einer gesunden Umwelt an der von uns gespendeten Ulme erfreuen können", war man sich zum Abschluss der Zusammenkunft einig.

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